Huber sprach sich für die Einrichtung einer unabhängigen Expertenkommission aus. Zu seiner Theorie wollte er sich aber nicht weiter äußern, solange nicht klar sei, wie die zuständigen Stellen nun handeln wollen. Die Briefbomben-Akten sind derzeit im Parlament, sie wurden im Rahmen des Untersuchungsausschusses zur Innenministeriumsaffäre an das Hohe Haus übermittelt. Damit kommt auf die Abgeordneten in dem ohnehin schon umfangreichen U-Ausschuss ein mögliches weiteres Thema zu.
Huber dürfte es auch gewesen sein, der im Vorjahr eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs gegen mehrere frühere Mitglieder der Soko Briefbomben eingebracht hatte. Sie hätten bei der Aufklärung der Attentat-Serie unzureichend ermittelt und wären Hinweisen auf mögliche Komplizen von Franz Fuchs nicht nachgegangen.
Justiz sieht keinen Handlungsbedarf
Die Staatsanwaltschaft sagte, der Mehrtätertheorie sei man im Zuge der Überprüfung der gegen die Soko Briefbomben gerichteten Anzeige nachgegangen. "Das Umfeld von Fuchs wurde auf mögliche Mittäter geprüft. Es konnte kein Kontakt zu angeblichen Briefverfassern nachgewiesen werden, von denen nun in manchen Medien die Rede ist", betonte Behördensprecherin Schnell. Sie hielt außerdem fest, dass die Anzeige gegen die einstigen Sonderermittler zurückgelegt wurde, weil sich keine Hinweise auf das behauptete amtsmissbräuchliche Verhalten fand
Der Sprecher von Justizministerin Maria Berger (SPÖ), Thomas Geiblinger, meinte am Montagnachmittag: "Wenn die Anklagebehörde sagt, dass seinerzeit allen Hinweisen nachgegangen wurde, sehen wir vorerst keinen Anlass, jetzt eine Wiederaufnahme der Ermittlungen zu verlangen." Ob ein derartiger Schritt nötig sei, habe die Staatsanwaltschaft zu entscheiden.
(APA/Red.)
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