Der Sarg mitsamt dem Leichnam des vor zwei Jahren verstorbenen Milliardärs Friedrich Karl Flick ist am Friedhof von Velden am Wörthersee gestohlen worden. Wie die Polizei am Mittwoch bekanntgab, wurde das Grab vermutlich am vergangenen Wochenende geschändet. Konkrete Anhaltspunkte gebe es vorerst nicht, so Polizeipressesprecher Gottlieb Türk.
Außer ein paar Kratzern am Granitstein gebe es keinerlei Spuren. Das Landeskriminalamt ermittle auf Hochtouren in alle Richtungen, so Türk weiter. Auch ein Motiv für die Tat war vorerst nicht bekannt, eine Erpressung wird nicht ausgeschlossen. Bis zum Abend waren jedenfalls keine finanziellen Forderungen eingelangt.
Platten einige 100 Kilogramm schwer
Der Polizei war von einem Zeugen informiert worden, dass die schweren Granitplatten, die in dem Mausoleum den Sarg abdecken, Spuren von Beschädigungen aufweisen würden. Zudem waren zwei Ziffern vom Todesdatum vom Grabstein abgerissen worden. Eine Überprüfung ergab, dass der Sarg verschwunden war. Die Ermittler gehen von mehreren Tätern aus, da die Granitplatten einige 100 Kilogramm schwer sind. Der Sarg mit den sterblichen Überresten Flicks dürfte mit einem Lkw weggebracht worden sein, Augenzeugen gibt es jedoch nicht.
Störung der Totenruhe
Strafrechtlich handle es sich bei dem Delikt um Störung der Totenruhe, aber auch um schwere Sachbeschädigung, erklärte der Leiter der Staatsanwaltschaft Klagenfurt, Gottfried Kranz. Bei Störung der Totenruhe liegt die Höchststrafe bei sechs Monaten Haft, bei schwerer Sachbeschädigung beträgt sie zwei Jahre, wenn der Schaden unter 50.000 Euro liegt. Bei höherem Schaden erweitert sich der Strafrahmen auf fünf Jahre Haft.
Flick war am 5. Oktober 2006 in seiner Villa am Südufer des Wörthersees nach schwerer Krankheit im 79. Lebensjahr verstorben. Er hinterließ eine Frau und vier Kinder. Die vier Kinder erbten das auf fünf bis sechs Milliarden Euro geschätzte Vermögen zu gleichen Teilen.
(APA/Red.)
Nachruf: Das Leben des Friedrich Karl Flick
Wiener Radtaxi Mit der Fahrrad-Kutsche durch Wien
Gefährdete Wörter Wenn der ''Afterarzt'' den ''Autofahrergruß'' zeigt
Stadttempel Zu Besuch in der Wiener Hauptsynagoge
''Eingefroren'' Fünf Minuten Stillstand für zwei Tage Spaß
Sonnenfinsternis ''Feuerring'' auf beiden Seiten des Pazifiks