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Das Leben der Sahara-Geiseln: Gazellenfleisch in der Wüste

04.11.2008 | 08:30 |   (DiePresse.com)

Etwa 60 Männer mit Kalaschnikows haben die österreichischen Touristen in der Sahara entführt. Die Hunde der beiden wurden sofort erwürgt. In einem ersten Bericht über die Geiselhaft erzählen sie auch über die Ernährung.

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Erste Details der Geiselhaft der beiden in der Sahara entführten Österreicher werden bekannt. So habe sich Andrea Kloiber "ständiger Psychofolter" ausgesetzt gesehen, berichtete der "Kurier" und stützt sich auf "erste Erzählungen gegenüber den Helfern". Körperliche Übergriffe gegen Kloiber habe es keine gegeben. Die beiden Schäferhunde, die das Touristenpaar mit nach Tunesien genommen hatte, seien von den Geiselnehmern kurz nach der Entführung mit einem Strick erdrosselt worden. An Flucht hätten die beiden Geiseln oft gedacht, doch wegen der Gefahren der Wüste nie einen Versuch unternommen.

Der letzte Tag in Freiheit der beiden war demnach der 18. Februar dieses Jahres, an dem sie in einem Landrover in der tunesischen Wüste westwärts fuhren. Kurze Zeit später sollen die beiden Individualtouristen von rund 60 Angreifern in "Pick-ups" überwältigt, mit Kalaschnikows bedroht und zum Mitfahren gezwungen worden sein. Bei den Entführern habe es sich um Fundamentalisten gehandelt, die in der Wüste einen Guerillakrieg gegen die "verhassten Regierungen Algeriens und Tunesiens" - und auch gegen die ehemalige Kolonialmacht Frankreich führen wollten, berichtet die Zeitung.

Gazellenfleisch auf dem Menü

Die Identität der Geiselnehmer sei zwar nicht bekannt, die Beschreibung passe laut "Kurier" aber auf die al-Qaida im islamischen Maghreb. Die Kidnapper seien gut organisiert und mit Satellitentelefon, Handys sowie GPS-Navigation ausgestattet gewesen. Die Entführer legten mit den beiden Geiseln "enorme Wegstrecken" durch die Wüste zurück, um tunesischen und algerischen Truppen zu entkommen. Tagsüber seien sie meist "unter Flugdächern oder in Zelten gelegen" und bei Nacht weitergefahren. Zu essen habe es Fleisch, meist Gazellenfleisch, gegeben.

In den ersten Wochen hätten Kloiber und Wolfgang Ebner die meiste Zeit auf dem Boden liegen müssen, berichtete der "Kurier". Rund vier Quadratmeter habe man ihnen zugestanden. Die Geiseln hätten Angst vor "Wundliegen" bekommen. Die Mujaheddin zeigten Kloiber - als Frau und "Ungläubige" - deutlich ihre Ablehnung und wechselten nicht "auch nur ein Wort" mit ihr. Die einzige Bezugsperson der Österreicherin sei daher während der acht Monate Ebner gewesen. Ein Kartenspiel habe ihnen geholfen, um "in der Eintönigkeit geistig fit zu bleiben."

 

(APA)

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8 Kommentare
Gast: Willi Vanilli
04.11.2008 16:13
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Österreich hat nicht bezahlt?

Und wer ersetzt den armen Wüstensöhnen die Treibstoffkosten (Benzin ist ja sehr teuer geworden in letzter Zeit), die ihnen durch das Herumkutschieren der beiden Touris entstanden sind? Soviel Humanität hätte man den Entführern gar nicht zugetraut: 2 Geiseln mehrere Monate lang durchfüttern und nicht mal Geld dafür verlangen! Allah ist groß! Aber unsere Politiker sind größer!!!

parapente
04.11.2008 13:05
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Gazelle mit Cous-cous schmeckt sehr gut,

wir haben mit unseren tunesischen Freunden Gazellen gewildert - der nächst Billa ist ja sehr weit!
Aber fast neun Monate?
Nein, danke.

Filz Laus
04.11.2008 12:44
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Hier verstehe ich die Notwendigkeit des Lügens - nur kein Beispiel geben!

Also keine Aufregung - die fehlende Warnung dorthin zu reisen macht die Republik haftbar - gilt für jeden von uns und das ist gut so.

Dass karges Leben nicht ungesund sein muss ist zu sehen.

Macht Mut wieder einige Kilo abzuspecken - dafür brauche ich weder Gazellen noch die Wüste, es ist sowieso ein wüstes Vorhaben, den Hopfenmuskel zu reduzieren.


Gast: Besserwisser
04.11.2008 12:04
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Es ist schon erstaunlich

mit welcher Selbstverständlichkeit sich die Außenministerin hinstellt und behauptet, es sei kein Lösegeld für die Freigabe der Geiseln bezahlt worden. Die Vorstellung, daß die Terroristen die Geiseln einfach aufgrund einer Sinneswandels oder gar humanitären Überlegungen freigegeben hätten, mutet schon gar seltsam an.

Gast: Bojan
04.11.2008 09:52
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ÖSTERREICH NICHT ERPRESSBAR ?

Da versichern alle, von der Außenministerin bis zum Verteidigungsminister, Österreich sei und bleibe nicht erpressbar. Merkwürdig, das Gedächtnis, die Realitätsverweigerung oder die Uninformiertheit unserer Politiker.

Meines Wissens nach sind ARIGONA und ihre in aller Eile psychisch erkrankte Mutter NOCH IMMER in Österreich.
Oder hab ich da neueste Entwicklungen verschlafen?

Zur Erinnerung: Das ist die Geschichte, welche vor nicht allzu langer Zeit ganz Österreich in Atem gehalten hat: Suizidandrohung, wenn sich der Innenminister traut, jahrelang geprüfte,rechtsgültige Bescheide endlich umzusetzen.
Österreich DOCH erpressbar?

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Re: ÖSTERREICH NICHT ERPRESSBAR ?

und warum sollte gerade die aussenministerinn nicht lügen, es lügen doch alle politiker.

Antworten Gast: Gast
04.11.2008 10:29
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.................

Das ist nur die halbe Aussage des Herrn Verteidigungsministers. Es ist ihm ja noch rechtzeitig ein Zusatz eingefallen, nämlich, dass Österreich nicht von Terroristen erpressbar sei.

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Re: .................

...und gedacht er findet so einen ausweg aus der lüge.
klar ist kein österreichischer politiker oder diplomat mit einen sack voll geld zu den entführern in die wüste gefahren, es wäre wohl zu heiss/ staubig/ anstrengend geworden, aber niemand wird glauben, dass diese wüstenfüchse es sich plötzlich anders überlegt hätten und ohne irgendwas die 2 laufen liessen. auf irgendwelchen verschlungenen pfaden wird da schon das geld angekommen sein und jeder der es in händen hatte, hat ordentlich zugegriffen. unser steuergeld. es fehlt bei kindergärten, pflegeheimen, schulen.....
beim nächsten mal soll ein erfahrener kenner der wüstenmentalität mit einen sack geld hinfahren und direkt und selbst verhandeln, das kommt uns billiger.

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