08.11.2009 05:13 | Meine Presse Merkliste0

Grenze: König Fußball lässt Kontrollen aufleben

22.05.2008 | 18:43 |  KLAUS STÖGER (Die Presse)

Die Polizei will während der Fußball-EM Hooligans und illegale Einwanderer an Einreise hindern.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Bilder zum Thema

WIEN.An den österreichischen Grenzen werden ab 2. Juni wieder – stichprobenartig – Grenzkontrollen durchgeführt. Grund dafür sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Fußball-EM. Sie beginnt am 7. Juni, daher wird bereits im Vorfeld der Grenzverkehr nach Österreich genau beobachtet. Durch die Möglichkeit der Kontrollen an den Schengen-Binnengrenzen soll die Polizei bekannte Gewalttäter an der Einreise nach Österreich hindern. Abgehalten sollen neben Hooligans aber auch illegale Einwanderer werden. Denn sie könnten die Europameisterschaft, so die Befürchtung der Polizei, verstärkt für illegale Grenzübertritte nutzen. Die stichprobenartigen Kontrollen sollen bis 1. Juli aufrecht bleiben.

Die EU-Grenzschutzagentur „Frontex“ setzt zur Sicherung außerdem bis zu 150 Beamte ein. Ein Großteil dieser „Frontex“-Polizisten kommt schon nächste Woche nach Wien, berichtet Brigadier Konrad Kogler aus dem Innenministerium der „Presse“. Allerdings werden die Grenzkontrollen nicht über den gesamten Zeitraum der Euro aufrechterhalten. Die Exekutive wird vor und nach bestimmten Spielen Dokumente bei den Grenzübertritten verlangen. Zu erwarten ist, dass etwa beim Spiel Kroatien gegen Polen weniger an den westlichen Grenzen kontrolliert wird. Sollte es dann im weiteren Euro-Verlauf zum Beispiel die Paarung Italien gegen Kroatien geben, werde vor allem an den südlichen Grenzen besonders genau kontrolliert, erklärt Kogler. Und: Überprüft wird nicht nur an den Spieltagen selbst.

Praktisch durchgeführt werden die Kontrollen an den noch vorhandenen Abfertigungsgebäuden – vor allem bei den Grenzen zu Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Slowenien. Bei Grenzen zu anderen Ländern, wo die Posten schon länger abgebaut sind, etwa zu Deutschland oder Italien, kommen mobile Überwachungsbusse zum Einsatz. Das sind fahrbare „Dokumenten-Labors“, in denen die Dokumenten-Experten der Polizei mit technischen Hilfsmitteln rasch die Echtheit der Zertifikate überprüfen können. Diese Busse werden derzeit vor allem bei den Schleierfahndungen im grenznahen Raum verwendet.

Im Zuge der Grenzkontrollen wird es auch in Deutschland zu Personenüberprüfungen durch österreichische Polizisten kommen. An einzelnen Tagen werden Beamte aus Österreich ihre Grenzkontrolle am Bahnhof Regensburg beginnen und auf der Strecke Regensburg-Passau-Linz fortsetzen. Kontrollstellen auf deutschem Staatsgebiet werden auch in Burghausen und Braunau/Simbach eingerichtet.


Kripo beobachtet Sicherheitslage

Am Mittwoch wurde im Bundeskriminalamt das Kriminalpolizeiliche Lage- und Informationszentrum (LIZ) präsentiert. Dort sollen während der Euro kriminalpolizeiliche Informationen zusammenlaufen. „Spezialisten aus allen Teilnehmerländern, aus Slowenien, Bulgarien, Kanada, den USA sowie von Europol und Interpol werden laufend die Lage analysieren“, so LIZ-Koordinator Gerhard Lang.

Schwerpunkte sind die Bereiche Menschenhandel, Vandalismus, Kfz- und Taschendiebstahl, Diebstahl, Pyrotechnik, Ticket- und Geldfälschungen. Zudem stehen im LIZ 160 Beamte des Entschärfungsdienstes bereit, um bei Alarmen sofort ausrücken zu können.

AUF EINEN BLICK

Während der Euro werden die Kontrollenan den Grenzen vorübergehend wieder aktiviert. Damit sollen Hooligans aber auch „Illegale“, die den Fan-Ansturm ausnützen könnten, an der Einreise gehindert werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.05.2008)

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Artikel kommentieren Kommentieren BookmarkBookmarken bei [Was ist das?]

Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*


Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

2 Kommentare
Gast: wieso
24.05.2008 20:06
0 0

Wieso Kontrollen? Ohne Kontrollen ist es ja sicherer, oder?

Lt. Innen.-Min. ist Ö ja erst seit dem Wegfall der Grenzkontrollen sicherer denn je.
Demnach würde Ö ja durch Kontrollen wieder unsicherer.
Da stimmt irgendetwas nicht.

0 0

Hoffentlich wird auch das Gepäck

von Fußball-Fan¿s aus Lybien genau kontrolliert?

Nehme an,dass der Gadhafi-Bua als Ex-Profi des FC-Perugia auch mit großer Delegation auf Einladung seines Jörgi nach Kärnten kommen wird!?

Drogen-bzw.Sprengstoff-Spürhunde sollten jedenfalls am Flughafen Klagenfurt/Celovec bereitgestellt werden oder doch?

Aber vermutlich reisen sie mit Auto¿s sicherer vor Kontrollen aus Italien ein!?

Noah von der Arche am Berg der Freude

Schlagzeilen Panorama

  • Fall Kampusch: Ermittlungen gegen Freund des Entführers
    Die Rolle von Ernst H. wird nochmals durchleuchet. Er war ein Freund des Kampusch-Entführers Wolfgang Priklopil. Es bestehe der Verdacht, dass H. an der Entführung "unter Umständen beteiligt war", sagt der zuständige Oberstaatsanwalt.
    Frühgeburt bei Wiener Schweinegrippe-Patientin
    Jene schwangere Patientin, die seit mehr als einer Woche auf der Intensivstation des Wiener Hanusch-Spitals liegt, hat am Freitag ihr Kind bekommen. Das Kind wird auf der Neonatologie betreut.
    Wie das Handy die Welt verändert
    Die Entwicklungsländer erleben eine wahre Telekommunkationsrevolution: Menschen, die nie zuvor Zugang zu einem Telefon hatten, können nun sogar per Handy Bankgeschäfte erledigen und Rechnungen bezahlen.
  • Kalaschnikow: Das Instrument des einfachen Tötens
    Michail Timofejewitsch Kalaschnikow, Erfinder des berühmten Sturmgewehrs AK-47, feiert kommenden Dienstag seinen 90.Geburtstag. Der greise Konstrukteur sieht sich selbst als Mann des Friedens und der Freundschaft.
    Melange modern: Was Wiener Kaffeehäuser brauchen
    Einst Avantgarde, jetzt Museum? Was Wiener Kaffeehäuser brauchen, um zu überleben. Unter anderem mehr Steckdosen und weniger Respekt vor George Clooney – und vor der Presse. Architekt Gregor Eichinger im Interview.
    Wien: Der Nazibunker im Gallitzinberg
    Am Westrand von Wien schufen sich die Nazis vor 65 Jahren ein Bunkersystem, das bis heute Anrainer wie Historiker gleichermaßen fasziniert. Eine Ausstellung in Ottakring zeigt nun Tatsachen und Legenden.
  • Tirol: Tausende Patienten-Daten weitergegeben
    Die Innsbrucker Uniklinik soll über Jahre 40.000 Datensätze an ein privates Biotechnik-Unternehmen weitergegeben, berichtet "profil". Zuerst habe es keine, dann nur eine schwammige Zustimmungserklärung gegeben.
    Erneut Amoklauf in den USA: Geldnot als Motiv
    Einen Tag nach dem Amoklauf in Texas mit 13 Toten hat in Florida ein hoch verschuldeter Mann hat an seinem Ex-Arbeitsplatz einen Menschen erschossen und fünf verletzt. Drei Stunden später wurde er verhaftet.
    Gedenkfeier: Abschied von der alten Heimat
    Jedes Jahr zu Allerseelen treffen sich die Menschen, die unter den Nazis dem Truppenübungsplatz Allentsteigweichen mussten, zu einer Gedenkfeier. Ein Besuch in Döllersheim.
  • Wie ein Provinzscheich Deutschland das Fürchten lehrte
    Der Aufruf eines Scheichs, den Mord an einer Ägypterin zu rächen, hat Deutschland in Alarmbereitschaft versetzt. Nun hat sich der Imam als islamistischer Wichtigtuer entpuppt.
    11. November: Die (letzte) Stunde der Gänse
    Auf Herta Schneiders Bauernhof dürfen ihre südburgenländischen Weidegänse ein angenehmes Leben verbringen – ehe sie rund um den 11. November als Martinigans enden.
    Tirol: Kinderschänder in Einkaufszentrum gestellt
    Ein 27-jähriger wurde auf frischer Tat ertappt, als er versuchte, einen Siebenjährigen zu verführen. Er dürfte über zwei Jahre sein Unwesen in mehreren Einkaufszentren getrieben haben.