GRAZ (APA). Die Folgen des schweren Unwetters am vorigen Wochenende sind in der Obersteiermark noch nicht völlig im Griff. Die Nacht auf Freitag haben 22 Bewohner einer Siedlung in Hinterradmer, Bezirk Leoben, außerhalb ihrer Häuser verbringen müssen. Sie waren zunächst bei Bekannten und Verwandten sowie in einer Pension untergebracht.
Ursache für die Evakuierung der Siedlung: Die Gebäude sind von einer Steinlawine bedroht. Das Gestein ist nach Murenabgängen und einer Überschwemmung am Donnerstag instabil geworden. Dieses Geschiebe im Schüsserbach bedroht nun die 300 Meter darunter liegende Siedlung – unter anderem mit einem Felsen, der so groß wie ein Einfamilienhaus ist.
Alfred Ellmer, Sprecher der Wildbachverbauung, erklärte, dass Sicherungsmaßnahmen erst ergriffen werden können, wenn sich das Wetter bessere und die Mure trockne. Ob es dazu in den nächsten Tagen kommt, ist allerdings fraglich: Für die nächste Zeit ist bestenfalls wechselhaftes Wetter prognostiziert. Ab Mitte kommender Woche sei sogar mit einer Verschlechterung und Regenfällen zu rechnen, meinen Meteorologen.
Zu gefährlich für Helfer
Jedenfalls erklärte die Bezirkshauptmannschaft, dass es unter den gegebenen Umständen zu riskant sei, Einsatzkräfte in das betroffene Gebiet zu schicken. Zudem war der Einsatz eines Hubschraubers wegen des Nebels nicht möglich.
Unterdessen hat sich die Lage in Radmer, das anfangs vom Unwetter stärker getroffen war, ein wenig entspannt. Am Donnerstag war der Hauptort zwar von der Überschwemmung betroffen, den 55 Feuerwehrleuten gelang es jedoch, die Wassermassen unter Kontrolle zu bringen. Die Aufräumarbeiten gingen weiter.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.07.2008)

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