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30 Jahre Zwentendorf: Demo als Minderheitenprogramm

05.11.2008 | 18:39 |   (DiePresse.com)

Nur 80 Personen demonstrierten am Wiener Stephansplatz gegen Atomkraft und für einen Ausstieg aus dem Euratom-Vertrag. Vor 30 Jahren stimmte Österreich mit knapper Mehrheit gegen das AKW Zwentendorf.

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Atomenergie ist offenbar zur Zeit nicht das brennendste Thema in Österreich. Rund 50 Demonstranten hatten sich nach Polizeischätzungen am Mittwochabend auf dem Wiener Stock-im-Eisen-Platz versammelt, um anlässlich des 30. Jahrestages der Volksabstimmung über Zwentendorf gegen die Atomenergie zu protestieren. Im Laufe der Veranstaltung blieben immer wieder interessierte Passanten stehen, so dass die Polizei insgesamt von rund 80 Personen sprach. Die Veranstalter freuten sich über 300.

Prominente Gesichter suchte man dennoch fast vergeblich. Renommiertester Vertreter der damaligen Aktivisten war der Direktor des Naturhistorischen Museums, Bernd Lötsch. Dieser forderte einmal mehr in seiner Festrede den Ausstieg Österreichs aus dem Euratom-Vertrag. Der heutige Jahrestag der Zwentendorf-Abstimmung sei ein Grund zum Feiern, betonte er. Schließlich sei man damals dem Ideal der Demokratie näher gekommen, so Lötsch.

"Atomkraft, nein danke"

Unter den Teilnehmern gesichtet wurden auch die Grüne Neo-Umweltsprecherin Christiane Brunner sowie Vertreter der Plattform Rettet Österreich. Die ehemalige Galionsfigur der Anti-Atombewegung, Freda Meissner-Blau, war nicht dabei. Sie nahm zur selben Zeit an einer Anti-Atom-Veranstaltung in Oberösterreich teil.

Mit dem alten Emblem "Atomkraft, nein danke" sowie mit Slogans wie "Das Atom-Nein muss bleiben" und "Stoppt AKW Mochovce III und IV" machten die Aktivisten auf ihre Anliegen aufmerksam. Außerdem lag eine Unterschriftenliste auf, bei der man seine Unterstützung der Forderung nach einem Ausstieg Österreichs aus Euratom erklären konnte. Nach rund eineinhalb Stunden ging die Veranstaltung zu Ende.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: pit
06.11.2008 08:10
0 0

Waren es nicht die Grünen,

die sich so vehement gegen den Ausbau der Wasserkraft gestemmt haben ?
Und jetzt scheinheilig schreien ?

Gast: Alexander Trinkl, Agenda X - Das junge Zukunftsnetzwerk
05.11.2008 20:56
0 0

Ökostrom-Ausbau dennoch Mehrheitsprogramm statt Atomstrom-Importen

Zwentendorf 1978 - Energiewende Jetzt!

Eine überwältigende Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher fordert dennoch den weiteren Ökostromausbau und möchte keine Atomstrom-Importe.

Auf die Frage, welche Kraftwerke in Zukunft gebaut bzw. nicht gebaut werden sollen, sprachen sich 93 % für Sonnenkraftwerke, 89 % für Windräder, 88 % für Biomasseanlagen sowie 80 % für Kleinwasserkraftwerke aus, fossile Kraftwerke werden dagegen von 73 % abgelehnt, Atomkraftwerke sogar von 97 %. (ISMA 2006).

Die Untätigkeit der Politik der hat dazu geführt, dass wir bei der Stromerzeugung das Erbe der Grosswasserkraft verspielt haben ohne neue erneuerbare Energien zu erschließen. Der Anteil sauberer Energie (inkl. Großwasserkraft) ist von 72% auf 57%!!! gesunken.

Es braucht einen verantwortungsbewußten, naturverträglichen Mix aus Energieeffizienz und Biomasse, Photovoltaik, Windkraft und Kleinwasserkraft.