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Flieger rast in Cobra-Zentrale: Beide Opfer aus Deutschland

22.10.2008 | 10:34 |   (DiePresse.com)

Die zwei Insassen des Kleinflugzeugs starben, als ihre Maschine auf die Einsatzzentrale der Spezialeinheit Cobra in Wiener Neustadt stürzte. Sie waren auf dem Weg nach Ungarn.

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Bei einem Absturz einer einmotorigen Maschine auf die Einsatzzentrale der Antiterror-Einheit Cobra in Wiener Neustadt sind am Dienstagabend zwei Deutsche, 41 bzw. 56 Jahre alt, ums Leben gekommen. Die Männer waren auf dem Weg von Haßfurth in Bayern nach Ungarn, um ein anderes Flugzeug zu überstellen, als der Pilot offenbar die Orientierung im Nebel verlor.  Beide Männer wurden von Angehörigen als "erfahrene Piloten" beschrieben. Die Flammen konnten in der Nacht auf Mittwoch gelöscht worden. Der Sachschaden auf dem Cobra-Gelände stand vorerst nicht fest. Er dürfte aber mehrere hunderttausend Euro betragen.

Am Dienstag gegen 17.40 Uhr stürzte das Flugzeug auf das Dach der Cobra-Zentrale in der Straße der Gendarmerie Nr. 5 in Wiener Neustadt. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich etwa 20 bis 30 Cobra-Polizisten noch im Gebäude.



Walter Weninger, Oberst und stellvertretender Leiter der Cobra, spricht wenig später aus, was in diesem Augenblick vielen durch den Kopf schießt: „Ein Anschlag!“ Sogar Erinnerungen an die beiden Passagierflugzeuge, die am 11. September 2001 von Terroristen ins World Trade Center pilotiert wurden, flackern auf. Die zweite Möglichkeit, an die in den ersten Sekunden viele denken: Ein Unfall bei einer Cobra-Übung – etwa der Absturz eines Helikopters.

Kein 9/11 im Kleinformat

Doch anders als in New York ist das Flugzeug hier in Wiener Neustadt weitaus kleiner, und es ist auch nicht gegen eine Seitenfront des Gebäudes geprallt, sondern direkt aufs Dach. Kein 9/11 im Kleinformat. Eine einmotorige Maschine aus Ungarn, gemeldet auf einen deutschen Flugzeughalter, hat sich teilweise in das Gebäude gebohrt.

Nach dem aktuellen Stand der Erhebungen hat der Pilot der Maschine im dichten Nebel - die Sichtweite betrug zeitweise nur um die 50 Meter – die Orientierung verloren. Etwa 15 Minuten vor dem Absturz hatte die Maschine den Radarbereich verlassen, weil der Pilot auf der Suche nach einer Landemöglichkeit war. Dies stimmt auch mit Zeugenaussagen überein, die aussagten, dass das Flugzeug mehrmals gekreist ist. Etwa 200 Meter von der Absturzstelle entfernt befindet sich der militärische Flugplatz Wiener Neustadt-West, so Cobra-Oberst Walter Weninger.

Das Flugzeug durchschlug das Dach nicht völlig. Ein großer Teil ragte Dienstagnacht noch immer aus dem Gebäudedach. Kurz vor dem Aufprall hatte der Pilot noch versucht, der Katastrophe zu entkommen. Er dürfte versucht haben, die Schleudersitze zu betätigen – offenbar ohne Erfolg, weil die Maschine schon zu tief war. Ein makabrer Anblick: Der zugehörige Fallschirm hing zuletzt noch vom völlig verkohlten Leitwerk.

Zwei verkohlte Leichen entdeckt

Einsatzkräfte versuchten zunächst, Schlauchleitungen zu legen, um mit dem Löschen zu beginnen. Einige durchkämmten indessen das umliegende Gelände, um nach Opfern zu suchen. Dabei wurden im Cockpit zwei verkohlte Leichen entdeckt, teilte die Einsatzgruppe Cobra am Dienstagabend mit.

Stundenlang war es für die Einsatzkräfte praktisch unmöglich, zum brennenden und stark rauchenden Flugzeug vorzudringen. Die Feuerwehren von Wiener Neustadt und sieben angrenzender Orten standen stundenlang im Einsatz: Insgesamt bekämpften 180 Männer die Flammen.

Schild: „Corvus-Airways“

Von dem verkohlten Wrack konnte ein Schild mit der Aufschrift „Corvus-Airways“ geborgen werden. Diese hat ihren Sitz in Ungarn. Erste Vermutungen lauteten daher, dass es sich bei dem Piloten um einen ungarischen oder deutschen Geschäftsmann gehandelt haben könnte.

In den Abendstunden gelang es einigen Cobra-Leuten, in das beschädigte Gebäude vorzudringen, um die Waffenkammer zu leeren. Auch ein Raum, in dem sich Personalakten stapelten, wurde so gut wie möglich geräumt.

Immer wieder loderten an verschiedenen Stellen des Dachs Brandherde auf, die jedesmal gezielt mit Wasserfontänen „bearbeitet“ wurden. Die Florianijünger rückten sowohl dem Dach des Gebäudes als auch dem Flugzeug mit Motorsägen zu Leibe.

Häufige Unfälle mit Kleinflugzeugen

Unfälle mit Kleinflugzeugen sind häufig, zwei Beispiele: 13. Oktober 2007: Der Absturz eines Privatflugzeuges in der Wachau fordert gleich vier Menschenleben. Die einmotorige Piper P28 war auf dem Flugplatz in Krems-Gneixendorf (NÖ) gestartet und hatte Augenzeugenberichten zufolge bei Spitz (Bezirk Krems) mit einer Tragfläche das in 22 Metern Höhe befindliche Hochseil der Rollfähre touchiert. Der Flieger versank in der Donau. Die Leichen der Opfer – eine 44-jährige Frau aus dem Bezirk Baden, ihre 13-jährige Tochter sowie ihr zehnjähriger Sohn und der 47-jährige Pilot aus dem Bezirk Korneuburg - wurden in den darauf folgenden Tagen in der Donau treibend entdeckt.

8. Juni 2007: Zwei Todesopfer fordert ein Unglück mit einem Segelflugzeug im Tiroler Stubaital. Der Pilot hatte einen Bergrücken nicht mehr überfliegen können. Das Flugzeug war in 2320 Meter Seehöhe an einer Felswand zerschellt.

(APA/Red.)

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10 Kommentare
Gast: Beobachter
22.10.2008 18:03
0 0

Leider kein Instrumentenflug

In den USA, wo 2/3 der Privatpiloten mittlerweile einen Instrumentenflugschein haben, und wo selbst so manche LSA (mit dem abgestuerzten Flugzeug vergleichbar) fuer Instrumentenflug ausgeruestet ist, waere das nicht passiert. Das Europaeische System, 200 Stunden Piloten in Passagierjets INS COCKPIT zu setzen, ist verruecht. In den USA kommt kein Pilot unter 1000 Stunden in eine Jet. Und natuerlich lebt dort die General Aviation deutlich besser als im ueberregulierten Europa. Ach ja, deutlich weniger Unfaelle haben sie auch: Mehr Regeln, mehr Unfaelle, eine alte Geschichte.

Gast: richtigstellung
22.10.2008 12:09
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bitte besser recherchiern

es war nicht markaber weil noch der falschirm am flugzeug hing, sondern dieser "fallschirm" gehört gar nicht für den piloten sondern das flugzeug.

weiters finde ich die aussage vom herrn oberst sehr bedenklich, wenn er damit argumentiert es ist kein 9/11 weil es dach und nicht fenster war. kein wunder wenn bei uns die verbrecher machen können was sie wollen, wenn die polizei so einen blödsinn redet.
hätte er gesagt kein 9/11 weil im neben verirtt usw. würde sich das etwas "vernünftiger" anhören.

aber wie gesagt liebe schreiberlinge - der markabere fallschirm gehört zum flugzeug und schleudersitz (!) hat dieses flugzeugchen aber auch wirklich keinen!!!!!!

Häufige Unfälle???

Zwei Unfälle in 12 Monaten nennt ihr "häufig"? Darf ich fragen, wie ihr dann die Anzahl der Verkehrsunfälle auf der Straße bezeichnet? Permanenter Mord und Selbstmord? Anschlag auf die nationale Sicherheit?

parapente
22.10.2008 09:11
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9/11 in Wr. Neustadt?

Lächerlich!
Genau so lächerlich: Keine Hydranten vor ort.

Antworten Gast: hadrant
22.10.2008 12:18
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Re: 9/11 in Wr. Neustadt?

seltesame aussage der feuerwehr kein hydrant vor ort.
erstens gibt es in diesem bereich mehr als genug hydranten und zweiteins gibt es in wr. neustadt ein 10.000 liter tanklöschfahrzeug und ein weiteres mit 8.000 liter.

davon kann fast sogar schon die flughafen-feuerwehr träumen.... ;-)

wenn die feuerwehr wr. neustadt mit diesem flugzeug schon überfordert ist, was macht sie dann, wenn in wr. neustadt wirklich mal ein wohnhaus mit x geschoßen brennt?

mit diesem fuhrpark muss doch der cobra-brand eine leichte übung gewesen sein:

http://www.feuerwehr-wiener-neustadt.at/seiten/fuhrpark.html

Gast: Gast
22.10.2008 08:36
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Flugzeugunglücke in Ö

Nicht zu vergessen der Absturz kürzlich in Wels, mit einem SELBSTGEBAUTEN Flugzeug - nur ganz knapp ( 30m vom nächsten Haus ) gab es keine Tote !! In Österreich gibt es ein echtes Problem, da die Behörden mit der Flieger-Lobby zu eng verzahnt sind werden Fluggesetze laufend missachtet. Mehr Tote könnten die Verantwortlichen aufwecken, die Frage ist nur wieviele noch notwendig sind ?! Traurig, aber wahr.

Antworten Gast: Etrich
22.10.2008 16:25
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@Idiotengast!

Was haben die deutschen Piloten mit den österreichischen Luftfahrtgesetzen zu tun?

Antworten Gast: Unsinn
22.10.2008 10:28
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Re: Flugzeugunglücke in Ö

Bullshit. Unfälle passieren halt, so traurig und zynisch das jetzt klingen mag. Genauso wie im Autoverkehr.

Gast: Anrainer
21.10.2008 22:21
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Sensationelle Anflüge

auf den Flughafen West sehe ich immer wieder.
(Tiefflüge über die "Badener Siedlung")
Auch beim Flughafen Ost ist das nicht viel anders.
Offenbar kümmert das die Verantwortlichen im Tower nicht wirklich.

Was mich wundert:
War der Flughafen auf Grund des dichten Nebels eigentlich in Betrieb ?

Antworten Gast: irmin
22.10.2008 08:52
0 0

Re: Sensationelle Anflüge

kleine privatflugzeuge haben keinen schleudersitz. Ultralight flugzeuge hingegen haben vorgeschriebener weise ein selbstrettungssystem auf fallschirmbasis. wird dieses zu spät aktiviert hilft es auch nix mehr. und nein, der flugplatz war sicher nicht offen. die sicht war nicht gut genug.