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"Gemma U-Bahn-Schauen" in Wien: U2 fährt bis zum Stadion

10.05.2008 | 13:56 |   (DiePresse.com)

Die Verlängerung der Wiener U-Bahn-Linie U2 ist am Samstag in Betrieb gegangen. Seit 10.45 Uhr hat die Linie fünf neue Stationen. Neue Endstelle ist die Station Stadion.

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Die Verlängerung der Wiener U-Bahn-Linie U2 ist am Samstag, dem 10. Mai, in Betrieb gegangen: Seit 10.45 Uhr läuft der Regulärbetrieb auf der Neubaustrecke zwischen Schottenring und Stadion. Zu diesem Zeitpunkt traf der erste Zug aus der neuen Endstelle Stadion in der ebenfalls umgebauten Haltestelle Schottenring ein. Zuvor hatten SP-Verkehrsminister Werner Faymann und Wiens SP-Bürgermeister Michael Häupl die neue U2-Ära feierlich eingeläutet.

Die Eröffnung stand ganz im Zeichen der EURO 2008. Faymann und Häupl betonten nicht nur die Bedeutung des Ausbaus für die Erreichbarkeit der EM-Endspielarena Ernst-Happel-Stadion, sondern leiteten mit Hilfe des offiziellen UEFA-Finalballs "Gloria" den endgültigen "Kick-Off" zur U2-Neu ein.

Austria vs. Rapid: Violette U2, grüne U4

Die violette U2 fahre zum Happel-Stadion, die grüne U4 zum Hanappi-Stadion, so Häupl. "Ich hoffe, das ist in Ordnung", versuchte der Bürgermeister launige Plänkeleien zwischen Rapid- und Austria-Anhängern am prominent besetzten Podium zu schlichten. SP-Finanzstadträtin Renate Brauner freute sich, dass nun der Würstelstand beim Stadion vom Rathaus aus in wenigen Minuten erreichbar sei.

Faymann sprach von der "Wichtigkeit des Nahverkehrs" und wies daraufhin, dass die Wiener U-Bahn jährlich so viele Gäste wie die ÖBB im ganzen Bundesgebiet transportieren würde.

Großer Andrang bei Jungfern-Fahrt

Im Anschluss an die offizielle Eröffnung tummelten sich zahlreiche Schaulustige um einen Platz in der knapp 900 Menschen fassenden Jungfern-Garnitur. Aufgrund des großen Andrangs schafften es jedoch etliche Anwesende nicht mehr in den durchgängigen "V-Wagen". Um das starke Aufkommen an Fahrgästen bewältigen zu können, wurde die U2 am Eröffnungstag in kürzeren Intervallen als im an Wochenenden üblichen Fünf-Minuten-Takt geführt.

Vom Stadion aus ging es dann ohne Zwischenstopp vorbei an den neuen Stationen Krieau, Messe Prater, Praterstern, Taborstraße bis zum Schottenring. Nach Ende der Jungfernfahrt wurde der offizielle Betrieb der U2-Neu aufgenommen. An allen fünf neuen Stationen wurde den ganzen Tag über Musikprogramm auf Open-Air-Bühen geboten. Zahlreiche Bands unterschiedlicher Genres hatten sich angekündigt. Der Interpretenreigen reichte von Opus über Russkaja bis zu diversen Ex-Starmaniacs.

Kollektives U-Bahn-Schauen

Anlässlich der volksfestähnlichen Eröffnung der U2-Verlängerung hatte bereits am frühen Vormittag eine große Schar Schaulustiger bei der neuen Endstelle Stadion eingefunden, um den Feierlichkeiten beizuwohnen. Das Motto: "Gemma U-Bahn Schauen". Unter den Gästen fanden sich wahre Öffi-Fans: Mit Digitalkamera bewaffnet erzählten sie einander stolz von diversen U-Bahn-Eröffnungen.

"Wir waren schon bei zig U-Bahn-Premieren dabei, das letzte Mal bei der U1 in Leopoldau", bekundete ein betagterer Herr. "Und diese hier wird nicht die letzte sein", beeilte sich seine Ehefrau hinzufügen.

Neuer Streckenabschnitt 3,9 Kilometer lang

Der neue Streckenabschnitt umfasst eine Gesamtlänge von 3,9 Kilometern. Die Baukosten betrugen 890 Mio. Euro. In 14 Minuten sollen Passagiere ab sofort vom Karlsplatz zum Stadion gebracht werden. Die Errichtung des neuen Teilstücks hatte fünf Jahre in Anspruch genommen. Als besondere Herausforderung entpuppte sich dabei die Querung des Donaukanals unterhalb des Grundwasserniveaus. Spezielle Pumpanlagen mussten eingesetzt, das Erdreich stellenweise vereist werden.

Insgesamt umfasst die Linie nun elf Stationen auf 7,4 Kilometern Länge. Und bald wird weitergebaut: Bis Ende 2010 soll die U2 bis zur Aspernstraße in der Donaustadt, ab 2013 bis zum Flugfeld Aspern verkehren.

Stillstand vor Inbetriebnahme

Unmittelbar vor Inbetriebnahme der Neubaustrecke waren gestern, Freitag, auf der U2-Stammstrecke noch einmal alle Züge still gestanden. Letzte Adaptierungsarbeiten vor allem im Bereich Schottenring hatten eine ganztägige Einstellung des Fahrbetriebs notwendig gemacht. (APA)

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5 Kommentare
Gast: Rotfahrer
11.05.2008 14:14
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"Schottenring - Endstelle: Bitte alle aussteigen!"

Pfingstsonntag, 9 Uhr, Tag 2 der U2-Verlängerung:
Ich fahre vom Karlsplatz Richtung Stadion. Mein Zug mit der Nr. 2283 besteht aus den, neuerdings von der Gewista reklame-verschandelten Wagen ("Wiener Städtische Versicherung"). Im Zug hängt noch der alte Linienplan. Und dem entspricht auch die Lautsprecherdurchsage "Schottenring - Endstelle: Bitte alle aussteigen!" - Ich warte auf die Korrektur des Fahrers. Nichts. Doch der Zug fährt tatsächlich zum Stadion.

Erkundigungen ergeben, dass die Garnitur nicht für die U2 vorgesehen war, wegen des besonderen Werbeeffekts ("Wiener Städtische") aber für die ersten Tage in letzter Minute dorthin entsandt wurde. Für neue Tonbänder hat's dann halt nicht mehr gereicht. Aber Reklame geht schliesslich vor Information (Häupl-Prinzip)!

Antworten Gast: Fußgänger
11.05.2008 23:10
0 0

Ein riesen Skandal


Soll ich bei der UNO anrufen oder hast du eh schon?
Wenn die Nato davon erfährt wird es eng. Das gefürchtete Häupl-Prinzip hat wieder zugeschlagen.

Gratuliere, daß du die Zivilcourage hattest nicht beim Schottenring auszusteigen, sondern einfach weiterzufahren -trotz Gewista-Reklame. Sieht man die eigentlich auch von innen?


Gast: Gast
10.05.2008 23:45
0 0

Erschließungswert

Bin neulich mit dem 21¿er in die Leopoldau gefahren (er wurde beim Kai schon nicht mehr als Umsteigerelation angesagt, da sind sie schell, die Wiener Linien). Der fährt ja mitten durch - im Gegensatz zur U-Bahn, die sich irgendwo rechts daneben (aber immerhin oberirdisch) entlangdrückt.
Es kann ja sein, dass die neue Bahn was bringt, wenn sie dereinst die donau quert. Doch besser für die Bewohner wird es nicht, wenn man die bestehende Straßenbahn einstellt (auch wenn dann noch ein Bus fährt). Wahrscheinlich wird man künftig in der Leopoldau mehr mit dem Auto fahren. Bis zur Nächsten Garage bei einer U-Bahnstation (wie in anderen Bezirken, die dem "Tramozid" zum opfer gefallen sind.
Zu gratulieren ist jedenfalls dem, der eine Investition von 890 Mio Euro so vermarktet als würde sie tatsächliche mehr Menschen etwas nützen (was aber nicht sein kann, da die U2 in der Leopoldau seltener hält - also weniger Menschen erreicht).
Ich war nur (Zufalls)Gast, leben müssen die Wiener damit.

Antworten Gast: der Insider
11.05.2008 14:22
0 0

Re: Erschließungswert

LeopoldSTADT bitte sehr
Leopoldau ist woanders

Gast: luipoldt
10.05.2008 18:03
0 0

Gemma U-Bahn-Schauen

Ist aber nur für Dummpfbacken ein Thema.

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