Videoüberwachung verlagert Probleme
Die Schüler argumentierten, dass eine Videoüberwachung nur eine Verlagerung der Probleme mit sich bringt und ohnehin nicht die ganze Schule flächendeckend überwacht werden kann. Wenn jemand die Absicht habe zu randalieren, werde er das auch trotz elektronischer Überwachung tun.
Beantragt wurden Videokameras auch in der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien-Wieden. Hier fühlte man sich den Vandalen gegenüber machtlos, die etwa mit Silvesterknallern Toiletten zerstörten. Waltraud Kotschy von der Österreichischen Datenschutzkommission hofft im Ö1-Interview, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt. Sie weist darauf hin, dass es in Schulen immer schon disziplinäre Vorfälle gab und rät davon ab, Videokameras als Erziehungsmittel zu missbrauchen.
Polizisten statt Kameras
"Wir werden uns selbstverständlich an den Entscheid der Datenschutzkommission halten", sagt Nikolaus Pelinka, der Sprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Das Bundesministerium hatte die Datenschutzkommission Mitte April um eine Stellungnahme zu dem Thema gebeten. Die Datensammlung in Schulen war bis dato nicht gesetzlich geregelt.
Einen Teilerfolg konnten die Direktoren der betroffenen Schulen jedoch verbuchen. Außerhalb der Schulen, etwa beim Fahrradabstellplatz, ist die Videoüberwachung erlaubt, denn "das sind Außenplätze, wo auch schulfremde Personen jederzeit Zugang haben können - das ist also mehr wie Videoüberwachung ganz allgemein zum Schutz von Eigentum", so Kotschy.
Eine Alternative zu den Videokameras sind "peer groups". Die Jugendlichen informieren sich gegenseitig über die negativen Auswirkungen von Gewalt, Polizisten stehen ihnen dabei beratend zur Seite. Wenn es gewünscht wird, sprechen die Beamten mit den betroffenen Schülern, Lehrern und Eltern, meist über die Themen Gewalt, Diebstahl und Sexualdelikte.
(APA/Red.)
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