WIEN (eko). Wer in die offizielle Fanzone der Stadt Wien will, muss mit strengen Kontrollen an den Eingängen rechnen. So dürfen etwa Glasflaschen oder Dosen nicht mitgenommen werden, auch professionelle Fotoausrüstung (vor allem Stative) muss draußen bleiben, wie auch Feuerwerkskörper, Waffen oder große Transparente. Abgesehen davon sind die Regeln aber lockerer als im Stadion. So sind etwa Laptop, Aktenkoffer oder kleine Rucksäcke erlaubt. Auch Wasserflaschen aus Plastik sind ok – so sie nicht mehr als 0,33 Liter fassen. Dafür gibt es mehrere Trinkbrunnen, an denen kostenlos Wasser nachgefüllt werden kann.
Der Eintritt in die laut „Bild am Sonntag“ „schönste Fanzone Europas“ vor dem Rathausplatz ist frei. 70.000 Menschen sollen sich zeitgleich darin aufhalten können. Das Programm beschränkt sich nicht nur auf die Übertragung der Spiele: Am Vormittag sollen Kinder und Schulgruppen in die Fanzone gelockt werden – mit Wettbewerben, etwa Zielschießen auf eine Torwand oder einem Riesenwuzzler, bei dem die Spieler an Stangen festgebunden zu überdimensionalen Tischfußball-Figuren werden.
„Interaktive Elemente sind besonders wichtig“, sagt Turnierdirektor Christian Schmölzer. So errichtet Adidas einen Fußballpark und Austrian Airlines stellen einen Bodyflyer zur Verfügung, in dem Gäste auf einem Luftstrom fliegen können. Daneben gibt es ein musikalisches Rahmenprogramm – am Eröffnungstag treten die Wiener Sängerknaben, die Wiener Symphoniker und Christina Stürmer vor dem Rathaus auf. An den spielfreien Tagen gibt es Konzerte unter anderem von DJ Ötzi und Opus.
Wo geht's zum Hanappi-Stadion?
Eine eigene Infobroschüre „Fan Zone Guide Wien“, in der auf 35 Seiten die wichtigsten Infos und Adressen enthalten sind, erscheint Ende Mai. Und wenn die Fanzone voll ist? „Es gibt rund um die Fanzone weitere Spezialangebote“, sagt Vizebürgermeisterin Grete Laska, etwa zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum oder im Volksgarten. Und als äußerste Reserve habe man noch das Hanappi-Stadion. Lässt sich aus den Fanbewegungen ersehen, dass mehr Menschen als erwartet anreisen, kann dort innerhalb von 24 Stunden der Betrieb aufgenommen werden.
Und wie erfahren die Fans davon? Neben Lautsprecherdurchsagen rund um die Fanzone, Informationen im Internet und in den Medien sollen sogenannte „Kommunikatoren“ zum Einsatz kommen – Hotelportiere oder Taxifahrer sollen die Gäste über alternative Public-Viewing-Standorte (s. Seite 14) informieren. „Der gelernte Wiener und die regelmäßigen Gäste“, so Laska, „werden mögliche Ausweichquartiere finden.“ Aber darf man so viel Umsicht von den internationalen Gästen erwarten? „Die Erfahrung zeigt“, so Turnierdirektor Schmölzer, „dass es einfacher geht als man es erwartet.“
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.05.2008)


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