Salzburg.Verursacht Mobilfunk Krebs? Mit dieser Frage muss sich nun erstmals ein Gericht auseinander setzen. Dienstag klagte die Mobilkom Austria den Salzburger Umweltmediziner Gerd Oberfeld auf Unterlassung und Widerruf von Studienergebnissen. Der Arzt der Landessanitätsdirektion will nämlich einen Zusammenhang zwischen der Häufung von Krebserkrankungen und einer Mobilfunk-Sendeanlage in unmittelbarer Umgebung festgestellt haben.
Laut Mobilkom existierte der Sender (es geht um das aufgelassene Auto-Telefon C-Netz) am Standort Hausmannstätten/Vasoldsberg bei Graz aber gar nicht. Darüber gäbe es schriftliche Aufzeichnungen. Mobilkom-Sprecherin Michaela Egger: „Es geht uns um die Einhaltung der objektiv gebotenen Sorgfaltspflicht, die ein Experte hat, bevor er Studien öffentlich publiziert.“ Ursprünglich hatte die Mobilkom Oberfeld auch mit einer Klage auf Schadenersatz gedroht.
Oberfeld hingegen beruft sich auf einen Informanten, der die Existenz des Senders „stichhaltig belegen“ könne. Den Namen seiner Quelle wollte er bisher jedoch nicht nennen. Die Aufzeichnungen über den Senderstandort beeindrucken ihn nicht: „Nur weil etwas nicht aktenkundig ist, bedeutet das nicht, dass es nicht existiert.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.03.2008)

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