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Verkehr: Alko-Unfälle: Zahl ist stark angestiegen

17.03.2008 | 18:22 |   (Die Presse)

5,9 Prozent mehr Unfälle durch Alkolenker im Jahr 2007; Zahl der Verkehrstoten auf historischem Tiefststand.

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Wien (awe). Weniger Tote aber mehr Unfälle. So lautet das stark vereinfachte Fazit der seit Montag in ihrem Endbericht vorliegenden Verkehrsunfallbilanz 2007.691 Tote registrierte die Statistik Austria im Vorjahr auf Österreichs Straßen. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1961. Allerdings wird das Bild der positiven Entwicklung durch andere Trends getrübt. Erstmals seit 2003 nämlich ist die Zahl aller aufgezeichneten Unfälle mit Personenschaden (41.096) wieder gestiegen, nämlich um drei Prozent im Vergleich zu 2006. Gleichzeitig nahm auch die Zahl der bei Unfällen verletzten Verkehrsteilnehmer (53.211) wieder zu (plus 2,5 Prozent).

Besonders auffällig ist, dass die Zahl der Alkoholunfälle stark zunahm, trotz der rückläufigen Entwicklung der vergangenen Jahre und trotz der immens verstärkten Kontrolldichte durch den massiven Einsatz von Alkohol-Vortestgeräten. Insgesamt war 2007 bei 2731 Unfällen Alkohol mit im Spiel, um 5,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Umgelegt auf die Gesamtzahl aller Verkehrsunfälle bedeutet das: Etwa jeder 15. ist auf Alkoholkonsum zurückzuführen.


Mopedlenker neue Sorgenkinder

Immer gefährlicher unterwegs sind laut Statistik auch die 15-jährigen Mopedlenker. Diese Gruppe verursachte 2007 exakt 1577 Unfälle, das sind um zwölf Prozent mehr als im Jahr davor.

Angesichts dieser dramatischen Entwicklung fordern Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV), ÖAMTC und Arbö die Einführung einer Mehrphasenausbildung. Als Grund für die starke Zunahme der Unfälle in dieser Gruppe nennen die drei Organisationen den Umstand, dass das Moped nicht wie früher – und per Gesetz geregelt – für den Weg von und zur Schule oder Arbeit genutzt wird, sondern hauptsächlich für die Freizeit. Das zeige auch der stetig steigende Anteil von Alkoholunfällen.

Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) tritt angesichts der wieder steigenden Unfallzahlen „für eine Entschleunigung des Verkehrs“ ein und zitiert diesbezüglich einmal mehr die Schweiz. Dort kamen 2007 „nur“ 384 Personen im Straßenverkehr ums Leben. Laut VCÖ sei das in erster Linie auf die geringeren Tempolimits im Freiland (80 km/h) und die deutlich höheren Geldstrafen bei Raserei zurückzuführen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.03.2008)

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