Panda sei Dank: Besucher-Rekord für Tiergarten

05.06.2008 | 18:22 |  MIRJAM MARITS (Die Presse)

Der mediale Hype um Panda & Co. mag vorbei sein, der Zoo Schönbrunn verzeichnet dennoch ein Besucher-Plus.

WIEN. Vorbei die stundenlange Warterei, vorbei die Zeiten, da Security-Personal die Besucher gruppenweise ins Innengehege (und vor allem wieder hinaus) schleusen musste. Wer heute Fu Long im Zoo Schönbrunn sehen will, muss sich die lange Schlange rund um das Pandahaus nicht mehr antun. Die gibt es nämlich gar nicht mehr: Das Anstell-System wurde in der Vorwoche abgebaut.

Aus Besuchermangel? Keineswegs. Das mediale Interesse an Fu Long mag in den vergangenen Monaten deutlich abgeflaut sein. Die Besucher kommen dennoch. Ein Anstellsystem braucht man trotzdem nicht mehr. Weil sich Fu Long heute meist draußen aufhält und es rund um das Freigehege genügend Platz für die Besucher gebe, erklärt der stellvertretende Tiergarten-Direktor, Gerhard Kasbauer.

Ob es nun Fu Long zu verdanken ist, den ebenfalls zu Publikumslieblingen avancierten Eisbären-Zwillingen, oder schlicht dem guten Wetter: 900.000 Gäste kamen von Jänner bis Mai in den Tiergarten, um 200.000 mehr als im gleichen Zeitraum 2007, in dem – noch ganz ohne Bären-Babys – so viele Besucher wie nie zuvor (2,453.987) gezählt wurden.

Ein Besucher-Plus von fünf Prozent hat der Zoo für heuer eingerechnet, was angesichts der Zucht-Erfolge (nicht nur) bei Panda- und Eisbären eine recht machbare Vorgabe scheint. „Wir liegen ganz gut im Rennen“, sagt Kasbauer. Und daran soll auch der Juni, der Wien eher Fußball-Fans als „echte“ Touristen bringt, nichts ändern. „Denn auch während der WM 2006 hatten die deutschen Zoos weder weniger noch mehr Besucher“.


Orang-Utan-Haus eröffnet 2009

Abseits vom Bären-Nachwuchs gibt es im Zoo neue Attraktionen. Eben hat der „Abenteuerspielplatz“ eröffnet, in dem Kinder ähnliche Spielmöglichkeiten zur Verfügung stehen wie den Zoo-Tieren: Ein Röhrensystem (angelehnt an das der Kaninchen) etwa, oder Kletternetze wie im Affenhaus. Ende Juni soll der „Heimtierpark“ aufsperren, in dem Besucher mehr über heimische Tiere lernen sollen. Im Sommer folgt der erste Teil („Am Wasser“) des „Naturerlebniswegs“, der vom Tirolerhof bis zum Regenwaldhaus führen wird. Und im Frühjahr 2009 soll eines der Groß-Projekte der vergangenen Jahre, das Orang-Utan-Haus (Kosten: 10 Mio. €), fertig sein.

Neues auch bei der Konkurrenz im „Haus der Meeres“: Hier sind erstmals Hammerhaie zu sehen, die nur selten in Zoos gehalten werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.06.2008)


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1 Kommentar
 
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Von astra1971 am 09.06.2008 um 17:01

gegen Zoos

Die Zucht in Gefangenschaft sorgt für einen Überschuss an Tieren. Babys sind nämlich Kassenmagneten und ziehen massenweise Besucher an, die zusätzlich zum Eintrittsgeld auch noch Geld in den Geschenkeshops und Snackbars der Zoos ausgeben.

Zoos können vielleicht größere und feudalere Anlagen bauen, aber es sind und bleiben doch Gefängnisse. Viele "Verbesserungen" sind eher kosmetischer Art und dienen eher den Besuchern als den Tieren. Die meisten Tiere in Gefangenschaft leiden unter Frustration und Langeweile. Anstatt Millionen darauf zu verschwenden, Unmengen an Tieren einzusperren, sollten wir uns für die Erhaltung und Wiedereinrichtung dessen einsetzen, was wir Menschen den Tieren genommen haben: ihren ursprünglichen Lebensraum.

 
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