Wien: Führerloser Bus rollt mit Fahrgästen in parkende Autos

04.02.2008 | 16:27 |   (DiePresse.com)

Der Lenker war ausgestiegen, um eine klemmende Türe zu reparieren. Der Bus beschädigte etwa 15 parkende Autos. Es gab sechs Verletzte. Die Johnstraße war vorrübergehend gesperrt.

Ein Bus der Wiener Linien ist am Montagmorgen führerlos mit zehn Fahrgästen eine Straße hinabgerollt. Das Fahrzeug kam von der Fahrbahn ab und beschädigte mehrere Autos. Zwei Fahrgäste und vier Passanten wurden leicht verletzt.

Der Unfall ereignete sich gegen 7.40 Uhr in der Johnstraße im 15. Bezirk Wiens. Als sich die hintere Fahrzeugtüre des "10A" nicht mehr schließen ließ, stieg der Busfahrer bei der Haltestelle "Märzstraße" aus. Plötzlich setzte sich das Fahrzeug in Bewegung. Laut den Wiener Linien "schredderte" der Bus entlang mehrerer parkender Autos.

Zwei Fahrgäste lenkten Bus an Straßenrand 

Ein 19-jähriger Zivildiener des Samariterbundes und eine Frau, die am Vortag einen Erste Hilfe-Kurs beim Verbund begonnen hatte, versuchten das Fahrzeug so zu lenken, dass es auf der rechten Straßenseite blieb. So habe der Bus nie seine volle Fahrt aufnehmen können, so der Sprecher der Wiener Linien.

"Es war ein Reflex. Ich habe mir nur gedacht, da wird jetzt gleich was passieren und habe gemeinsam mit einer anderen Passagierin den Bus nach rechts gelenkt, um ihn zum Stehen zu bringen und das Schlimmste zu verhindern", berichtete der 19-jährige Daniel Macher, der zuvor noch nie einen Bus gelenkt hatte. Die Insassen schafften es schließlich, den Bus in eine Querstraße gegen die Mauer eines Vorgartens zu lenken und so zu stoppen.

Das führerlose Gefährt beschädigte 15 parkende Pkw und ein Motorrad und zerstörte mehrere Einfriedungen, teilte die Wiener Städtische als Haftpflichtversicherer des Fahrzeugs mit. Nach vorläufigen Schätzungen werde sich die Sachschadenssumme auf 100.000 bis 150.000 Euro belaufen, so ein Sprecher. Schadensmeldungen könnten auch telefonisch bzw. über das Internet durchgeführt werden.

Handbremse vergessen? 

Eine "Verkettung von vielen Dingen" und "menschliche Fehlleistung" seien Schuld an dem Unfall, meint ein Sprecher der Wiener Linien. Vermutlich dürfte der Busfahrer vergessen haben, die Handbremse anzuziehen. Er sei nach dem Unfall "fertig" gewesen, so ein Sprecher. Die Johnstraße war vorrübergehend komplett gesperrt.

(APA/Red.)


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2 Kommentare
 
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Von Gast: bum schakalaka am 04.02.2008 um 18:35

was solls....

Hat halt Pech gehabt, der Gute. Ihm wird das wohl nicht wieder passieren.

Von Gast: NoWay am 04.02.2008 um 18:02

Ein Hoch auf soviel Zivilcourage

es hätte viel schlimmer (mit Toten) enden können. Natürlich fallen einem nachher am Sofa oder am Schreibtisch jede Menge bessere Lösungen ein, aber in der (überraschenden, völlig ungewohnten und daher total neuen) Situation handelt man überwiegend instiktiv. Die einen (Großteil) tun was sie immer tun wenn es brenzlig wird: Nichts. Die anderen (Wenige) versuchen zumindest ihr Bestes im Krisenmanagement. Mögen wir alle in solchen Situationen die Geistesgegenwart und den Mut haben zu handeln und halbwegs richtig entscheiden. Nochmals: Ein Hoch auf die Retter. Was den Fahrer anlangt: Kann es mir nur so erklären, dass er abgelenkt war, wodurch auch immer. Angesichts der Millionen Kilometer die die Öffis in Wien fahren eh super, dass nicht mehr passiert. Nachdem ich diese nahezu täglich benutze bin ich sehr froh darüber und möchte an dieser Stelle als Fahrgast allen Danken die sich rund um die Uhr um das Service für mich und meine Sicherheit bemühen.

 
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