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Rotlichtmilieu: Künstlervisa für Prostituierte?

13.02.2008 | 19:00 |   (Die Presse)

Im Innenministerium soll es eine Liste mit "Künstleragenturen" geben, die bevorzugt behandelt werden. Eigentlich sollten Künstlern die Einreise zu Konzerten erleichtert werden.

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WIEN(eko). „Es ist leichter, in Österreich eine Aufenthaltsbewilligung in der Rotlichtszene zu bekommen, als wenn man sich in einer Gemeinde integriert hat“, sagt Helmut Edlmayr. Der Ex-SP-Landtagsabgeordnete und Aufdecker der Visa-Affäre, der mit seinem Vergleich auf den Fall Arigona Zogaj anspielt, hat einen Runderlass zugespielt bekommen, nach dem „Künstleragenturen“ seit Jahren bei Visa-Anträgen besonders gut behandelt werden.

Auf einer Liste seien bestimmten Agenturen im Osten verzeichnet, die junge Frauen als Tänzerinnen und GoGo-Girls anwerben. Die Botschaften würden dann all jenen Frauen Künstlervisa für bis zu ein Jahr ausstellen. Unter jenen Agenturen soll sich auch ein Unternehmen von Peter S. befinden, der in Linz das Erotik-Etablissement „Sexodrom“ betreibt. Edelmayers Vorwurf: Offiziell würden die Frauen als Tänzerinnen arbeiten, in Wirklichkeit würden sie aber auch als Prostituierte eingesetzt.


„Fälle liegen länger zurück“

Im Innenministerium bestätigt man auf Anfrage der „Presse“, dass es sogenannte „Bona Fide“-Unternehmen gibt, darunter können auch Künstleragenturen sein. Ihnen wird bei Visaanträgen besonderes Vertrauen entgegengebracht. Dies betreffe vor allem Künstler, denen die Einreise zu Konzerten oder Gastspielen erleichtert werden solle.

Ob tatsächlich auch Agenturen, die Prostituierte nach Österreich bringen, diesen „Bona Fide“-Status genießen – oder genossen – wollte man nicht ausschließen. Ministeriums-Sprecher Rudolf Gollia erklärt zu den Vorwürfen, dass es sich offenbar um länger zurückliegende Fälle handle. Ermittlungen dazu seien jedenfalls im Laufen, auch das Büro für interne Angelegenheiten (BIA) wurde bereits eingeschaltet.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.02.2008)

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6 Kommentare
helfrich
14.02.2008 15:00
0 0

Aufklärung

das mindeste ist, solche Vorwürfe aufzuklären. Aber bitte nicht vom Innenministerium. Das Hr. Fiedler in die Aufklärung der Vorwürfe nicht eingebunden ist, läßt schlimmes befürchten. Wenn ich mich an Lucona zurück erinnere, würde mich nichts mehr wundern. Gelernt hat man von vorhergehenden Skandalen nichts!

Harbis
14.02.2008 11:14
0 0

Auch eine Art der "Kunst";


manhattan
14.02.2008 00:00
0 0

ich behaupte

dass ohne Duldung der Polizei weder der Drogenhandel in Wien noch die Prostitution die Ausmasse hätten, die sie derzeit haben.
Ich habe es persönlich erlebt, dass ein ein Dealer in einer U-Bahn-Station Kügelchen angeboten hat und ein Polizist nichts gesehen hat.
Ich behaupte weiters, dass viele Polizisten am Drogenhandel selbst beteiligt sind. Ich erinnere daran, dass vor einigen Jahren in Linz ein riesiger Anabolika-Schmuggel aufgedeckt wurde, an dem Polizisten beteiligt waren. Ich warte bis heute darauf von einem Prozess dazu zu erfahren.
Ich erinnere mich auch, dass es vor einigen Jahren eine Affäre in der Wiener Polizei gegeben hat, bei der eine rumänische Frau mehrfach vergewaltigt wurde und ein Polizist nach Kokaingenuss komatös ins AKH eingeliefert wurde. Die Rumänin wurde abgeschoben, bevor sie gegen die Polizisten aussagen konnte, alle Beteiligten wurden freigesprochen.

Antworten Gast: Manhattan
14.02.2008 10:29
0 0

Re: ich behaupte

Ihre Erinnerung ist sehr schlecht.

Gast: ASVG-Sklave
13.02.2008 21:01
0 0

Ministerien als Mafiazentralen - Und die Justiz weiß von nichts.

Die Rotlicht- und Drogenmafia wurde schon seit je vom BMI gesteuert. Die Kompetenzaufteilung dürfte so aussehen: BMI für Einkünfte aus dem Huren- und Drogengeschäft. Das BMfAA für Schmiergelder aus dem Visa-Handel und das BMF für Erlöse aus dem Schmuggelbusiness. Sie alle verdienen über vorgeschobene "V-Männer ", die die eigentliche Drecksarbeit verrichten (Saunabesitzer, illegaler Zigarettenfabrikant in Tirol, und der burgenländische Unternehmer der für seinen 5 Mann-Saftladen hunderte Einwanderer anforderte). Die Schmiergelder werden von den V-Männern an die Bosse in den Ministerien abgeliefert. Und die österreichische Justiz, weiß von nichts. So wundert es nicht, wenn ein ehemaliger Innenminister ein guter Freund des Saunabesitzers war, wenn der illegale Zigarettenfabrikant auf freiem Fuß angezeigt wurde und dass jener vertuschende (und vermutlich mitschneidende) Kontrollor aus dem AA im Visa-Prozess als ZEUGE (!) aussagen darf, anstatt dass er als Mittäter verhaftet wird.

Antworten freiheit15
14.02.2008 09:14
0 0

Re: Ministerien als Mafiazentralen - Und die Justiz weiß von nichts.

Ich glaube sie leben in Alice in Wunderland. ???????
Über solche Behauptungen kann man wirklich nur mehr lachen.