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Fall Kampusch: Ermittlungen wegen Aktenweitergabe

18.04.2008 | 15:37 |   (DiePresse.com)

Die Veröffentlichung von Unterlagen im Fall Kampusch sorgt für Aufregung. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses.

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Nachdem eine bisher unbekannte Aktennotiz über die Gefangenschaft von Natascha Kampusch von der Gratiszeitung "Heute" veröffentlicht wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft nun wegen Verletzung des Amtsgeheimnisses. Konkret geht es um die Weitergabe von Akten - möglicherweise durch den Innenministeriums-U-Ausschuss. Dessen Vorsitzender Peter Fichtenbauer (F) schloss aber aus, dass es eine undichte Stelle im Ausschuss gebe.

"Ich bin entsetzt, dass diese vertraulichen Akten in die Öffentlichkeit gelangen konnten. Ich möchte bedingungslose Aufklärung darüber, wer diese Indiskretion zu verantworten hat". So reagierte Natascha Kampusch in einer Stellungnahme. Die aktuelle Berichterstattung markiere einen "Tiefpunkt des österreichischen Journalismus".

Die Gratiszeitung hat am Freitag aus den Protokollen eines Arztes und einer Polizistin vom ersten Tag nach Kampuschs Flucht zitiert. Berichtet wurde über sehr persönliche Details aus der Zeit von Kampuschs Gefangenschaft. Der Staatsanwaltschaft geht es vor allem um eine bisher unbekannte Aktennotiz, die nun in "Heute" aufgetaucht ist.

Bis zu drei Jahre Haft


Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Gerhard Jarosch, der APA sagte, sei aber noch nicht abschätzbar, wie groß der Kreis der möglichen Verdächtigen ist. Wieviele Personen Zugriff auf die Kampusch-Akten hatten, ist schwer einzugrenzen. Die Bestimmung über die "Verletzung des Amtsgeheimnisses" im Strafgesetzbuch (Paragraf 310) sieht bis zu drei Jahre Haft vor.

Der Originalakt des Wiener Straflandesgerichtes (Aktenzahl 222 UR 59/03-K) wurde jedenfalls am 28. März an den parlamentarischen Untersuchungsausschuss weitergegeben, sagte Gerichtssprecherin Alexandra Mathes der APA. Ausgenommen wurde zwar das Einvernahmeprotokoll von Natascha Kampusch, nicht aber die von der Gratiszeitung zitierte Aktennotiz. Auch die Staatsanwaltschaft hat ihr Tagebuch zum Fall Kampusch Anfang April ans Parlament übermittelt.

Fichtenbauer glaubt nicht, dass die Kampusch-Akten aus dem Parlament durchgesickert sein könnten. "Es ist prinzipiell ausgeschlossen, dass vom Parlament etwas hinausgeht", sagte er. Die an die Parlamentsklubs gelieferten Akten seien mittels Wasserzeichen kopiergeschützt, geheime Akten dürften nicht an die Klubs verteilt, sondern nur im überwachten Aktenraum eingesehen werden. (APA/Red.)

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4 Kommentare
Gast: Ph.Gudenus
21.04.2008 08:42
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http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E707DC7626C86467B8352B21DE9B51F18~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Anderswo keine Zensur

Antworten Gast: Ph.Gudenus
21.04.2008 10:21
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http://www.faz.net/s/Rub77CAECAE94D7431F9EACD163751D4CFD/Doc~E707DC7626C86467B8352B21DE9B51F18~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Ist O5 eine von Leopold von Sacher begründete (sado-)masochistischen Republik? Das Opfer wird wohl enorme Forderungen anmelden. Ist die Republik zahlungsfähig? Wer garantiert, dass keine Abbildungen, etc circulieren. Schon in der deutschen, wann in der sonstigen ausländischen Presse? (China included!)

Gast: falke
20.04.2008 20:55
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arme Natascha - EINE EINZIGE ZUMUTUNG FÜR DAS OPFER

das was jetzt läuft wäre ein absoluter Alptraum für jedes weibliche Opfer d. A. -

Opferschutz - wie wär es damit? Man hätte ihre "Zukunft "entlasten sollen - nicht belasten. Zum Schämen wie rücksichtslos man vorgeht.

Was ist der Grund, warum viele Vergewaltigungen nie vor dem Kadi landen? (und es sind immens viele!) denkt mal darüber nach, ihr niveaulose Veröffentlicher ...

hoffentlich hagelt es Klagen und mit ordentlich hohen Summen!!!

Vergil
18.04.2008 20:48
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Aktennaivität

Ist Herr Fichtenbauer wirklich so naiv zu glauben, aus dem Dunstkreis des Untersuchungsausschusses oder der Parlamentsdirektion, könnten keine Information dorthin gelangen, wo sie nichts zu suchen haben ? Das geht doch seit Jahren so. Gewisse Medien zahlen und gewisse Leute nehmen. Platter hat völlig recht. Zu trauen ist niemandem.Und die Verlogenheit der SPÖ schon so chronisch, dass es sie gar nicht stört, in Fragen des Datenschutzes beim Untersuchungsausschuss gegen das Innenministerium die absolute Aktenauslieferung zu fordern und im Ausschuss, der die Vorgänge in der Wiener Psychiatrie behandeln soll, den absoluten Datenschutz. Da lehnt die SPÖ sogar Zeugenaussagen betroffener Patienten ab, die aussagen wollen, weil ihre Privatsphäre geschützt werden muss.