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Mönche zu Gast bei Gottschalk

03.10.2008 | 18:33 |   (Die Presse)

Zwei Heiligenkreuzer Ordensbrüder sind Samstag zu Gast bei „Wetten, dass...“.

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Wien(mpm). Karl Lagerfeld, Carla Bruni-Sarkozy, Pater Karl, Pater Philipp. Die „Wetten, dass ...“-Gästeliste der Show am Samstag liest sich doch ein wenig ungewöhnlich: Die Ordensbrüder des Stifts Heiligenkreuz im Wienerwald sind am Samstag zu Gast. Nicht alle zwar, nur zwei, die als „Couchgäste oder Stargäste“, wie Pater Karl Wallner sagt, neben Thomas Gottschalk auf der berühmten Couch Platz nehmen werden.

Die prominente Einladung hat einen Grund: Erfolg. Seit die Heiligenkreuzer Mönche mit ihrer CD, „Chant – Music for Paradise“, auf der sie den gregorianischen Choral interpretieren, zuerst die britischen und dann noch so manch andere Charts gestürmt haben, sind sie so etwas wie Popstars, auch wenn sie sich gegen den Ausdruck wehren. Eine Tournee kam für die Brüder nicht in Frage, „wir haben 80 bis 100 prominente Einladungen abgelehnt“, sagt Wallner. „Man hätte mit uns die Stadthalle füllen wollen.“

Für Gottschalk machen sie eine Ausnahme. Auch das habe sich der Abt des Stifts, Gregor Henckel-Donnersmarck, gründlich überlegt. Dass der Abt selbst nicht auf der Couch Platz nimmt, habe einen Grund: „Er ist eine hoch stehende Persönlichkeit und da wäre nur er im Mittelpunkt gestanden.“ Weil man aber die Ordensgemeinschaft als solches repräsentieren will, reisen nun zwei „normale“ Brüder an.

Singen werden sie dort aber nicht. „Das würde nicht gehen. Der Choral ist für uns ein Gebet an Gott, da können wir nicht einfach die Leute ansingen“, meint Wallner, so etwas wie der Pressesprecher des Stifts. Einen solchen brauchen die Brüder mittlerweile durchaus, das mediale Interesse ist seit bald zwei Jahren ungebrochen hoch.

Alles begann im Februar 2007, als Florian Henckel von Donnersmarck, der Neffe des Abts, den Auslands-Oscar für „Das Leben der anderen“ bekam und in einem Nebensatz erwähnte, dass er das Drehbuch in der klösterlichen Ruhe in Heiligenkreuz geschrieben hätte. Eine nette Episode, die das Leben der Brüder vorerst aus der meditativen Ruhe riss. TV-Teams reisten an, die Brüder fanden sich in den „Seitenblicken“ wieder. Quasi ohne Pause folgte der zweite Hype: Als Benedikt XVI. ankündigte, bei seinem Österreichbesuch im September 2007 auch im Stift Heiligenkreuz vorbeizuschauen.

Die dritte Aufmerksamkeits-welle haben die Brüder mit ihrem CD-Erfolg nun selbst ausgelöst. Ein Ende ist nicht in Sicht: Eben ist „Chant“ als Special-Edition mit Advent- und Weihnachtsmesse erschienen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.10.2008)

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