„SP-Kulturpolitik hat nicht versagt“

Kulturstadtrat Mailath-Pokorny über SP-interne Kritik und die Rolle der Bildungministerin beim Augarten.

Die Presse: Stimmen in der Wiener SPÖ werfen Bildungsministerin Claudia Schmied und ihnen vor, sie hätten sich in der Causa Augarten nicht genug engagiert.

Andreas Mailath-Pokorny: Das kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe frühzeitig eine anteilige Finanzierung für das geplante Filmkulturzentrum im Augarten in Aussicht gestellt, und wir haben uns gemeinsam um Gespräche mit dem zuständigen Wirtschaftsminister bemüht. Anscheinend war die Entscheidung bereits im Frühjahr gefallen, obwohl wir vor dem Sommer ein Gespräch hatten. Das Wirtschaftsressort hat erklärt: Wir werden sehen, ob wir beide Projekte realisieren können. Seither haben wir nichts gehört. Bis wir aus der Zeitung erfuhren, dass der Vertrag unterschrieben ist. Die Verantwortlichkeit liegt im Wirtschaftsministerium.


Die SPÖ hat doch einen gewissen Einfluss in der Bundesregierung. Engagiert sich die Bundes-SP zu wenig für die Wiener SPÖ?

Mailath-Pokorny: Im Gegenteil. Ich bin froh, dass die Ministerin in vielen Bereichen für die Wiener Kultur etwas getan hat. Zum Beispiel beim Volkstheater.


Wieso wird in der SP gejammert, dass man lieber das Kino hätte? Bürgermeister Häupl hat sich für die Sängerknaben ausgesprochen.

Mailath-Pokorny: Es wird die Vorgangsweise des Wirtschaftsministers kritisiert. Das ist kein Versagen der SP-Kulturpolitik.

Im Wirtschaftsministerium hört man: Häupl wollte die Sängerknaben, Häupl bekam sie.

Mailath-Pokorny: Damals (als Häupl für den Sängerknaben-Kozerthaus eintrat, Anm.) war vom Filmkulturzentrum noch keine Rede. Das muss man im Zeitablauf sehen.

Das Filmzentrum nimmt den Standort auf der Platte nicht an. Ist es gestorben?

Mailath-Pokorny: Wir haben Unterstützung bei der Suche nach einem Alternativstandort zugesagt, dabei bleibt es, wenn gewünscht.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.12.2007)

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