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Verkehr: Geld aus dem Klimafonds für Elektroautos

10.07.2008 | 19:17 |  MICHAEL LOHMEYER (Die Presse)

Verkehr ist ein Schwerpunkt bei den Förderungen, die der Klimafonds ausschüttet. Auch ein österreichweites Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel soll gefördert werden. 150 Millionen Euro sind im Topf.

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WIEN. Verkehr ist einer der Schwerpunkte des Österreichischen Klimafonds in dessen Jahresprogramm. Konkret werden in den kommenden Monaten die Umstellung auf Elektrofahrzeuge und ein österreichweites, einheitliches Ticket für öffentliche Verkehrsmittel gefördert.

Dabei geht es einerseits darum, dass in einer Modellregion die Hebel auf umweltfreundlichere Mobilität umgestellt wird: In einem ersten Schritt soll der Ankauf von Elektromobilen gefördert werden. Gleichzeitig soll in der betreffenden Region der für den Betrieb der Fahrzeuge nötige zusätzliche Strom umweltverträglich produziert werden – etwa durch Windräder oder Fotovoltaik-Anlagen, mit denen Sonnenenergie direkt in elektrische Energie umgewandelt wird. Schließlich wird noch ein Netz von Stromtankstellen und Stationen gefördert, an denen Batterien getauscht werden können.


Mit Kettensäge Butter schneiden

Stefan Schleicher, Mitglied des Expertenbeirats: „Klar ist, dass E-Autos ganz anders konzipiert sein müssen. Heutige Autos, insbesondere Sport Utility Vehicles (SUV) sind so überdimensioniert, als wollte man mit einer Kettensäge Butter schneiden.“ Der Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Graz ergänzt: „Bei der Weichenstellung zu anderen Autos kann der steirische Auto-Cluster eine wesentliche Rolle spielen.“

Ingmar Höbarth, einer der beiden Geschäftsführer des Klimafonds, ergänzt: „Es geht um ein ganzheitliches Konzept.“ Wo dieses Modell gestartet wird, steht noch nicht fest. Die Entscheidung darüber fällt die Vergabe-Jury vermutlich im September, zur Verfügung stehen 4,7 Millionen Euro.

Bereits angelaufen sind die Verhandlungen über ein einheitliches und in ganz Österreich gültiges Ticket für öffentliche Verkehrsmittel. Gesprächspartner der ersten Runde, die vor kurzem in Szene gegangen ist: Der Verkehrsverbund Ostregion (VOR) und die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Wichtig ist dabei auch, wie den Benutzern mehrerer öffentlicher Verkehrsmittel das Umsteigen erleichtert und die entsprechende Information verfügbar gemacht wird.

In dem Jahresprogramm des Klimafonds, das durch politische Streitereien Monate hindurch blockiert gewesen, am Mittwoch aber beschlossen worden ist, geht es insgesamt um Förderungen im Ausmaß von 150 Millionen Euro. Damit sollen Maßnahmen co-finanziert werden, mit denen der Ausstoß von klimaverändernden Treibhausgasen, insbesondere Kohlendioxid, verringert wird.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2008)

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