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Wien: Adoptionsverein stoppt Auslands-Aktivitäten

10.01.2008 | 11:49 |  (DiePresse.com)

Nach der Vermittlung zweier Kinder aus Äthiopien nach Österreich waren schwere Vorwürfe aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verdachts auf Kinderhandel.

Der Verein "family for you" hatte seit dem Jahr 2000 mit Bewilligung der Stadt Wien Adoptionen organisiert. Seit einem Jahr werden gegen die Gesellschaft schwere Vorwürfe erhoben: Zahlreiche Falschangaben und dubiose Geldflüsse im Zusammenhang mit einer Adoption in Äthiopien. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft, als Konsequenz hat der Verein alle Auslandsaktivitäten eingestellt.

Falscher Name, gefälschte Papiere

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf einen gescheiterten Adoptionsfall aus Niederösterreich: Ein Repräsentant des Vereins soll ein äthiopisches Mädchen mit gefälschten Dokumenten und unter falschem Namen dorthin verschleppt haben. Das berichtet die Wochenzeitung "Falter".

Die leibliche Mutter, eine Wäscherin aus den Slums, habe ihr Kind unter der Bedingung freigegeben, mit ihm Kontakt halten zu können. Als die Frau ihre Tochter wiederhaben wollte, seien Gelder von "family for you" an die Frau geflossen.

Verdacht auf Kinderhandel

Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Verdachts auf Kinderhandel und verbotener Adoptionsvermittlung. Nach Erscheinen des "Falter"-Berichts am Mittwoch hatte "family for you" alle Vorwürfe zurückgewiesen, beendete aber sämtliche Unternehmungen im Bereich der internationalen Adoptionen. Aufgrund der medialen Berichterstattung und den Ermittlungen sei eine normale Weiterführung der Vereinsaktivitäten unmöglich, meldete der Verein auf seiner Homepage. Der Stopp soll bis zur Klärung der Vorwürfe und dem Abschluss des Verfahrens aufrecht bleiben.

(APA/Red.)


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