GRAZ (hoe). Den Reigen prominenter Politiker im Zeugenstand des „Herberstein-Prozess“ schloss gestern Landeshauptmann Franz Voves (SP) ab. Noch einmal versucht Richterin Elisabeth Juschitz Licht ins Dunkel angeblich versprochener und tatsächlich ausbezahlter Förderungen zu bringen.
Voves bestätigt weitgehend, was bereits Gerhard Hirschmann, bis 2003 zuständiger Tourismuslandesrat, bekräftigt hatte: Es soll lediglich eine Zusage für eine Landesförderung in Form einer stillen Beteiligung in der Höhe von 2,9 Millionen Euro gegeben haben. Die angeklagten Vertreter der Familie Herberstein dagegen hatten höhere Beträge erwartet und berufen sich auf mündliche Zusagen. „Von mir hat es die nicht gegeben“, dementiert Hirschmann. Von der damaligen Landeshauptfrau Waltraud Klasnic habe es „dezente Aufforderungen“ gegeben: „Gerhard, die Andrea weint schon wieder wegen dir“, habe Klasnic ihm gesagt. „Und der Gerhard hat sich seinen Reim gemacht“ (Hirschmann) – trotzdem keine weiteren Förderungen genehmigt.
Wie am Tag zuvor stand die im Sommer 2004 genehmigte Landesförderung von einer Million Euro für den oststeirischen Tierpark im Mittelpunkt der Befragung.
Voves und seine SPÖ hatten einer von VP-Chefin Klasnic angeordneten Verfügung nicht zugestimmt. „Wir konnten nicht verstehen, was dahinter steckt“, begründet Voves heute.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.04.2008)
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