08.11.2009 07:23 | Meine Presse Merkliste0

Wien: Führerloser Bus rollt mit Fahrgästen in parkende Autos

04.02.2008 | 16:27 |   (DiePresse.com)

Der Lenker war ausgestiegen, um eine klemmende Türe zu reparieren. Der Bus beschädigte etwa 15 parkende Autos. Es gab sechs Verletzte. Die Johnstraße war vorrübergehend gesperrt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Ein Bus der Wiener Linien ist am Montagmorgen führerlos mit zehn Fahrgästen eine Straße hinabgerollt. Das Fahrzeug kam von der Fahrbahn ab und beschädigte mehrere Autos. Zwei Fahrgäste und vier Passanten wurden leicht verletzt.

Der Unfall ereignete sich gegen 7.40 Uhr in der Johnstraße im 15. Bezirk Wiens. Als sich die hintere Fahrzeugtüre des "10A" nicht mehr schließen ließ, stieg der Busfahrer bei der Haltestelle "Märzstraße" aus. Plötzlich setzte sich das Fahrzeug in Bewegung. Laut den Wiener Linien "schredderte" der Bus entlang mehrerer parkender Autos.

Zwei Fahrgäste lenkten Bus an Straßenrand 

Ein 19-jähriger Zivildiener des Samariterbundes und eine Frau, die am Vortag einen Erste Hilfe-Kurs beim Verbund begonnen hatte, versuchten das Fahrzeug so zu lenken, dass es auf der rechten Straßenseite blieb. So habe der Bus nie seine volle Fahrt aufnehmen können, so der Sprecher der Wiener Linien.

"Es war ein Reflex. Ich habe mir nur gedacht, da wird jetzt gleich was passieren und habe gemeinsam mit einer anderen Passagierin den Bus nach rechts gelenkt, um ihn zum Stehen zu bringen und das Schlimmste zu verhindern", berichtete der 19-jährige Daniel Macher, der zuvor noch nie einen Bus gelenkt hatte. Die Insassen schafften es schließlich, den Bus in eine Querstraße gegen die Mauer eines Vorgartens zu lenken und so zu stoppen.

Das führerlose Gefährt beschädigte 15 parkende Pkw und ein Motorrad und zerstörte mehrere Einfriedungen, teilte die Wiener Städtische als Haftpflichtversicherer des Fahrzeugs mit. Nach vorläufigen Schätzungen werde sich die Sachschadenssumme auf 100.000 bis 150.000 Euro belaufen, so ein Sprecher. Schadensmeldungen könnten auch telefonisch bzw. über das Internet durchgeführt werden.

Handbremse vergessen? 

Eine "Verkettung von vielen Dingen" und "menschliche Fehlleistung" seien Schuld an dem Unfall, meint ein Sprecher der Wiener Linien. Vermutlich dürfte der Busfahrer vergessen haben, die Handbremse anzuziehen. Er sei nach dem Unfall "fertig" gewesen, so ein Sprecher. Die Johnstraße war vorrübergehend komplett gesperrt.

(APA/Red.)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

2 Kommentare
Gast: bum schakalaka
04.02.2008 18:35
0 0

was solls....

Hat halt Pech gehabt, der Gute. Ihm wird das wohl nicht wieder passieren.

Gast: NoWay
04.02.2008 18:02
0 0

Ein Hoch auf soviel Zivilcourage

es hätte viel schlimmer (mit Toten) enden können. Natürlich fallen einem nachher am Sofa oder am Schreibtisch jede Menge bessere Lösungen ein, aber in der (überraschenden, völlig ungewohnten und daher total neuen) Situation handelt man überwiegend instiktiv. Die einen (Großteil) tun was sie immer tun wenn es brenzlig wird: Nichts. Die anderen (Wenige) versuchen zumindest ihr Bestes im Krisenmanagement. Mögen wir alle in solchen Situationen die Geistesgegenwart und den Mut haben zu handeln und halbwegs richtig entscheiden. Nochmals: Ein Hoch auf die Retter. Was den Fahrer anlangt: Kann es mir nur so erklären, dass er abgelenkt war, wodurch auch immer. Angesichts der Millionen Kilometer die die Öffis in Wien fahren eh super, dass nicht mehr passiert. Nachdem ich diese nahezu täglich benutze bin ich sehr froh darüber und möchte an dieser Stelle als Fahrgast allen Danken die sich rund um die Uhr um das Service für mich und meine Sicherheit bemühen.

Schlagzeilen Panorama

  • Fall Kampusch: Ermittlungen gegen Freund des Entführers
    Die Rolle von Ernst H. wird nochmals durchleuchet. Er war ein Freund des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil. Es bestehe der Verdacht, dass H. an der Entführung "unter Umständen beteiligt war", sagt der zuständige Oberstaatsanwalt.
    Frühgeburt bei Wiener Schweinegrippe-Patientin
    Jene schwangere Patientin, die seit mehr als einer Woche auf der Intensivstation des Wiener Hanusch-Spitals liegt, hat am Freitag ihr Kind bekommen. Das Kind wird auf der Neonatologie betreut.
    Wie das Handy die Welt verändert
    Die Entwicklungsländer erleben eine wahre Telekommunkationsrevolution: Menschen, die nie zuvor Zugang zu einem Telefon hatten, können nun sogar per Handy Bankgeschäfte erledigen und Rechnungen bezahlen.
  • Kalaschnikow: Das Instrument des einfachen Tötens
    Michail Timofejewitsch Kalaschnikow, Erfinder des berühmten Sturmgewehrs AK-47, feiert kommenden Dienstag seinen 90.Geburtstag. Der greise Konstrukteur sieht sich selbst als Mann des Friedens und der Freundschaft.
    Melange modern: Was Wiener Kaffeehäuser brauchen
    Einst Avantgarde, jetzt Museum? Was Wiener Kaffeehäuser brauchen, um zu überleben. Unter anderem mehr Steckdosen und weniger Respekt vor George Clooney – und vor der Presse. Architekt Gregor Eichinger im Interview.
    Wien: Der Nazibunker im Gallitzinberg
    Am Westrand von Wien schufen sich die Nazis vor 65 Jahren ein Bunkersystem, das bis heute Anrainer wie Historiker gleichermaßen fasziniert. Eine Ausstellung in Ottakring zeigt nun Tatsachen und Legenden.
  • Tirol: Tausende Patienten-Daten weitergegeben
    Die Innsbrucker Uniklinik soll über Jahre 40.000 Datensätze an ein privates Biotechnik-Unternehmen weitergegeben, berichtet "profil". Zuerst habe es keine, dann nur eine schwammige Zustimmungserklärung gegeben.
    Erneut Amoklauf in den USA: Geldnot als Motiv
    Einen Tag nach dem Amoklauf in Texas mit 13 Toten hat in Florida ein hoch verschuldeter Mann hat an seinem Ex-Arbeitsplatz einen Menschen erschossen und fünf verletzt. Drei Stunden später wurde er verhaftet.
    Gedenkfeier: Abschied von der alten Heimat
    Jedes Jahr zu Allerseelen treffen sich die Menschen, die unter den Nazis dem Truppenübungsplatz Allentsteigweichen mussten, zu einer Gedenkfeier. Ein Besuch in Döllersheim.
  • Wie ein Provinzscheich Deutschland das Fürchten lehrte
    Der Aufruf eines Scheichs, den Mord an einer Ägypterin zu rächen, hat Deutschland in Alarmbereitschaft versetzt. Nun hat sich der Imam als islamistischer Wichtigtuer entpuppt.
    11. November: Die (letzte) Stunde der Gänse
    Auf Herta Schneiders Bauernhof dürfen ihre südburgenländischen Weidegänse ein angenehmes Leben verbringen – ehe sie rund um den 11. November als Martinigans enden.
    Tirol: Kinderschänder in Einkaufszentrum gestellt
    Ein 27-jähriger wurde auf frischer Tat ertappt, als er versuchte, einen Siebenjährigen zu verführen. Er dürfte über zwei Jahre sein Unwesen in mehreren Einkaufszentren getrieben haben.