Wien(som). Nach der Kritik an den ÖBB wegen überfüllter Personenzüge gesteht man nun auch intern Versäumnisse ein. Die Flotte der Bahn sei „immobil“ und zu alt, sagte Personenverkehrschef Stefan Wehinger am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. Momentan könne man „den hohen Ansprüchen des Marktes nicht entsprechen“.
Dass die ÖBB tatsächlich Schwierigkeiten mit den alltäglichen Ansprüchen ihrer Fahrgäste hat, zeigte wenige Stunden später abermals ein Fall. Fahrgäste am Wiener Ostbahnhof, die mit dem Zug um 13.33 Uhr nach Prag fahren wollten, wurden am Bahnsteig von ÖBB-Bediensteten auf einen zwei Stunden späteren Zug verwiesen.
Passagiere müssen warten
Der Grund: Eine Firma hatte den Großteil des Zuges reserviert, „normale“ Passagiere wurden nicht mitgenommen. „Bei kurzfristigen Ticketkäufen können wir keine Sitzplätze garantieren“, äußerte sich ÖBB-Sprecher Herbert Ofner zu dem Fall. Passagiere mit Reservierung hätten mitfahren dürfen. Aus technischen Gründen habe man an den Zug keine zusätzlichen Waggons anhängen können. Für die Weihnachtsfeiertage haben die ÖBB nun eine Aufstockung der Züge angekündigt. Auf den Hauptverkehrsrouten verspricht die Bahn um 40.000 Sitzplätze mehr für die Zeit vom 21.Dezember bis 6. Jänner. Das sind 2500 Plätze mehr pro Tag. Bis 24. Dezember sollen 69 zusätzliche Züge eingeschoben werden, 75 werden mit mehr Waggons geführt. Die Sitzplatz-Reservierungen für das Weihnachtswochenende sind um 25 Prozent gestiegen. Nachdem ein Schaffner an der österreichisch-ungarischen Grenze vergangene Woche 300 stehende Passagiere – mit Tickets, ohne Reservierung – auf dem Bahnsteig absetzte, fürchten viele nun um ihren Sitzplatz.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.12.2007)

Yigg
Webnews
Mr. Wong
Delicious
Facebook
Scoop
Google
Reuters Die Fotos eines Jahrzehnts
Oktober 09 Der Monat in Bildern
Wien 40 Jahre U-Bahn-Bau











