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Tourismus entdeckt Schwule

30.03.2008 | 18:12 |  ROBERT BENEDIKT (Die Presse)

Im Tiroler Ötztal und am Wörthersee setzt man mit besonderen Angeboten auf anspruchsvolle, homosexuelle Gäste.

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SÖLDEN/PÖRTSCHACH. Das Tourismus-Marketing hat die Homosexuellen als neue Zielgruppe entdeckt. Barbara Schöpf vom Tourismusverband Sölden: „Schwule Paare sind meist Doppelverdiener und können daher im Urlaub mehr Geld ausgeben.“ Internationale Studien geben ihr Recht.

Der deutsche Reiseveranstalter TUI hat herausgefunden, dass Gay-Touristen Wert auf hohe Qualität legen und wesentlich öfter verreisen als ihre heterosexuellen Landsleute. Im Jahr 2006 haben 94Prozent aller deutschen Schwulen und Lesben eine Reise unternommen, 22 Prozent von ihnen haben sich sogar vier Mal im Jahr Ferien vom Alltag gegönnt.

In Sölden im Tiroler Ötztal beginnt heute das einwöchige „Gay Snow-Happening“ mit einem Hüttenabend-Warm-up. Die Wintersportmetropole ist auf die besonderen Gäste gut vorbereitet. Im Ortszentrum wehen Fahnen in Regenbogenfarben, für die neue Gästeschicht hat der Tourismusverband schwulenfreundliche Hotels ausgesucht. Barbara Egger, die das Snowhappening organisiert: „Anfangs waren die Vermieter skeptisch und haben die Frage gestellt: Brauch' ma das auch noch?“ Aber mittlerweile hätten Gastronomie und Hotellerie eingesehen, dass es sich lohnt, sich um dieses Klientel zu kümmern. Immerhin wird die Zahl der reisefreudigen Schwulen und Lesben allein in Deutschland von der „International Gay and Lesbian Travel Association“ (IGLTA) auf 5,5 Millionen geschätzt.

Etwa 300 sind in dieser Woche in Sölden zu Gast. Es kommen aber auch homosexuelle Wintersportler aus den Benelux-Ländern, aus England, Russland und Spanien ins derzeit tief verschneite Ötztal. Skihütten, Restaurants und Nachtlokale wurden für sie reserviert, damit sie unter sich bleiben können. Das Wochenprogramm ist abwechslungsreich und reicht vom Karaoke-Abend bis hin zur Travestie-Show. Im „Q-Stall“ steigt am Wochenende die Farewell-Party.

Sölden ist aber nicht der einzige Ort in Österreich, der die Homosexuellen als interessante Gästeschicht entdeckt hat. Am Wörthersee laufen derzeit die Vorbereitungen für das „Internationale Gay-Festival“ das vom 11. bis 14. September in Pörtschach über die Bühne gehen soll. Die deutsche Agentur Communigayte hat den Wörthersee für die „Gay-Community“ entdeckt. Geschäftsführer Michael Drescher: „Der See ist ein Hammer.“ Außerdem hätten die Verbindungen nach Kärnten durch Low-Cost-Carrier für die Destination gesprochen. Sollte „Pink-Wave“, wie das Festival derzeit in der Szene beworben wird, ein Erfolg werden, ist daran gedacht, es zur Dauereinrichtung zu machen. Den bereits vorliegenden Buchungen zufolge wird mit etwa 500 Gästen gerechnet, die die Nachsaison in Pörtschach beleben.

Die Vorbereitungen sind schon sehr konkret: Lokale, in denen die Gay-Community willkommen ist, werden mit pinkfarbenen Streifen gekennzeichnet, auf gecharterten Schiffen sollen Partys gefeiert werden, die Insel im Promenadenbad wird für die Gay-Gäste reserviert. Die Kärnten-Werbung fördert „Pink-Wave“ mit 40.000 Euro.

ZUR SACHE

Die Zahl der reisefreudigen Homosexuellen wird allein in Deutschland auf 5,5 Millionen geschätzt. 94 Prozent von ihnen unternehmen jährlich mindestens eine Urlaubsreise, 22 Prozent verreisen sogar vier Mal pro Jahr. Aufgrund ihrer Kinderlosigkeit sind die Schwulen nicht an die Haupturlaubszeiten gebunden und tragen daher zur Auslastung der Nebensaisonen bei.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.03.2008)

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19 Kommentare
Ferrum
31.03.2008 15:05
0 0

Eigentlich ganz OK

wenn sich diese Herrschaften an bestimmten Orten konzentrieren. So hat man wenigstens die Chance, diese Bereiche großräumig zu umgehen und auf erholsame Ferien zu hoffen.

Gast: GayPrideAustria
31.03.2008 12:31
0 0

GAY MONEY

ist also erwünscht - aber ansonsten wird die homophobe Polit-Infrastruktur in den schwarzen Erblanden mit allen restriktiven Mitteln (von der Kirchenkanzel bis zur Parteizentrale) gepflegt, damit das Schreckgespenst "Homo-Ehe" auch weiterhin Wirkung hat!

Antworten Gast: Messalina
01.04.2008 14:49
0 0

Re: GAY MONEY

Homo-Ehe ist auch ein Schreckgespenst, so eine Forderung erwartet man von einem Caligula (der sein Pferd zum Konsul gemacht hatte), aber nicht von egal wem in der heutigen Zeit

Gast: Beobachter
31.03.2008 01:33
0 0

TUI= Tunten International?

Also, ganz einfach, nach Soelden fahre ich nicht mehr. Mit meinen 3 Kindern habe ich dort deutlich mehr ausgegeben, als die ganze Schwulenbande zusammen.
Uebrigens, hat Herr Benedikt einen Freipass fuer die "Veranstaltung" bekommen?

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Re: TUI= Tunten International?

haben sie angst, sich anzustecken?

cybercon
30.03.2008 21:43
0 0

Ich hätte gerne eine Liste

von den diversen Hotels und Veranstaltungen, damit ich dorthin ja nicht aus Versehen hinfahre.

Antworten Gast: GayPrideAustria
31.03.2008 13:50
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Re: Ich hätte gerne eine Liste

Lourdes und Fatima warten auf Ihresgleichen.....

Antworten Antworten cybercon
31.03.2008 15:02
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Diese übertriebene Verehrung der "Mutter"

ist wohl eher in homosexuellen Kreisen anzutreffen. Vielleicht finden auch Sie dort Erlösung...?

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Re: Ich hätte gerne eine Liste

homosexualität ist nicht kontaminierend

wenn sie also wegen ihrer homophobie hilfe brauchen, wenden sie sich einfach an den psychotherapieverband

Antworten Antworten cybercon
31.03.2008 15:14
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Das hat nichts mit Homophobie zu tun

heterosexuelle Swingerparties sind genauso wenig mein Ding.

Antworten Antworten Antworten Gast: Gast
08.04.2008 00:22
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Re: Das hat nichts mit Homophobie zu tun

Und warum denken Sie, dass es eine Swingerparty ist? Da muss ich wohl was überlesen haben.
Ich persönlich finde es gut so wie es ist - denn der Grund warum diese Aktivitäten an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit organisiert werden ist doch nur die fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft.

Gast: Dr. Teufelsdrökh
30.03.2008 19:45
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Geldgier des Tourismusmanagements

Na, da wird es ja bald auch nur so von Strichjungen wimmeln. Vor lauter Wärme wird noch den Schnee wegschmelzen.

Gast: Messalina
30.03.2008 19:36
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Heteros

sind auch meistens Doppelverdiener, allerdings geht ein nicht zu unterschätzender Teil des Verdienstes für die Kinder drauf und wenn dann die Kinder im Erwerbsleben stehen, und sie als aktiver Teil der Gesellschaft durch ihre Abgaben u.a. den sog. Generationenvertrag erfüllen,
ist es natürlich schon ein Hohn, wenn die Gleichstellung von Heteros und Homos (oder gar die Homo-Ehe) gefordert wird, Gleichstellung KANN ES NIE GEBEN

Antworten Gast: micha
30.04.2008 21:09
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Re: Heteros

Darf ich daraus schließen, dass Ihrer Meinung nach Paare die gewollt oder ungewollt kinderlos bleiben auch nicht gleich zu behandeln wären?

Antworten Gast: Lilly
30.03.2008 21:09
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Re: Heteros

Es gibt viele Homos die gerne ein Kind adoptieren würden, aber sie dürfen nicht. Mit Hohn hat das nichts zu tun.

Antworten Antworten Gast: Messalina
01.04.2008 10:57
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Re: Re: Heteros

Adoption war und ist ausgeschlossen, daraus wurde nie ein hehl gemacht

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Re: Heteros

ist es so schwer, endlich zu internalisieren, dass kinderlose eltern und kinder mitfinanzieren; die sogenannten "karrieremenschen" verdienen durchschnittlich besser und zahlen somit mehr ein; außerdem fallen viele mütter noch immer als vollzeitbeschäftigte aus

Antworten Antworten Gast: Messalina
01.04.2008 11:01
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Re: Re: Heteros

"Kinderlose finanzieren mit", so wie ALLE eben mitfinanzieren, aber das "mehr" das Kinderlose finanzieren, gleicht das mit den vielen Entbehrungen die Eltern in Kauf nehmen und das in jeder Hinicht, nicht annähernd aus

Antworten Antworten Antworten Gast: tageskarte
09.04.2008 23:51
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pharisäer

also ich würde mit meinem partner in ein paar jahren gerne kinder großziehen und dafür auch auf karrieremöglichkeiten verzichten.

wenn notwendig würd ich dafür auch eine frau ficken, aber das würde mir auch nicht viel weiterhelfen.

insofern halt ich es für pharisäisch einerseits die adoption verbieten zu wollen und dann betreffen finanzierung halbwahrheiten zu verbreiten. entweder links oder rechts, aber nicht wie ein betrunkener herumtorkeln.