Baz schildert in seinem Buch mit dem Titel "Ni oubli, ni pardon. Au coeur de la traque du dernier nazi" (Weder Vergessen noch Verzeihen. Im Zentrum der Treibjagd nach dem letzten Nazi), er habe in den 80er Jahren der geheimen amerikanischen Organisation "(Schleier)eule" angehört. Diese habe es sich zur Aufgaben gemacht, die letzten Nazis, die sich nach Amerika geflüchtet hatten, zu fassen.
"Aribert Heim ist tot"
In Kanada sei Heim vor 25 Jahren von Leuten der "Eule" geschnappt worden, so der Oberst der Luftwaffe und Spezialist für Kommandooperationen weiter. Danach sei er "abgeurteilt" und auf der Insel Santa Catalina vor der kalifornischen Küste exekutiert worden. Greifbare Beweise dafür legt Danny Baz in seinen Schilderungen allerdings nicht vor.
"Aribert Heim ist tot. Ich war an der Operation beteiligt, die zu seiner Hinrichtung 1982 geführt hat", schreibt der Offizier im Vorwort zu seinem Buch, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.
"Streng wahrheitsgemäße Fakten"
Laut Danny Baz operierte "Die Eule" unter größter Geheimhaltung und in der Illegalität. Die Organisation habe allerdings die Unterstützung hochrangiger Leute beim US-Auslandsgeheimdienst CIA, bei der Bundespolizei FBI und bei den israelischen Geheimdiensten erhalten. Sie sei von einem Mauthausen-Überlebenden gegründet worden.
"Dieses Buch ist der Bericht von streng wahrheitsgemäßen Fakten. Allerdings wurden bestimmte Episoden absichtlich aus Gründen der Vertraulichkeit verschwiegen", schreibt Baz in seinem Vorwort. Das Buch ist im Stil eines Romans verfasst.
Zweifel: "Baz hat eine große Fantasie"
Für Serge Klarsfeld, den Gründer der Vereinigung der Söhne und Töchter jüdischer Deportierter Frankreichs, ist das Werk Baz' "eine große Fantasie". Er habe nie von "Die Eule" gehört. "Wenn diese Organisation existieren würde, dürften sie annehmen, dass ich davon gehört hätte", sagte er. Aribert Heim sei sicherlich genauso wie der Eichmann-Gehilfe Alois Brunner, ein Eichmann-Gehilfe eines natürlichen Todes gestorben, so der Nazi-Jäger.
"Das ist total unwahrscheinlich"
Auch das Simon Wiesenthal Center Jerusalem bezweifelt, dass der als NS-Verbrecher gesuchte, aus Österreich stammende Aribert Heim tot ist. "Das ist total unwahrscheinlich", kommentierte der Direktor des Zentrums, Efraim Zuroff, dahingehende Berichte.
Zuroff verweist auf einen Brief aus dem Jahr 1986, der Heim zugeschrieben wird. "Danny Baz hat derartige Behauptungen schon vor fünf Jahren in der israelischen Presse getätigt, wonach seine Gruppe 25 Nazis auf dem amerikanischen Kontinent exekutiert habe, ohne weder den Namen eines dieser Verbrecher zu liefern noch das Geringste zur Bestätigung seiner Aussagen", fügte Zuroff hinzu. Seinem Kenntnisstand nach und jenem der deutschen Polizei, die Heim Suche, sei dieser noch am Leben. Er verstecke sich in Spanien oder in Südamerika.
"Doktor Tod" seit 1962 auf der Flucht
Der 1914 in Bad Radkersburg geborene Aribert Heim wäre heute 93 Jahre alt. 1941 soll er als SS-Arzt im Konzentrationslager Mauthausen zahlreiche Häftlinge durch Herzinjektionen ermordet haben. Nach dem Krieg praktizierte er im deutschen Baden-Baden als Frauenarzt und ist seit 1962 auf der Flucht. Der "Doktor Tod" genannte Mediziner wurde in Südamerika vermutet. Das Justizministerium hat eine Prämie von 50.000 Euro zu seiner Ergreifung ausgesetzt. Auf der Liste der "Meistgesuchten Nazi-Kriegsverbrecher" des Simon Wiesenthal Zentrum steht Heim an zweiter Stelle hinter dem früheren SS-Hauptsturmführer Alois Brunner, dem als Mitarbeiter Adolf Eichmanns vorgeworfen wird, u.a. in Griechenland und Ungarn an der Deportation von Juden mitgewirkt zu haben. (APA)

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