Soziale Unsicherheit oder eine gewaltorientierte Sprache sind ein weiterer Nährboden. Wenn man sich die Brutalität der Jugendlichen im aktuellen Fall ansieht, müsse man sich immer fragen: "Woher kommt der Jugendliche? Was ist ihm passiert? Wie konnte er einen derartigen Gewaltpegel aufbauen?" All diese Fragen müsse man analysieren. "Ich sage schon, dass unsere Gesellschaft eine kranke Gesellschaft ist. Ich will nicht pessimistisch sein, aber die Werthaltung ist oft eine verrückte", sagte die Psychologin.
Langeweile sei ebenfalls ein wichtiges Thema. "Wenn ich einen Leerlauf habe und mir nichts geboten wird, dann muss diese Fadesse gefüllt werden. Und diese fülle ich mit Blödheit", sagte Wegericht.
Auch die Diskussion um Videoüberwachung in Schulen sei laut Wegricht eine Auswirkung dessen. "Wir versuchen damit ein Symptom zu bekämpfen. Wir geben ein Pflaster auf das Wimmerl, aber die Ursache wird nicht erforscht." Das Ganze komme einem Ausdruck von Hilflosigkeit gleich. "Wir sind alles nur Menschen und manchmal ziemlich überfordert", sagte die Psychologin.
(APA)
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