Die Mitglieder der muslimischen Gemeinde in Graz sind beunruhigt: Im islamischen Teil des Zentralfriedhofs wurden Gräber zerstört und ein moslemfeindlicher Brief ruft zu weiterer Gewalt auf. Der Grazer Menschenrechtsbeirat sieht Zusammenhänge mit dem Gemeinderatswahlkampf der Rechtsparteien.
Die Polizei findet das übertrieben: Zumindest die Beschädigung von 15 Grabsteinen und -kreuzen ließen kein politisches Motiv erkennen. Es gebe keine Schmierereien oder Parolen, drei Grabsteine seien umgeworfen und zwölf Holzkreuze herausgezogen worden, mein Maximilian Ulrich, Sprecher der Sicherheitsdirektion Steiermark.
Brief für "moslemfreies Graz"
In etwa zeitgleich tauchte ein anonymes Schreiben auf, in dem eine "Aktions-Gruppe für ein moslemfreies Graz" in schlechtem Deutsch zu Gewalt aufruft. Wie es aus Kreisen des Verfassungsschutzes heißt, könne das Schreiben eindeutig dem rechtsextremen Lager zugeordnet werden. Im Briefkopf ist zudem eine Odalrune zu sehen, die bei den Nationalsozialisten für Besitz und Eigentum stand und heute von einschlägigen Gruppierungen verwendet wird. Die Staatsanwaltschaft wurde verständigt.
Der Menschenrechtsbeirat der Stadt verurteilte die Verwüstung auf dem Friedhof "auf das Schärfste". Durch ihren islamfeindlichen Gemeinderatswahlkampf hätten FPÖ und BZÖ diese Vandalenakte provoziert, meinte Vorsitzender Wolfgang Benedek. "Die bewusste Verbreitung von Vorurteilen gegen den Islam fördert ein Klima der Islamophobie", meint Benedek. BZÖ-Generalsekretär Gerald Grosz konterte umgehend: "Eine unfassbare Entgleisung".
(APA)
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