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Salzburger Arzt wegen Mordes vor Gericht

07.10.2008 | 17:06 |   (APA)

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Am Landesgericht Salzburg muss sich seit Dienstag ein pensionierter Arzt nach geleisteter Sterbehilfe verantworten. Der frühere Lungenarzt Helmut Wihan steht wegen des Verdachts des Mordes vor den Geschworenen. Die Anklage wirft ihm vor, eine schwer depressive 70-jährige Frau im Juni 2006 mit drei Injektionen getötet zu haben. Wihan selbst wies den Mordvorwurf zurück.

Laut Anklage hat Wihan seiner langjährigen guten Bekannten drei Injektionen Tramadol und Methadon gesetzt. Nach einem psychiatrischen Gutachten hätte dem Mediziner aber klar sein müssen, dass die an Depressionen, Hypomanie, Epilepsie und Demenz leidende Frau, die auch dem Alkohol zugetan war, keinen freien Tötungswillen mehr bilden habe können. Die Staatsanwaltschaft sieht deshalb nicht den Tatbestand "Tötung auf Verlangen" verwirklicht, der mit einem Strafrahmen von sechs Monaten bis zu fünf Jahren bedroht ist, sondern "Mord" (zehn bis 20 Jahre oder lebenslänglich).

Die Aussagen der Sachverständigen beim Sterbehilfe-Prozess in Salzburg brachten am Dienstag einige Widersprüche zutage. So stellte Gerichtsmedizinerin Edith Tutsch-Bauer, die die Leiche der 70-Jährigen obduziert hatte, fest, dass an den Armen der Toten keine Einstichstellen zu sehen waren. Laut Wihan hatte sich ja die Frau vier Spritzen dort gesetzt, und er die restlichen sechs ebenfalls.

Die vorgefundenen Einstichstellen am Fuß seien hingegen sehr ungewöhnlich. Immerhin habe die Frau bereits eine Hüftoperation hinter sich, da sei es gar nicht so einfach, dort hinzugelangen und die Vene punktgenau zu treffen, wie dies der Fall war. Der toxikologische Gutachter Thomas Keller wiederholte seine Aussage, wonach die 70-Jährige an Tramadol und Methadon gestorben sei und nicht an Morphium. Die Dosis sei so hoch gewesen, dass jede der beiden Substanzen alleine tödlich gewesen sei. Morphium habe man im Körper nicht gefunden.

Der Prozess wurde am Nachmittag auf Wunsch des Beschuldigten vertagt, der sich gesundheitlich am Limit fühlte. Weitere Verhandlungstage sind für 16. Oktober und 16. Dezember angesetzt.

(APA)

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