WIEN/ VÖCKLABRUCK/ SALZBURG.Eine Tote, 37 Verletzte, mehr als 60 beteiligte Fahrzeuge, darunter auch ein Bus und mehrere Schwertransporter: Das ist die Bilanz der Massenkarambolage von Dienstagvormittag auf der Westautobahn (A1) zwischen Seewalchen und St. Georgen in Fahrtrichtung Salzburg. Eine Frau aus der Schweiz wurde durch einen Anprall aus ihrem Auto katapultiert und unter einen Lkw geschleudert. Für sie kam jede Hilfe zu spät. Dutzende Rettungsfahrzeuge und mehrere Notarzthubschrauber brachten die Verletzten in Krankenhäuser in Oberösterreich und Salzburg.
All jene, die bei der Karambolage zwar unverletzt geblieben waren, deren Fahrzeuge aber Totalschaden aufwiesen, wurden in einem nahe gelegenen Jugendgästehaus versorgt.
Einige Personen waren in den Wracks eingeklemmt. Andere, die im Stau standen, mussten stundenlang in ihren Fahrzeugen ausharren. Auslöser für die Unfälle dürfte einmal mehr zu geringer Abstand gewesen sein – und natürlich die schlechte Witterung. Zum Zeitpunkt des Massenunfalls herrschten in diesem Gebiet winterliche Fahrbedingungen. Die Strecke der A1 im OÖ-Seengebiet gilt bei Nebel oder Schneefall als besonders gefährlich. Daher gibt es dort sogar eine „Nebel-Warnanlage“. Diese sei zwar in Betrieb gewesen, so der ÖAMTC, allerdings hätten viele Autofahrer trotzdem nicht das Tempo reduziert und den schlechten Witterungsverhältnissen angepasst.
Die Asfinag meinte nach dem Unfall, man habe „alles Menschenmögliche“ für die Verkehrssicherheit getan, zahlreiche Räumfahrzeuge seien im Dauereinsatz gestanden. Da sich die Bergung der Wracks äußerst aufwändig gestaltete, blieb die A1 im betroffenen Abschnitt in Fahrtrichtung Salzburg noch bis in die Abendstunden gesperrt.
Osterverkehr 2008: Acht Tote
Schwere Unfälle gab es in den vergangenen Jahren immer wieder in diesem Streckenabschnitt. Am 2. März 2005 kamen bei einer Karambolage zwei Personen ums Leben, 32 Fahrzeuge waren damals ineinander gekracht. Ursache damals war dichter Nebel.
Am 30. September 2002 sterben bei Karambolagen ebenfalls auf diesem A1-Abschnitt sogar sieben Menschen. Rund 80 Autos waren damals involviert, 57 Personen verletzt worden. Eine Nebelwand hatte für Massen-Crashs gesorgt.
Der diesjährige Osterverkehr forderte laut Statistik des Innenministeriums bis Dienstagfrüh acht Todesopfer. Vor allem junge und ältere Fahrzeuglenker sorgten für die Unfälle. Vier Unglückslenker waren älter als 68 Jahre, ein Wagen wurde von einem L-17-Führerscheininhaber gesteuert. Auch die drei weiteren Unfälle wurden von 20- bis 22-Jährigen verursacht. Insgesamt starben in der gesamten Karwoche zwölf Personen im Autoverkehr.
2007 verloren am Osterwochenende sieben Menschen ihr Leben bei Unfällen, in der Karwoche 2007 waren es neun Personen. Das diesjährige Ergebnis sei dennoch das „drittbeste“ seit Einführung der Statistik 1968, hieß es aus dem Innenressort. Die wenigsten Todesopfer von Karfreitag bis Ostermontag gab es bisher 2006 (sechs Tote). 1976 zählte man mit 39 die meisten tödlich Verunglückten.
Auf der Westautobahn kam es Dienstagvormittag zu einer Massenkarambolage. Beteiligt waren rund 60 Fahrzeuge. Es gab 37 Verletzte und eine Tote.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.03.2008)

Serien-Unfall: Massen-Karambolage in Oberösterreich
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