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Fundraising: Zahlschein schlägt das SMS

26.12.2007 | 17:51 |  JUTTA SOMMERBAUER (Die Presse)

Spenden per Internet und Handy sind ein neuer Markt – in Zukunft.

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wien.Weihnachtszeit ist Spendenzeit. 410 Millionen Euro spendeten die Österreicher vergangenes Jahr – und besonders zu Weihnachten geht die Spendenkurve steil nach oben. Doch der Markt der Unterstützer ist nicht endlos. Deshalb müssen sich die so genannten Fundraiser, die Geldbeschaffer der Nichtregierungsorganisationen (NGO), immer neue Maßnahmen für die Spenden-Jagd einfallen lassen.

Zum Beispiel „Email Charity“: ein Spendenbanner, das Internet-Benützer per Email verschicken können – mit Werbung von Licht ins Dunkel, Caritas, Rote Nasen oder Licht für die Welt. Die Idee: Der Email-Absender stellt sich gewissermaßen persönlich hinter die wohltätige Organisation. Das soll gut sein fürs Image – und sich später in Spendengeldern niederschlagen.


Eine Ziege online bestellen

Fundraising über Neue Medien ist populär: Spendenannahme über SMS, MMS oder via interaktiven Webseiten wird mittlerweile von vielen NGOs angeboten. Zum Beispiel: www.schnellehilfewirkt.at – eine unaufdringliche Homepage mit Podcasts und Kurzporträts von „Ärzten ohne Grenzen“ von Burma bis Somalia.

Viele Menschen wollen möglichst praktisch helfen – diesem Wunsch scheint man bei der Caritas nachzukommen: Im Caritas-Online-Shop kann man unter dem Motto „Schenken mit Sinn“ eine Ziege für Burundi oder Ziegel für ein ukrainisches Waisenhaus kaufen – zu einem Fixpreis von 20 bis 30 Euro. Klein gedruckter Zusatz: Garantie, dass mit dem Geld wirklich nur Ziegen und Ziegel gekauft werden, gibt es keine. Sinnvolle Dinge werden es zumindest sein, versichert man.

Der steigende Einfluss des Internets bei der Kommunikation und Information der Spender wird von den NGOs bestätigt. „Das Internet wird von den Menschen immer mehr als Tool wahrgenommen“, sagt Gerhard Pock, stellvertretender Geschäftsführer des WWF. Andreas Plöckinger, Fundraising-Leiter von Ärzte ohne Grenzen, erklärt, dass Spenden über Webseiten im Allgemeinen „höher und längerfristiger“ sind als Zahlschein-Erträge. Wichtig ist dieser Spendermarkt für die Zukunft: Viele Internetbenutzer gehören schließlich zur künftigen Spendergeneration.

Die neuen Fundraising-Strategien haben allerdings einen Schönheitsfehler: Noch gelangt wenig Geld über Internet und Co. auf die NGO-Konten. Internet-Spenden machen bei Ärzte ohne Grenzen und dem WWF nur ein bis zwei Prozent der Gesamtspenden aus. Der traditionelle Zahlschein führt nach wie vor die Hitliste an. 3,7 Mio. Euro an Spendengeldern erhielt der WWF 2006 – 60 Prozent gelangten über Zahlschein an die Organisation, an zweiter Stelle kam die Spende per Bankeinzug. „Die Spender setzen auf die klassische Linie“, sagt auch Plöckinger.


Weg vom „Spendenkeilen“

Direkter und persönlicher Kontakt mit Spendern gilt als der Schlüssel zum Erfolg. Erst wenn man den „Spender als Partner und Freund“ gewinne, erklärt Dieter Hernegger von der Interessensvertretung Österreichischer Gemeinnütziger Vereine (IÖGV), lasse sich kontinuierlicher Geldfluss sicherstellen. Mitte der Neunziger kam das so genannte „Straßenmarketing“ auf: „Dialoger“ – im Volksmund Spendenkeiler genannt –, die auf Einkaufsstraßen Daueraufträge einheimsen. Mittlerweile aber, glaubt IÖGV-Geschäftsführer Hernegger, hat diese Form des Fundraisings ihren „Höhepunkt überschritten“. Außerdem: „Bei vielen kommt es nicht so gut an.“

Bei Ärzte ohne Grenzen verlässt man sich auf das gute alte Telefon, um bestehende Spender für neue Projekte zu begeistern. Fundraiser Plöckinger: „Nur zehn Prozent lehnen einen Anruf ab. Das wird vermerkt und man ruft nicht mehr an.“ Schließlich wolle man mit den Spendern kommunizieren, wie diese das gerne hätten.

Vor allem um Weihnachten.

AUF EINEN BLICK

Immer mehr Menschen, vor allem die Jüngeren, spenden per Internet oder Handy.

Allerdings ist dieser Spendenanteil noch immer gering im Vergleich zur beliebtesten Art des Einzahlens – per Zahlschein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.12.2007)

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Spenden lieber vor Ort

Schon seit 25 Jahren ist mein Zahnarzt mit den"Ärzten ohne Grenzen"in Kenia,meist für 10 Tage im Jahr.Er sammelt hier Geldspenden um dort kleinere Ambulanzen aufzubauen,dokumentiert dies auch ausführlich in Bildern.Da spendet man doch eher,weil das Geld direkt vor Ort hilft,wo es notwendig ist und kein Cent in irgendwelche Verwaltungen fliest. In vielen Geschäften und Kneipen in unserer Region stehen Sammeldosen des Vereins "Arm,Alt,Allein".Dieser kleine Verein sammelt Geld um finanzschwache ältere Mitbürger zu unterstützen,ebenfalls ohne großen Verwaltungsaufwand.Hier kann man sich auch schon mal selbst einbringen,sei es durch tapezieren oder streichen einer Wohnung,kleinere Reparaturen,einkaufen gehen oder ähnliche Dinge.Beide Beispiele erscheinen mir persönlich sinnvoller,als irgendwelchen "Gemeinnützigen Vereinen" mein Geld in den Rachen zu schmeissen.

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