Ein neuer Kontrolltrupp der Wiener MA 48 soll unverbesserlichen Stadtverschmutzern das Leben künftig schwerer machen: 30 "Waste Watcher", die ab 1. Februar in der Bundeshauptstadt unterwegs sein werden, sollen besonders bei Sperrmüll, Einkaufswagerl und Hundekot für mehr Disziplin in der Bevölkerung sorgen. Damit das gelingt, kann die Einheit bei schweren Sauberkeitsverstößen auch Anzeigen mit Folgekosten von bis zu 2.000 Euro erstatten.
30 Vollzeit-Mitarbeiter
Insgesamt 30 Vollzeit-Mitarbeiter, die in speziellen
Schulungen im Rechtsbereich und Konfliktmanagement auf ihre Tätigkeit vorbereitet wurden, werden in Zweier-Teams zwischen 6.00 Uhr und 21.30 Uhr in der Stadt unterwegs sein. "Es wird aber auch nächtliche Sondereinsätze geben, da sich diese Tageszeit eher anbietet, sein Wohnzimmer unbemerkt auf die Straße zu stellen", sagte Umweltstadträtin Ulli Sima im Hinblick auf die Sperrmüllproblematik. Diese belaste zudem den Steuerzahler, da sich die Entsorgungskosten allein dafür auf jährlich über 7 Mio. Euro belaufen würden, hieß es.
Bis zu 2.000 Euro Strafe bei schweren Delikten
Verstöße können die "Waste Watcher" mit Abmahnungen oder sogenannten Organstrafverfügungen in der Höhe von 36 Euro sanktionieren. Liegt ein schweres Delikt vor, muss der Betroffene mit einer Anzeige rechnen, die eine Verwaltungsstrafe von bis zu 2.000 Euro zur Folge haben kann. Die Strafgelder seien zweckgewidmet und würden ausschließlich für die Reinigung von Straßen und Parks verwendet werden, so Sima.
Tätig sein wird die Truppe in eigenen, blau-grauen Uniformen, aber auch Einsätze in Zivilkleidung sind möglich. Ein Ausbau der Aktion ist geplant: Bis Ende 2009 sollen 150 "Waste Watcher" kontrollbefugt sein.
Von "Sau-Stadt" zu "Saubere Stadt"
Begleitend zum Start der neuen Kontrolleinheit hat die MA 48 eine neue Anti-Abfall-Kampagne ins Leben gerufen, die laut Sima an die Eigenverantwortung der Bevölkerung appellieren soll. Ab Mitte Jänner wurden Plakate mit dem Schriftzug "Sau-Stadt" affichiert, wobei einige Buchstaben von Sperrmüll, Einkaufswagerl und Hundekot verdeckt blieben. In der gerade laufenden zweiten Kampagnen-Phase verwandelt sich die Botschaft in "Saubere Stadt", Hinweise auf drohende Strafen bei Sauberkeitsvergehen werden in der dritten und letzten Phase folgen.
(APA)
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