Wien (red.). Für ÖVP-Sicherheitssprecher Wolfgang Ulm war der Donnerstag tatsächlich ein „wirklich historischer“ Tag. „Bürgermeister Michael Häupl scheint erstmals auf unsere Forderung nach Errichtung einer Stadtwache einzugehen“, frohlockte er in einer Aussendung. Grund dafür: Häupl hat sich in der gestrigen Landtagssitzung erstmals für eine einheitliche Rechtsgrundlage für die Ordnungsdienste der Stadt ausgesprochen. Auf eine Zusammenlegung von Rathauswache, „Parksheriffs und den geplanten „Waste Watchers“ (siehe Artikel links) wollte er sich aber nicht festlegen. „Mir gefällt die Vielfalt an Kapperl ganz gut.“
Schon seit Jahren stößt sich die ÖVP an der Vielzahl städtischer Sicherheitsorgane. Ulm: „Derzeit haben wir eine Stadtwache auf Raten. Neben der U-Bahnaufsicht, Help U (Suchtgiftprojekt am Karlsplatz, Anm.), der Rathauswache, den Weiß- und Blaukapplern bekommen die Wiener nun auch noch Orangekappler(„WasteWatcher“, Anm.). Wer soll sich da noch auskennen?“
Geht es nach der ÖVP, sollte eine Stadtwache die Aufgaben aller vorhandenen Ordnungsdienste übernehmen. Die SPÖ lehnt das unter anderem mit dem Argument ab, dass dies keinen Beitrag zur Aufklärung von Verbrechen leiste und fordert mehr Polizisten für Wien.
Stadtwachen in Graz, Innsbruck
Wien wäre in Österreich nicht die erste Stadt mit einer Stadtwache, diese erfüllen allerdings andere Aufgaben als von der VP-Wien gefordert. In Innsbruck gibt es seit eineinhalb Jahren eine uniformierte „städtische Eingreiftruppe“, die mit der Polizei in Parks patrouilliert. In Graz wurde im April die Schaffung einer Stadtwache beschlossen. Diese darf Strafverfolgungen ausstellen, wenn jemand die Stadt verschmutzt.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.07.2007)
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