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"Vertuschen von Problemen hilft Muslimen nicht"

15.11.2007 | 18:14 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

Islamwissenschaftler Mouhanad Khorchide kritisiert konservativen Religionsunterricht – 55 Prozent melden sich ab.

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Die Presse: Was läuft falsch in der Islamischen Glaubensgemeinschaft?

Mouhanad Khorchide: Man muss aufpassen, was man sagt, um Strache & Co nicht in die Hände zu spielen. Ich will, dass sich etwas ändert, aber dass niemand zu Schaden kommt.

 

Konkret: Seit einem Jahr wird eine neue Verfassung angekündigt. Warum ist da noch nichts passiert?

Khorchide: Es gibt eine Konkurrenz zwischen ethnischen Gruppierungen und Moscheegemeinden. Das schwächt die Glaubensgemeinschaft, denn man muss manchmal gewisse Positionen vertreten, nur um eine Balance zwischen den Gruppierungen herzustellen.

Oft grenzen Aussagen von offizieller Seite ja an Realitätsverweigerung, Beispiel Unterdrückung der Frau.

Khorchide: Selbstverständlich gibt es Unterdrückung von Frauen im Namen der Religion. Auch in Österreich. Aber Vertuschen hilft den betroffenen Frauen nicht.

Warum wird dann oft abgeblockt?

Khorchide: Leider neigen offizielle Vertreter dazu, das Bild nach außen verschönern zu wollen. Sie glauben, dass sie dem Islam damit etwas Gutes tun. Aber so lässt man Probleme größer werden. Dass die an die Oberfläche kommen, ist dann nur eine Frage der Zeit.

Ist das nicht auch eine Frage des richtigen Personals?

Khorchide: Nicht immer sitzen kompetente Menschen an den richtigen Stellen, wie etwa bei der IRPA (Religionspädagogische Akademie, Anm.). Personelle oder inhaltliche Entscheidungen sollten unabhängig von ethnischen und politischen Konstellationen getroffen werden.

 

Es gibt also ein Proporzdenken?

Kohorchide: Ja, leider. Es wird nicht immer nach Kompetenzen und Qualifikation entschieden.

Wie sehr sind die konservativenVertreter repräsentativ?

Kohorchide:Die Mehrheit der Muslime in Österreich gehört keiner bestimmten Moscheegemeinde an. Sie sind nicht organisiert und haben keine starke Stimme in der Glaubensgemeinschaft. Man merkt das auch an den Abmeldequoten vom Religionsunterricht – 55 Prozent.

 

Was ist konkret am Religionsunterricht so schlecht?

Khorchide: Islamische Theologie, wie sie über Jahrhunderte ausformuliert wurde, ist konservativ und dogmatisch. Der Mensch wird als unmündig gesehen, muss gehorchen und darf seine Vernunft kaum verwenden. Es geht vordergründig um das Praktizieren von Ritualen.

Das ist aber kein österreichischer Sonderfall.

Khorchide: Nein, das gilt für die gesamte islamische Theologie. Wenn sich jemand an die Dogmen hält, kommt er ins Paradies, egal, wie er sich ethisch verhält.


Und warum geschieht beim Religionsunterricht dann nichts?

Khorchide: Muslime sind schnell beleidigt, wenn man sagt, dass eine islamische Aufklärung nötig ist. Die ist anders als die europäische, weil wir eine andere Geschichte haben. Es ist aber falsch zu sagen, es ist alles wunderbar. Wir brauchen dringend eine Aufklärung, die von einem innerislamischen Diskurs getragen wird.

 

Manchmal scheitert es aber ja eher an manchen Eltern.

Khorchide: Es muss auch bei ihnen ein Bewusstsein geschaffen werden, dass Bildung wichtig ist. Oft reagieren Muslime beleidigt, wenn man ihnen diese Defizite vorwirft.


Es gibt unter einigen Muslimen auch den Hang zum Extremismus.

Khorchide: Ja, auch der politische Islam ist eine Bedrohung. Aber diese Erscheinungen fallen – zumindest in Österreich – kaum ins Gewicht.

 

Wenn nicht Extremismus, wo ist dann das große Problem?

Khorchide: Dass Dogmen und nicht der Mensch im Mittelpunkt der islamischen Theologie stehen ist das Hauptproblem. Dogmatische und nicht ethische Prinzipien ziehen die Trennlinie, wodurch viele, die keiner Moscheegemeinde angehören, von der Gestaltung des Religionsunterrichts ausgeschlossen sind.

 

Wie sollte der nächste Präsident der Glaubensgemeinschaft aussehen?

Khorchide: Ich wünsche mir, dass der kommende Präsident ein Unabhängiger mit theologischer Basis und offener Haltung ist, der den aufgeklärten und liberalen Diskurs des Islam fördert.

ZUR PERSON. Die Nachwuchshoffnung

Mouhanad Khorchide ist Assistent für Islamische Religionspädagogik am Institut für Bildungswissenschaft der Universität Wien.

Der 36-Jährige wurde als Sohn palästinensischer Eltern im Libanon geboren und wuchs in Saudiarabien auf. Seit 1989 lebt der Islamwissenschaftler und Soziologe in Österreich. Er ist auch Imam einer kleinen Moschee in Ottakring.

Der Theologe gilt unter den liberalen Muslimen des Landes als Nachwuchshoffnung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2007)

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32 Kommentare
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Gast: Adele
20.11.2007 03:59
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das ich nicht lache ...

Islamwissenschaftler? würd mal gerne wissen, wo der studiert hat! Und Imam - das ist ja so ein schönes Wort. Wenn jeder Imam ist, der drei oder vier Nachbeter hat, dann ist Wien voller Imame. So unqualifizierte Äußerungen habe ich schon lange nicht mehr gehört. Da will sich wohl einer auf Kosten seiner Gemeinschaft profilieren.

Antworten Gast: Anne
20.11.2007 14:45
0 0

Re: das ich nicht lache ...

Wenn der Ruf nach einem innerislamischen Diskurs der Aufklärung unqualifizierte Äußerung ist, dann frage ich mich, was wäre dann für dich eine qualifizierte Äußerung? Frauen sollten zu Hause eingesperrt werden, oder Frauen sollten geschlagen werden, oder Vernunft hat nichts im Islam verloren... Was Khorchide sagt, ist genau das, was den Muslimen heute fehlt, Aufklärung.

Antworten Gast: Albert
20.11.2007 14:35
0 0

Re: das ich nicht lache ...

Zumindest besitz er den Mut zu Missständen Stellung zu nehmen, ist ehrlich und belügt uns nicht. Statt die Frage zu stellen, wo er studiert hat, frag wo und was die Lehrer der IRPA studiert haben, einige haben nicht einmal einen Hochschulabschluss!! Oderr nicht einmal einen Schulabschluss!! Bis wann wollt ihr uns belügen und ehrliche Menschen nur kritisieren?!!

Antworten Antworten Gast: Marianne
20.11.2007 16:23
0 0

Re: Re: das ich nicht lache ...

Wahrheit zu sagen und Aufrichtigkeit sind Werte, die höher einzuschätzen sind als man glaubt.
Es ist mir ein aufrechter Muslim ,der sich der Wahrheit verpflichtet fühlt, lieber
als tausend ängstliche Namens-Christen, die ihre Werte nicht kennen wollen und politically correct der Masse auf dem Weg in das Verkehrte folgen...


Antworten Gast: Markus 923
20.11.2007 14:22
0 0

Re: das ich nicht lache ...

endlich kommt eine vernünftige Stimme aus einem Muslim, die den Islam als eine tauglich Weltreligion darstellt, dann kommt ihr Islam-Fundis, um sie zum Schweigen zu bringen!!! Hört lieber was der Herr euch sagen will und lasst eure Arroganz..

Gast: Meister Anton
16.11.2007 23:11
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Flugticket

Das erste, das diesem überflüssigen "Islamwissenschaftler"über die Lippen kommt,, ist, daß er gegen Politiker hetzt, die sich echte Sorgen um Österreich und seine Zukunft machen.

Gast: Crusader
16.11.2007 19:59
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Warum immer herumreden

und beschönigen? Die Mehrheit der Österreicher sagt nein zum Islam und seinen Vertretern und wünscht sie in ihre Herkunftsländer zurück. Auch wenn es immer als schändlich angesehen und einer bestimmten politischen Richtung zugeordnet wird muß es gesagt werden: Man will euch hier nicht, geht bitte wieder nachhause. Warum kann man die Wahrheit nicht mehr sagen in diesem Land?

Antworten Gast: ac/dc
17.11.2007 12:08
0 0

Re: Warum immer herumreden

tja, echt unverständlich, weshalb es nicht in deren zum Teil vermummten Köpfe passen mag, dass deren Anwesenheit hier nicht erwünscht ist!!! Was ist so schwer daran zu verstehen! Warum wird man als Österreicher immer wieder genötigt von seiten gewisser Parteien und Organisationen, sich mit solchen Menschen auseinander zusetzen. Wenn diese Muslims das Gefühl haben hier nicht verstanden zu werden, sollten sie mal nachdenken, was sie daran ändern könnten; Als Gäste für sie in unserem Land ist es ihre Bringschuld! Ansonsten, den Weg nach Hause sollten sie ja kennen.

Gast: Wieter
16.11.2007 13:35
0 0

christliches Europa

Europa ist nunmal eine christliche Gemeindschaft. Da verursachen Islamisten nur Probleme. Wer dem Islam beitreten will muss halt in im islamischen Osten bleiben.

Gast: Hanna
16.11.2007 12:35
0 0

Stimmt, bei unsere

extremistisch eingestellten katholischen und protestantischen Fundamenatlistengruppen besteht auch das Problem, dass Probleme totgeschwiegen und unter den Teppich gekehrt werden.

Antworten Gast: Meister Anton
16.11.2007 23:13
0 0

Re: Stimmt, bei unsere

Man redet hier aber nicht von "unsere" Fundamentalistengruppen, sondern von den realen Gefahren, die für unser Land und seine angestammte Bevölkerung vom Islam ausgehen.

Gast: Fritz
16.11.2007 12:33
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Vertuschen von Problemen hilft Muslimen nicht

Es sollte nicht darum gehen, was den Moslems hilft, sondern was den ÖSTERREICHERN hilft.

Und der Islam hilft den Österreichern sicher nicht.

Rückführung in die Heimatländer ist angesagt.

Steininger
16.11.2007 16:06
0 0

Re: Vertuschen von Problemen hilft Muslimen nicht

"Rückführung in die Heimatländer ist angesagt"

Hihi, das wird bei hier geborenen Muslimen aber schwer sein.
Gar wenn das schon in der 2. und 3. Generation zutrifft.

Antworten Gast: Günter
16.11.2007 14:44
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Re: Vertuschen von Problemen hilft Muslimen nicht

Helft den Bürgern in der Dammstraße 1200 die von Verkehrslärm und Massenansturm der Muslime ständig täglich bombadiert werden. Die Politik sollte auch für Bürger der Stadt Wien ein offenes Ohr haben.
oder????????????????????
www.moschee-ade.at

miss chief
16.11.2007 12:03
0 0

wieso unbedingt islam ?

der interviewte sagt - meiner meinung nach völlig zutreffenderweise - dass der islam nichts anderes als eine authoritäre unterwerfungsreligion ist, die ihre ansprüche über die bedingungslose ausführung von sinnentleerten ritualen aufrechterhält und für ein leben in der moderne weder praktische noch sprituelle hilfen anbietet.

meiner meinung gibts da nichts zu reformieren, weil ganz einfach die theologische substanz fehlt.

daher möchte ich alle moslems die mit dem radikalen politischen islam nichts zu tun haben wollen auffordern zum christentum überzutreten !

Antworten Gast: Sunnit
15.01.2008 20:35
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Re:daher möchte ich alle moslems...auffordern zum christentum überzutreten !

Du meinst die wahre Religion zu verlassen?
Zu einer Religion übertreten, die aus Widersprüchen besteht?
Nein, lieber sterbe ich.(Ein mal zu sterben ist besser als ewig in der Hölle zu brennen)
"ich wollte niemanden beleidigen" ;)

Antworten Gast: Montagmorgen
19.11.2007 09:45
0 0

Re: wieso unbedingt islam ?

Sie sprechen mir aus der Seele!!!!

Leider aber fehlt vielen Zeitgenossen die Lust/ Zeit, sich ernsthaft mit dieser Religion auseinanderzusetzen....

Der Religion an sich mache ich aber nicht den Vorwurf, sondern den religiösen Führern. Nachdem der Islam eine ausgesprochene "Recht-Religion" ist (siehe Scharia), ist sie anfällig für Mißbrauch.

roman
16.11.2007 10:18
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genau richtig

der phuter hat es aber ganz genau auf den punkt gebracht, würde mir wünsche so ein denken auch auf die politker zu übertragen.

herberti, du mußt wirklich verdammt viel zeit haben um so einen schwachsinn wiederzugeben.

Ophicus
16.11.2007 10:59
0 0

Re: genau richtig

Ob ein Moslem die Ungläubigen beschimpft und bekehren will oder der phuter die Gläubigen...der Unterschied ist nicht so groß. Beides beruht auf dem Absolutheitsanspruch der eigenen Idee und der diffamierung aller anderen.

Säkularisierung und Glaube stehen sich nicht im Weg.

Gast: HOLZAUGESEIWACHSAM
16.11.2007 09:42
0 0

INWIEWEIT KANN MAN EINEM GLÄUBIGEN MOSLEM ÜBER DEN WEG TRAUEN ???

AUSZUG EINER REDE VON - SERAP CILELI -

Beruht der christlich- islamische Dialog auf der Täuschung der Christen?

"Ich sehe rot, wenn ich Zeuge werde, wie der Imam von Izmir die heutige Realität schon vor Jahren richtig erkannt hat. Er wandte sich an die christlichen Teilnehmer eines Dialogtreffens und mahnte die Westeuropäer":

"Dank eurer demokratischen Gesetze werden wir euch überwältigen,
dank eurer religiösen Gesetze werden wir euch beherrschen“!!!!!!!!!
(gesamte rede unter:)
http://serap-cileli.de/Bul-le-merite.htm

KLARE WORTE DIE ZUM NACHDENKEN ANREGEN SOLLTEN .....

Lepanto
16.11.2007 09:33
0 0

Hihi!

Offensichtlich haben Strache und Co nicht mit allem unrecht, was sie sagen. Warum sonst müßte der Khorchide aufpassen was er sagt. Macht doch aus Euren Herzen keine Mördergrube!

Gast: -
16.11.2007 07:45
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erfreuend

sehr angenehmes kommentar.
würde mich freuen, wenn er bzw diese weltanschauung in seinem umfeld unterstützung finden.

Marsoc
16.11.2007 08:44
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Re: erfreuend

Klingt wirklich gut; jetzt müssen diese Bestrebungen "nur" noch umgesetzt werden.

Gast: Montagmorgen
16.11.2007 07:28
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Er hat absolut recht!

Überhaupt die Probleme der einzelnen muslimischen Gruppierungen sollte man (auch als Außenstehender) NIE übersehen. Natürlich spielt da der Proporz eine Rolle, denn jede "Konfession" strebt nach absoluter Macht im gesamten islamischen Raum!!!

Meines Wissens nach ist noch kein einziges Mal ein Konflikt zwischen den einzelnen Gruppierungen (zB Schiiten, Sunniten) gewaltfrei oder dauerhaft gelöst worden!

Man mag viel (zurecht) über die Christen herziehen, aber die haben das offenbar gelöst. Vielleicht springen die Moslems über ihren Schatten und schauen sich da etwas ab.... zu hoffen wäre es...

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wenn er's meint

Wenn er das wirklich meint, was hier geschrieben steht, dann sind mir solche islam. Wissenschafter willkommen, weil sie genau das hervorbringen was wünschenswert ist:
Religion im Privatleben, von mir aus auch noch Schule, als pers. Bereicherung - ja und unbedingt. Religion als staatsbildende Ideologie und Unterdrückung - nein danke, und ganz egal welche.

phuter
15.11.2007 23:18
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Das Ziel ist Säkularisierung...

Was macht die Leute gläubig?

- Mangel an Bildung
- Armut
- Soziale Isolation (selbstgewählt wie fremdbestimmte)

Was gibt es also zu tun?
- Weg mit den Ursachen, anstatt sich vor fiktiven Terroristen zu fürchten.

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