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Warten, bis der Bär kommt: Panda-Fieber in Wien

31.01.2008 | 13:13 |  Mirjam Marits (Die Presse)

Erster Auftritt des Panda-Babys im Tiergarten Schönbrunn: Viel Medienwirbel um "Fu Long", viele sture Besucher.

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Das, was sich am Mittwoch im Schönbrunner Zoo abspielte - man könnte es Public Panda-Viewing nennen - war ein gutes Beispiel. Für so einiges.s
Für den (Medien-)Hype zum Beispiel. Am ersten Tag, an dem Panda-Nachwuchs "Fu Long" (zumindest theoretisch) zu sehen war, taten Journalisten, Fotografen und Kameraleute wie auch die "normalen" Besucher (vorwiegend Senioren) genau das, was so ein Hype von ihnen erwartet: Sie kamen. Und warteten.

Wissend, dass das lange dauern konnte. Schläft doch "Fu Long" die meiste Zeit in seiner Wurfbox, die man als Besucher im Panda-Haus nur aus der Ferne sehen kann. Dorthin richteten sich von neun Uhr früh an die Blicke und Kameras. An die 50, später 80 Menschen, starren also kollektiv auf ein Loch in der Wurfbox. Bewegt sich was?

Meistens Fehlanzeige. Nur einmal taucht "Fu Longs" Kopf kurz auf. Um dann gleich wieder zu verschwinden. "Er schläft weiter", so die messerscharfe Schlussfolgerung eines jener ergrauten Panda-Groupies, die die erste Reihe vor der Glasscheibe blockieren. Stundenlang. Weggehen geht nicht, weil "was, wenn er genau dann kommt?", fragt eine Frau, und lässt es bleiben. Weil "Fu Long" sich ziert, werden seine Eltern fotografiert. Und als Tiergarten-Chefin Dagmar Schratter vorbeischaut, auch die.

Irgendwann fällt einem der Fotografen auf: Das hier erinnert an den Papst-Besuch im September: Viele Menschen (nur hier nicht betend) mit Kameras, die lange warten, auf einen ziemlich kurzen Moment. "Aber wenigstens", sagt der Fotograf, "ist es hier nicht kalt und nass".

Ein bisschen peinlich ist es einigen scheinbar, gleich am ersten Tag voll auf den Panda-Hype einzusteigen. Mehrmals versichern sie (ungefragt), dass sie a.) eine Jahreskarte haben und mittwochs sowieso immer oder b.) rein zufällig hier sind. Aber sicher.

Draußen wird die Schlange länger. Auch Kindergartengruppen warten. Und hier zeigt sich, dass der Mittwoch auch ein gutes Beispiel für den zivilen Ungehorsam war, wenn es um die gute Sicht geht: Für andere Platz machen? Kommt nicht in Frage. Der Plan des Zoos, nur 30 Menschen gleichzeitig ins Pandahaus zu lassen, funktioniert gar nicht. Die (zeitweise verzweifelten) Aufforderungen der Security-Mitarbeiter ("Seien Sie vernünftig", "Lassen Sie die Kinder vor") werden elegant ignoriert. "Man sieht ja eh nichts", rechtfertigt sich ein Mann.

Nach und nach lässt das Security-Personal mehr Besucher hinein. Kurz vor 13 Uhr, steht "Fu Long" dann endlich - kurz - auf. Die Scheinwerfer der Kameras gehen an. Einige Besucher, die in der Früh hier waren, haben zu diesem Zeitpunkt aufgegeben und sehen "Fu Long" nicht mehr. Aber egal. Sie haben ja eine Jahreskarte.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.01.2008)

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3 Kommentare
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Panda¿s sind sehr

lieb und fressen keine Menschen oder Robben-Babie¿s, wie Killer-Eisbären.

Noah von der Arche am Berg der Freude

Bin-Da
31.01.2008 15:49
0 0

Re: Panda¿s sind sehr

Verehrter Herr Noah,
gerade SIE kritisieren doch hoffentlich nicht die
Eisbären?!!

Bin-Verwundert!

da wuzzi
01.02.2008 12:04
0 0

Ähem ...

Der, der da vom Erdhauferl kräht, kritisiert keine Eisbären - er hasst sie, genauso wie er alles verabscheut, was in einem kühleren Habitat lebt und sich dort gar wohl fühlt ... er wurde wohl als Kind zu oft & zu heiß gebadet ...

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