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Kameras in Schulen: Ein Sieg für die Privatsphäre

08.07.2008 | 12:29 |   (DiePresse.com)

Die Datenschutz-Kommission hat eine endgültige Entscheidung getroffen: Die Videoüberwachung in Schulen ist verboten. Am Schulgelände ist sie aber nach wie vor erlaubt.

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Ein Urteil mit Signalwirkung: Bereits am 20. Juni hat die Datenschutzkommission die Anträge von drei Schulen abgeschmettert, die Schüler mit Videokameras überwachen wollten. Insgesamt 20 Direktoren hatten um Erlaubnis für Videoüberwachung angesucht. Als Grund für den negativen Bescheid nannte die Kommission, dass die Kameras Aufgaben erledigen sollten, die ohnehin durch die gesetzlich geregelte Aufsichtspflicht von Lehrern abgedeckt sind. Das dürfte auch die betroffenen Schüler freuen: Sie sammelten im Frühjahr Unterschriften gegen eine permanente Überwachung.

Videoüberwachung verlagert Probleme

Die Schüler argumentierten, dass eine Videoüberwachung nur eine Verlagerung der Probleme mit sich bringt und ohnehin nicht die ganze Schule flächendeckend überwacht werden kann. Wenn jemand die Absicht habe zu randalieren, werde er das auch trotz elektronischer Überwachung tun.

Beantragt wurden Videokameras auch in der Sir-Karl-Popper-Schule in Wien-Wieden. Hier fühlte man sich den Vandalen gegenüber machtlos, die etwa mit Silvesterknallern Toiletten zerstörten. Waltraud Kotschy von der Österreichischen Datenschutzkommission hofft im Ö1-Interview, dass es sich dabei um einen Einzelfall handelt. Sie weist darauf hin, dass es in Schulen immer schon disziplinäre Vorfälle gab und rät davon ab, Videokameras als Erziehungsmittel zu missbrauchen.

Polizisten statt Kameras

"Wir werden uns selbstverständlich an den Entscheid der Datenschutzkommission halten", sagt Nikolaus Pelinka, der Sprecher von Unterrichtsministerin Claudia Schmied. Das Bundesministerium hatte die Datenschutzkommission Mitte April um eine Stellungnahme zu dem Thema gebeten. Die Datensammlung in Schulen war bis dato nicht gesetzlich geregelt.

Einen Teilerfolg konnten die Direktoren der betroffenen Schulen jedoch verbuchen. Außerhalb der Schulen, etwa beim Fahrradabstellplatz, ist die Videoüberwachung erlaubt, denn "das sind Außenplätze, wo auch schulfremde Personen jederzeit Zugang haben können - das ist also mehr wie Videoüberwachung ganz allgemein zum Schutz von Eigentum", so Kotschy.

Eine Alternative zu den Videokameras sind "peer groups". Die Jugendlichen informieren sich gegenseitig über die negativen Auswirkungen von Gewalt, Polizisten stehen ihnen dabei beratend zur Seite. Wenn es gewünscht wird, sprechen die Beamten mit den betroffenen Schülern, Lehrern und Eltern, meist über die Themen Gewalt, Diebstahl und Sexualdelikte.

(APA/Red.)

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14 Kommentare
Gast: Dubstep Santa
13.02.2012 15:04
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An Gast Snup

Was die haben einfach so Kameras angebracht?
Also meiner Meinung ist das schon Illegal wegen der Verletzung der Privatsphäre...allerdings ist es ja nur der Eingangsbereich und vielleichts gibts da ne gute Argumentation.
Rate dir mal bei google " Gutefrage" einzugeben und dich dort anzumelden gibt immer schnell gute Fragen von meistens leuten die sich damit auskennen :)

Gast: Snup
06.07.2011 17:10
0 0

Das wird ein Spaß

Unsere Schule hat es sich mitlerweile erlaubt Kameras im Eingangsbereich der Schule aufzuhängen!
Kann man dagegen Gerichtlich vorgehen? Am besten Anonym, sonst steh ich auf der abschuss liste der Schulleitung...

Gast: Hanni
09.07.2008 11:13
0 0

Na wenigstens Schüler dürfen noch wie normale Menschen leben

während mündige Erwachsene den Überwachungswahnsinn erdulden - und per Steuern auch noch bezahlen müssen.

Gast: Note5
08.07.2008 22:16
0 0

Der Direktor der Popperschule hat sich lächerlich gemacht

das vergessen Sie leider im Artikel zu erwähnen. Demokratiefeindlich wollte er sich gegen Schüler und Eltern mit unhaltbaren Argumenten durchsetzen, was ihm nicht gelungen ist. Er hat selbst mit Rücktritt gedroht, hat ihm aber auch nichts genützt.

Er sollte sich das Leitbild seiner Schule wieder einmal durchlesen und in Erinnerung rufen, auf welchen Ideen diese Schule basiert - und nicht den Ruf der Schule und Schüler so unreflektiert schädigen.

Gast: hausverstand
08.07.2008 22:05
0 0

Richtige Entscheidung der DSK

Habe vor ein paar Jahren meine Wohnung renovieren lassen. Auch die Steckdosen wurden neu gemacht. Inzwischen haben sich fast alle, die regelmäßig verwendet wurden, gelockert!!! Habe gerade wieder welche austauschen lassen.
Anzunehmen, dass in der Popperschule auch Materialermüdung eingetreten ist und kein "Terrorakt" von Schülern...

starfury
08.07.2008 20:32
0 0

[O/T] ich liebe es, ...

... wenn artikel nachträglich inhaltlich verändert werden.

Gast: Fussy
08.07.2008 20:24
0 0

Keine Zeit für Erziehung

Hier wird wieder über das größere Problem hinweggesehen...
Die Erziehung; Da die Eltern immer weniger oder gar keine Zeit haben für die Erziehung passieren vandalistische Akte in Schulen.

Und wenn in Schulen Kameras kommen, wo kommen dann die nächsten Kameras hin?
Wilkommen im Polizeistaat!


Antworten phuter
08.07.2008 20:43
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Ich glaube nicht, dass der Vandalismus schlimmer ist...

Als zu meiner Zeit. Jugendliche sind nun einmal blöd von Zeit zu zeit. Was sicher geändert hat ist die psychische Verfassung der Lehrer, die mit dem Gegenwind nicht mehr umgehen können und sich sofort auf derart lächerliche Weise schützen wollen.

Der Ätzer
08.07.2008 15:36
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Terror an Schulen wird freigegeben?

Warum? - den Jugendlichen erwächst kein Nachteil und sie werden vor Rowdies geschützt.

Mir kommt das wie das Amtsgeheimnis vor - dient nur dem Verdecken von Pflichtvergessenheit bei Staatsbediensteten - egal ob in der Schule oder im Amt.


Antworten Gast: Miniwahr
09.07.2008 11:26
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Kameras schützen!

Ja, die Kameras schlagen die Rowdies in die Flucht!

Man sieht in London wie wunderbar das funktioniert.

parapente
08.07.2008 14:19
0 0

Privatsphäre?

In einem "Öffentlichen Gebäude" - in einer Schule?

Antworten Gast: Arno
09.07.2008 11:15
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Warum sollte die Privatsphäre von Bürgern

in öffentlichen Gebäuden nicht existieren? Oder wissen Sie nicht, was dieser Begriff bedeutet?

Antworten starfury
08.07.2008 18:44
0 0

Re: Privatsphäre?

stimmt. genausowenig wie auf einer öffentlichen toilette.

Ein Sieg für die Privatsphäre

Wer läßt sich schon gerne filmen, wenn er von Kulturbereicherern überfallen wird