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Tierschützer in Haft: Grüne orten Fehler bei Ermittlungen

26.05.2008 | 15:50 |   (DiePresse.com)

Die Behörden hätten eine "nebulöse kriminelle Organisation konstruiert", so die Grüne Tierschutz-Sprecherin Weinzinger. Den Inhaftierten werden bisher nur wenige konkrete Taten vorgeworfen.

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Nach einer Razzia gegen Tierschützer am vergangenen Mittwoch hat die Grüne Tierschutzsprecherin Brigid Weinzinger am Montag das Vorgehen der Behörden kritisiert: Die Ermittler hätten eine "nebulöse kriminelle Organisation konstruiert", um die zehn Tierschützer festzunehmen, so Weinzinger. Am Wochenende wurde über die Verdächtigen wegen Verdunkelungsgefahr die U-Haft verhängt. Fünf der Inhaftierten sind in Hungerstreik, berichtete Harald Balluch vom Verein gegen Tierfabriken (VGT).

Weinzinger kritisierte, dass den Inhaftierten bisher außer "einem Buttersäurenanschlag, dem Verkleben eines Schlosses sowie der Bedrohung einer Pressesprecherin eines Unternehmens" nichts zur Last gelegt wird. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat sich in ihren Aussagen bisher zurückgehalten und von Brandanschlägen und Sabotageakten gesprochen. Weinzinger forderte, jene Beschuldigten, denen keine konkreten Straftaten vorgeworfen werden, aus der U-Haft zu entlassen. "Die Grünen werden jedenfalls das Geschehen im Innenausschuss des Parlament thematisieren", meinte die Tierschutzsprecherin.

Rechtshilfe: Vorgehen nicht rechtskonform

Eine Sprecherin der Rechtshilfe für die Verhafteten kritisierte zudem, dass zwei der Tierschützer unter Zwang DNA-Proben entnommen worden sind. "Das ist in ihren Fällen nichts rechtskonform", meinte die Sprecherin. Auch die Begründung für die Verhängung der U-Haft wegen Verdunkelungsgefahr ließ die Vertreterin nicht gelten. Den Beschuldigten würde dabei vor allem zur Last gelegt, dass sie in der Vergangenheit mit verschlüsselten E-Mails kommuniziert haben. "Das ist aber nicht strafbar", sagte sie.

Kein Verständnis zeigten die Sprecherin und Weinzinger auch für die Hausdurchsuchungen. Demnach hätten die Beamten nicht gezielt nach verdächtigen Gegenständen, Schriftstücken oder Datenträgern gesucht, sondern die Wohnungen "von oben nach unten umgedreht". Mitgenommen wurden neben Datenträgern und ganzen Mitgliederlisten auch "Hundespielzeug und Demo-Plakate".

Weinzingers Vermutung: Die Beamten hätten erhofft, bei den Durchsuchungen zufällige Funde zu machen, um ihren Vorwurf der "kriminellen Organisation" überhaupt erst zu untermauern. "Das ist in elf Jahren Polizeiarbeit offenbar nicht gelungen", so die Tierschutzsprecherin.

Vager Tatbestand "kriminelle Organisation"

Ein weiterer Aspekt, der Weinzinger Anlass zur Sorge bereitet, ist, dass den Beschuldigten mit der "Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation" ein Passus des Strafrechts zur Last gelegt wird, der eigentlich auf Strukturen des Organisierten Verbrechens, der Geldwäsche und auf Schlepperbanden ausgerichtet ist. Würde gegen die verhafteten Tierschützer nicht tatsächlich ein entsprechendes Vergehen vorliegen, so liefen sämtliche unangenehme Interessengruppierungen künftig Gefahr, plötzlich als "kriminelle Organisationen" verdächtigt zu werden.

(APA/Red.)

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49 Kommentare
 
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Alexandra1
04.06.2008 13:40
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Super Herr Goschler!

Hier sieht man ein Tierschützer weiß wie Tierschützer denken und fühlen! Und niemals derartige Handlungen durchführen würden, die ihnen vorgeworfen werden bzw. im Raum stehen. Soweit mir bekannt ist, wird ihnen nach wie vor nichts konkretes vorgeworfen...

Wie ist der Status in dieser causa?
Warum wird hier kaum berichtet??

Gast: Gast
28.05.2008 17:16
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Seltsam,

seit Petrovic Präsidentin ist, gelten Tierschützer auf einmal als Links (vielleicht werden sie ja deswegen verfolgt). Vorher waren sie typisch österreichischem Rechts-Links-Gerülpse kaum zu finden. In Frankreich, wo sich rechte Promis für Tiere einsetzten gelten sie als Rechts. Was für ein Pech für die Tiere, dass sie von Rechts und Links keine Ahnung haben. Ihre Lobby bleibt so wohl immer auf ein paar Draufgänger, die es wagen sich mit allen Seiten anzulegen, beschränkt.

harbard
28.05.2008 11:02
0 0

Tierschutzverein

...seit die petrovic präsidentin des wiener tierschutzvereins ist, ist er politisch, und driftet schwernach links!...obwohl sie es bestreitet!
...die kz- und nazi-sprüche goschlers sind daher nur als eine "hommage a madeleine"! anzusehen!
...vielleicht gibts dann etwas geld von den grünen!?!

Gast: Polizia fatale
27.05.2008 23:37
0 0

na, wo bleiben die öffentlichkeitsgeilen Ermittler ?

In andren Fällen (ich erinnere nur an die Mon-Cherie-Geschichte) drängten sich unsere wackeren Gesetzeshüter nur so ins Rampenlicht, um voll Stolz die Missetaten und -täter zu präsentieren. Wo bleiben jetzt die Fakten ? Welche Vorfälle (Daten, Fakten, bitteschön !) werden denn konkret zur Last gelegt ? Oder spielen wir ein bisserl Guantanamo Bay auf österreichisch ?

generator
27.05.2008 23:02
0 0

Solidarisch.

Jetzt trennt sich die Spreu vom Weizen. Damit sind jene Idealisten gemeint, welche sich um Tiere kümmern, von jenen, welche sicherlich auch in der Frage Tierfreunde sind, aber zum Erreichen ihrer Ziele strafbare Taten setzen und es ist interessant wer nun sich mit den Inhaftierten solidarisch erklärt.

Totale Verblödung kann man auch mit dem Begriff GUTMENSCHENTUM umschreiben.

Gast: UHU
27.05.2008 20:43
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Anschlag auf die Demokratie?

Ob das ein ein Anschlag auf die Demokratie ist, ist in Frage zu stellen. Die brutale politische Verfolgung der Tierschützer ist ja publik und die Wähler können entscheinden, ob sie so was wollen. Eine Entgleiseung des Rechtsstaats ist es zweifellos, abe der fährt in Österreich ja schon länger auf schlechten Schienen.

harbard
27.05.2008 19:31
0 0

Weinzinger kritisierte, dass den Inhaftierten bisher außer "einem Buttersäurenanschlag, dem Verkleben eines Schlosses sowie der Bedrohung einer Pressesprecherin eines Unternehmens" nichts zur Last gelegt wird

...das sind ja völlig harmlose "jugendstreiche", oder?

Antworten phuter
28.05.2008 17:14
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Im Grunde sind das Jugendstreiche...

Weder Buttersäure (stinkt halt entsetzlich) noch das Verkleben eines Schlosses sind mehr als Sachbeschädigung. Das mit der Drohung... ist eine andere Sache. Ich kenne den Fall resp. die Fälle nicht gut genug, bin aber der Meinung, das, wenn sie das gemacht haben, auch die Verantwortung dafür tragen solllten.

Gast: bürgerIn
27.05.2008 19:22
0 0

frage

weiß jemand, was der hr. erich vlg. goschler so alles im laufe seines lebens (mit)-gemacht hat?? das gibt womöglich eine interessante bio....jetzt ist er halt bei den vieherln......die können sich auch nit da'wehrn.....ja,ja....

ert
27.05.2008 17:30
0 0

Goschler verwechselt da was

Gewalt ist eine Gefahr für Demokratie. Das Festnehmen von Gewalttätern nicht. Überflüssiges Tierleid ist mir tiefstens zuwieder, dennoch müssen auch für Tierschützer Gesetze gelten. Wenn nur Naturgesetze gelten sollen, wären wir alle ausserhalb unserer Sippe Freiwild.

Antworten Gast: Robin Hood
27.05.2008 18:48
0 0

Re: Goschler verwechselt da was

Grundsätzlich sollen nur jene Gesetze befolgt und als gültig erachtet werden, die mit den vom Naturrecht abgeleitenden Universalen Menschenrechten übereinstimmen.

"Nichts kann den Menschen von der Last befreien, die er sich dadurch aufgeladen hat, dass er der Durchführung eines solchen Gesetzes Beihilfe geleistet hat, das er selbst für ungerecht gehalten hat".
Benjamin Constant

Auch das menschliche Handeln hat sich danach zu richten. Das gilt sowohl für die Behörden, als auch für das Volk und somit auch für die Tierschützer, für die Rechte und Pflichten gleichermaßen zu gelten haben.

Antworten Gast: Jolanat
27.05.2008 18:31
0 0

Geh Blödsinn,

die Polizei gibt selbst zu, dass die letzten derartigen Taten vor 8 Jahren waren. Das was du hier erlebst ist ein Trauerspiel eines Tiroler Gendarmerieministers, der in Tirol bei der Wahl gut dastehen will.

phuter
27.05.2008 17:23
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Dem Herrn Göschler sei ins Stammbuch gechrieben...

Dass man die Freiheit besitzt, sich die Mittel seines Kampfes auszusuchen - man sollte aber eben auch die Grösse haben, mit den Konsequenzen zu leben.
Die RAF hat auch damit begonnen ein Kaufhaus anzuzünden, geendet hats mit vielen Toten.
Hinhauen, und dann weinen wenn zurückgeschlagen wird ist wehleidig. Wenn man der Meinung ist zum Wohl der Tiere kriminell werden zu müssen, dann muss man eben auch das Rückgrat besitzen, für das Wohl der Tiere in Gefängnis zu gehen.
Zugute kann dem Herrn tatsächlich gehalten werden, dass keine Menschen zu schaden kamen... aber er selbst ist ja ebenfalls nicht zu schaden gekommen - bei Nazi Methoden wäre das anders.

Gast: Dr. N.N.
27.05.2008 16:53
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Bleiben wir simplerweise beim geltenden Recht.

Und dieses stellt nunmal die aufgezeigten Handlungen nicht unter Strafe. Verstinken mit Buttersäure stinkt zwar gewaltig - strafbar ist es nicht. Verschlüsseln von E-Mails ist auch nicht strafbar, sogar ein Bürgerrecht. Und was an Hundespielzeug strafbar sein soll - weiß wohl nicht mal die Polizei. Man merkt die Absicht, hier gewaltsam den Eindruck von nicht-existenten Straftaten zu erwecken, und man ist als Bürger natürlich verstimmt. Ist das hier ein Rechtstaat oder eine Bananenrepublik?

Antworten xyz
27.05.2008 17:54
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Bleiben wir simplerweise beim geltenden Recht.

Lieber Dr. N.N., Sachbeschädigungen und gefährliche Drohungen (evtl. auch Hausfriedensbruch etc.) gegen Tierhalter u.a. Personen verstoßen sehr wohl gegen geltendes Recht, auch wenn das den selbsternannten Tierschützern nicht passen sollte ...

Antworten Antworten Gast: Dr. N.N.
27.05.2008 18:34
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Von Sachbeschädigungen

kann ich leider nichts in den Berichten ausmachen, die gefährliche Drohung haben sie hier eingebracht. Usw. Usf. Sie sollten lernen, zwischen Fakten aus den Berichten und Ihrem Wunschdenken zu unterscheiden.

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Re: Von Sachbeschädigungen

Lesen Sie hier:
http://tinyurl.com/4cx6mc
Da gehts um eine Menge Sachbeschädigungen, einige begangen im Wege von Brandstiftung. Bitte die Nebelgranaten eingepackt lassen und bei der Wahrheit bleiben.

Gast: Berisa
27.05.2008 16:47
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Es ging ja auch nicht um anklagefähige Ermittlungsergebnisse.

Es ging simpel ums Einschüchtern. Wenn zB Schüler in der Mariahilferstrasse vor dem Modekaufhaus F. Schilder mit Tierschutzparolen hochhalten ist nach 2 min die Cobra da und geht mit Gewalt gegen die Kinder vor. Es DARF nämlich bei uns keinen Tierschutz geben, und dort wo es ihn doch gibt, wird er im Keim erstickt.

tier
27.05.2008 15:58
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Kleider-Bauer

Ich kaufe schon lange nichts mehr bei Kleider-Bauer, weil mann auf durchaus höfliche Fragen zum Pelz-Verkauf keine Antwort bekommt.

Gast: Kein Grüner
27.05.2008 13:28
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Die Grünen können niemals Fehler machen

Für diese selbsherrlichen und unfehlbaren guten Grünen sind immer die anderen Schuld. Jetzt wollen sie Fehler bei den Ermittlungen suchen und finden, anstelle dass sie selber in ihren eigenen Reihen und nahen Organisatzionen vielleicht gewaltbereite Personen zu identifizieren helfen. Selber macht man und seine Vorfeldorganisationen wie Tierschützer, Greenpeace, Global 2000 und andere NGOs ja alles und immer richtig, das schein das Grünen Leitmotiv zu sein. Auch die vorsätzlich gefälschten Daten in der Handystrahlenuntersuchung vor einigen Tagen, um ein "gewünschtes" Ergebnis zu bekommen, hat mit den Grünen überhaupt nichts zu tun. Zum Speiben die grüne Scheinheiligkeit und Präpotenz....

Gast: Patriot
27.05.2008 07:27
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Sofort Abschieben bitte!!!

diese Kueltuerbereicherer brauchen wir hier in der Insel der Seligen bestimmt NICHT!!!

Antworten Gast: Kein Grüner
27.05.2008 17:20
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Re: Sofort Abschieben bitte!!!

Gute Idee, also weg mit den Bauern- und Raiffeisenbonzen!

Gast: querulant
27.05.2008 07:08
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jeder mit ein bisschen Anstand sollte sich für Tierschutz einsetzen

aber der ist vielen abhanden gekommen, Politik sollte dabei keine Rolle spielen, es wird mittlerweise alles kriminalisiert, gegeneinander ausgespielt um von den tatsächlichen wirklich kriminellen Zuständen abzulenken, wie heißt so schön der Fisch beginnt am Kopf zu stinken.

Antworten freeman
27.05.2008 11:32
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Was muß man an

"einem Buttersäurenanschlag, dem Verkleben eines Schlosses sowie der Bedrohung einer Pressesprecherin eines Unternehmens" erst "kriminalisieren"?

Jeder mit ein bisschen Anstand sollte vor allem darauf verzichten, andere Menschen und deren Eigentum zu schädigen oder zu bedrohen - dann kann man über alles weitere reden. Der Zweck heiligt jedenfalls die Mittel nicht.

Antworten Antworten Gast: Dr. N.N.
27.05.2008 17:26
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Naja,

da die genannten Taten nicht gerichtlich strafbar sind (Bsp: ein Buttersäureanschlag ist laut Judikatur nunmal keine Sachbeschädigung und daher nicht strafbar), wird man sie wohl erst unter Strafe stellen müssen, bevor man Bürger verhaften darf. Rechtstaat nennt man sowas. Kennste nicht, gell.

Antworten Antworten Antworten freeman
28.05.2008 08:07
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Eine gefährliche Drohung

und die Zerstörung eines Schlosses auch nicht?

Süß, wenn jemand, der dem Unrecht das Wort redet andere über den "Rechtsstaat" belehren will - werd erstmal erwachsen...

 
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