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Ex-Spitzenbeamte schießen sich auf Polizeireform ein

19.09.2008 | 13:10 |   (DiePresse.com)

Frühere Spitzenbeamte kritisieren die Polizeireform: Die Kripo habe gelitten, der Innenminister habe Durchgriff bis zur Basis. Haidinger saß am Podium, hüllte sich aber in Schweigen.

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Heftige Kritik an der Polizeireform übten am Freitag der ehemalige Leiter des Wiener Sicherheitsbüros, Max Edelbacher, und Wolf Szymanski, früherer Sektionschef für das Fremdenwesen im Innenressort, bei einer Pressekonferenz. Sie sprachen von einer "Gendarmerisierung" für ganz Österreich, "lediglich der Name Polizei ist geblieben", die Qualität der Kriminalpolizei sei gesenkt worden.

Szymanski, Architekt des 1992 entstandenen Sicherheitspolizeigesetzes, sprach vor allem die "überbordende Machtfülle" an, die der Innenminister durch die Reform bekommen habe. Er vermutet, dass dies mit Absicht geschehen sei: "Ich gehe davon aus, dass der Gesetzgeber einen Plan hat."

Über die ihm direkt unterstellten Landespolizeikommanden habe der Ressortchef nun Durchgriff bis zur Basis und sei darüber hinaus über das Büro für Interne Angelegenheiten (BIA), das Bundeskriminalamt (BK) und das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) selbst Kriminalpolizeibehörde.

Kriminalpolizei hat gelitten


Edelbacher führte eine von ihm selbst gestartete Umfrage unter Mitgliedern des Kriminaldienstes an, bei der er 48 Beamte gefragt hatte, wie sie das Ergebnis der Reform beurteilen. Nur einer habe es positiv gesehen, "die meisten haben es als politischen Husch-Pfusch empfunden". Der frühere Sicherheitsbüro-Leiter: "Das System der Gendarmerie ist über ganz Österreich gestülpt worden."

Dient die Polizei den Bürgern?


Bei der Reform selbst seien international anerkannte wissenschaftliche Grundlagen nicht berücksichtigt worden: "Die Polizei soll den Bürgern dienen. Ist das geschehen? Ich meine eher nein", so Edelbacher. Weiters solle die Polizei dem Recht, nicht den Machthabern dienen: Gerade das Ende des Untersuchungsausschusses, "gerade sein Abdrehen" habe gezeigt, dass diese Frage sehr berechtigt sei, dass es sicherlich zu Machtmissbrauch gekommen sei.

"Die Kriminalpolizei hat gelitten", so Edelbacher. Es sei aber nicht alles schlecht geworden. "So hat die Euro 2008 gezeigt, dass die Wachkörper noch immer in der Lage sind, hervorragende Arbeit zu leisten", meinte der ehemalige Leiter des Wiener Sicherheitsbüros.

Der ebenfalls am Podium sitzende Ex-Direktor des Bundeskriminalamts, Herwig Haidinger, war nach eigener Definition nur als noch aktiver Beamter als Gast anwesend und äußerte sich nicht zur Polizeireform, da ihm Medienarbeit seitens des Ministeriums zu diesem Thema untersagt worden sei.

(APA/Red.)

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14 Kommentare
helfrich
21.09.2008 22:52
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Minister hat die richtigen Mitarbeiter

nicht nur Haider hat seine Buberlpartie gehabt, nein auch diverse MinisterInnen haben sich Leute, wie diesen Herrn Ita gehalten. Im Auftreten passend zu hohen Polizeioffizieren, die anscheinend mehr in Freudenhäusern als Polizeirevieren anzutreffen waren.

Antworten Gast: Niederösterreicher
06.11.2008 00:43
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Re: Bringen`S da nicht ein paar Dinge durcheinander?

Die von gew. Wr. Polizeigeneralen frequentierte "Sauna mit Spezialmassage" gehörte dem Ex-Schwager eines früheren SPÖ-Innenministers! Von den "Sporteln" für gew. Schnorrervereine der Wr. Polizei erst gar nicht zu reden!

Das wäre ohne "andersfärbigen" Innenminister wohl nie in die Öffentllichkeit gedrungen. So schaut`s aus, lieber Genosse!

Gast: Blitzky
20.09.2008 15:17
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Fekter hat leider recht!

Früher bekämpfte man die Kriminalität. Da das aber "in unserer schnelllebigen Zeit" zu teuer und angesichts völlig unkontrollierbarer Grenzen auch viel schwerer geworden ist, manipuliert man eben heute die STatistiken. Dass das mit "Block und Bleistift" viel schwieriger war, als heute mit Computerstatistiken ist ja auch irgendwie klar.

Gast: Maroni
20.09.2008 08:24
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Alles mag zutreffen,

nur die Polizei selbst scheint sehr unkritisch und unreflektiert.Hatte mal einen Berührungspunkt mit der Wiener Kripo. So viel an geballter Dummheit, Primitivität u Zynismus ist mir bis dahin nicht untergekommen.
Aus AUF Häferln wird Kaffe geschlürft, als Bildschirmschoner werden nackte Frauen verwendet, die sich die Herrn Inspektoren wohl auf Staatskosten aus dem internet heruntergeladen haben, der Ton primitiv u herablassend, die Ortographie so auf Volksschulniveau etc. Dass so eine Type mit allem überfordert ist, versteht man sofort. Das Problem ist wohl weniger die Reform, es ist die Selektion. Kein normaler u nur durchschnittlich gebildeter Mensch möchte dort anstreifen, und das ist schon das Problem. Kein Fähiger wird dort hin wollen, das weiß ich und kann das gut verstehen. Die Reform wird daher ein langfristiges Unterfangen.

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Re: Alles mag zutreffen,

Aber die Reform hat genau die entgegengesetzte Richtung - der akademische Einfluss wurde noch weiter zurückgedrängt - zugunsten der Haupt- und Gymnasialschüler.
Es wird daher in diesem Bereich nichts besser werden.

Antworten Antworten Gast: Niederösterreicher
06.11.2008 00:49
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Re: Re: Für die Alltagsroutine der Polizei reichen wohl 9 bis 12 Schulklassen!

Was bei uns fehlt, ist eine notgedrungen zentralistische Kriminaltechnik wie in Deutschland. Aber das hat kaum etwas mit der den sehr durchsichtigen Vorbehalten gegen die Zusammenlegung von Gendarmerie und Polizei zu tun, die etwa in Bayern schon vor fast 100 Jahren vollzogen wurde. Aber besonders der Wiener ist strukturkonservativ und grundsätzlich gegen jede Neuerung, auch wenn sich der Steuerzahler dadurch viel Geld ersparen kann!

phuter
19.09.2008 21:12
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Fekter:

"...würden wir heute noch mit Block, Bleistift und schmuddeligen Beislbesuchen à la Kottan die sich ständig verändernde internationale Kriminalität bekämpfen."
Stimmt - das war nämlich effizient um Kriminelle zu schnappen. Heute speichert man Internetverbindungsdaten um die Bürger zu kontrollieren und still zu bekommen. Die Kriminellen hingegen sitzen in den höchsten Ämtern. Pfui Teufel.

Gast: argus
19.09.2008 18:41
0 0

Die ÖVP betreibt Wahlwerbung mit der Sicherheit

obwohl unter dem schwarzen Strasser tausende Polizei- und Gendameriebeamte wegrationalisiert wurden.
Fekter betreibt eine offensichtliche Fälschung der Kriminalstatistik, um die Österreicher in Sicherheit zu wiegen, während die Kriminalitätsrate in Wahrheit stark ansteigt.
Es ist eine Farce, wenn sich Molterer das Wort "Sicherheit" bei der Wahlwerbung in den Mund zu nehmen traut. Die Ausdünnung der Exekutive erleichtert den Kriminellen ihren Job ungemein. Die Versicherungen und die österreichischen Steuerzahler dürfen für diesen Schaden aufkommen.
Es ist Zeit, daß die Schüssel-Bartenstein-Molterer-Plassnik Partie abgewählt und in die Opposition geschickt wird! Am 28.09.2008 wird es soweit sein!

Gast: Erich Kunst
19.09.2008 16:16
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Gendarmerisierung

Ich begrüße die Gendarmerisierung. Ich hatte früher als Jurist viel mit beiden Wachekörpern zu tun und muss sagen, mir kam immer vor, als seien die Gendarmen besser ausgebildet gewesen und vor allem viel versierter im zwischenmenschlichen Umgang als die Polizisten. (Sie konnten auch viel besser Deutsch als die Polizisten.)
Und schließlich finde ich es doch ein bisschen selbstentlarvend wenn längst abgetretene Polizisten jetzt zur eigenen Frustbekämpfung die Allwissenden spielen.
- Also nehmen wir's als das, was es ist: als sehr subjektiver kleiner Racheakt am System, das sie, die sie in eigenen Augen ja die Größten wären, outgesourct ( ein wunderbares neudeutsches Wort) hat.

Antworten Gast: Blitzky
20.09.2008 15:22
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Mussten jetzt die Polizisten Deutschkurse absolvieren

um überhaupt in die Gendarmerie aufgenommen zu werden????
Die Behauptung dass die Gendarmerie viel besser Deutsch gekonnt hätte als die Polizei lässt mich sehr daran zweifeln, dass Sie ein unabhängiger Jurist sind. So etwas deutet eher auf "Kampfposter" aus dem Fekterschen Vorzimmer hin.

Antworten Gast: expolizist
19.09.2008 17:53
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Re: Gendarmerisierung

sie können nicht viel mit beiden wachkörpern zu tun gehabt haben, zumindest nicht mit der polizei. der einfältigste gendarmerieverehrer muss einsehen, dass strukturen, die in 500 - max. 20.000 er gemeinden nicht auf eine 1,7 millionenstadt umgestülpt werden können. genau das ist jedoch mit dieser reform passiert. bzgl. der ausbildung, ist zu sagen, kein einziger exgendarm in ganz österreich kommt auf die erfahrungswerte eines wiener polizisten heran. die grundausbildung war grundsätzlich sowohl bei der gendarmie als auch bei der polizei gleich. der unterschied bestand in der arbeitsweise. wenn man genügend zeit hat, dann kann man auch effektiv, und genau arbeiten. fehlt diese zeit, dann geht das nunmal nicht. bis zum heutigen tag geht das in die köpfe der verantwortlichen dieser elendsreform nicht hinein. traurig.

Gast: Erich Kunst
19.09.2008 16:15
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Gendarmerisierung

Ich begrüße die Gendarmerisierung. Ich hatte früher als Jurist viel mit beiden Wachekörpern zu tun und muss sagen, mir kam immer vor, als seien die Gendarmen besser ausgebildet gewesen und vor allem viel versierter im zwischenmenschlichen Umgang als die Polizisten. (Sie konnten auch viel besser Deutsch als die Polizisten.)
Und schließlich finde ich es doch ein bisschen selbstentlarvend wenn längst abgetretene Polizisten jetzt zur eigenen Frustbekämpfung die Allwissenden spielen.
- Also nehmen wir's als das, was es ist: als sehr subjektiver kleiner Racheakt am System, das sie, die sie in eigenen Augen ja die Größten wären, outgesourct ( ein wunderbares neudeutsches Wort) hat.

GG-Orange
19.09.2008 13:32
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Wolfsgeheul...

...das abgehalfterte Rudel versucht die Wunden, die es einst verbissen hat, wieder aufzubrechen. Damit endlich die "Richtigen" hinausgeeitert werden können...

Gast: modestus
19.09.2008 13:17
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na überraschung


die "ö"vp senkt das niveau unserer ehemals guten polizei/gendarmerie ins bodenlose.

ab in die opposition mit der bande!