Wien (APA/red).In der Diskussion um mögliche Nebenwirkungen der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs hat sich der Erfinder jener Technik, die die Basis des HPV-Impfstoffs ist, zu Wort gemeldet. Immundermatologe Reinhard Kirnbauer (AKH) verwies auf die bislang gute Verträglichkeit der Impfung: „Bei sieben Mio. Frauen, die bisher gegen HPV geimpft wurden, hat man keine schweren Nebenwirkungen beobachtet.“ Man müsse alle Verdachtsfälle überprüfen, könne aber nicht von einem Zusammenhang mit der Impfung ausgehen. „Es ist traurig, aber auch junge Mädchen, die nicht geimpft worden sind, können sterben.“
Vorwürfe der Gerichtsmedizin
Der Tod einer 19-Jährigen drei Wochen nach einer HPV-Impfung ist indes weiter ungeklärt; eine histologische Untersuchung brachte kein Ergebnis. Weshalb dauerte die Erstellung des Befundes drei Monate? Hans Goldberg, Leiter der mit 2008 geschlossenen Gerichtsmedizin, gibt dem Wiener Spital Schuld, das die sanitätsbehördliche Obduktion durchgeführt hat. Mangels „institutioneller Erfahrung“ seien die Gewebeproben mangelhaft gewesen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2008)

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