Eisbären-Papa Eric hat den Schönbrunner Tiergarten bereits vergangene Woche verlassen, die beiden Zwillinge Arktos und Nanuq werden dem Zoo etwa in einem Jahr den Rücken kehren. Für Mama Olinka und Weibchen Hallensia soll bis 2011/2012 eine neue Bleibe gesucht werden. Das Gehege für die Tiere soll nämlich erneuert und dabei die Fläche verdoppelt werden, erklärte Direktorin Dagmar Schratter.
Rund zwei Jahre lang muss der Tiergarten dann gänzlich auf Eisbären verzichten. "Dass man eine Eisbären-Familie auseinanderreißt" sei ein "Schwachsinn", kritisierte Schratter Medienberichte der vergangenen Tage. Das Bärenmännchen habe als Raubtier seine Kinder nie gesehen. "Eric hätte die Jungen sofort getötet", so die Direktorin. Dass der Nachwuchs Arktos und Nanuq den Zoo im Alter von ca. zwei Jahren verlassen werde, sei wegen des Erhaltungszuchtprogramms festgelegt und bereits bei der Taufe verkündet worden.
Wenn mit dem Budget alles klappe, soll 2011/2012 mit dem Ausbau des Geheges begonnen werden, erklärte Schratter. Bis 2014 soll ein großer Rundlauf mit einsehbarem Unterwasserbecken entstehen. Die Fläche werde dabei ausgehend von derzeit rund 1.000 Quadratmetern verdoppelt. Der Zuchtprogrammleiter in Amsterdam entscheide in dieser Zeit, wo Olinka und Hallensia in dieser Zeit untergebracht werden. Nach Fertigstellung des Baus hoffe man auf eine Rückkehr der alten Zoobewohner, entschieden werde dies allerdings von dem niederländischen Experten im Sinn der Artenerhaltung.
Genau aus diesem Grund sei Eric auch bereits jetzt als bewährtes Zuchttier in den Zoo nach Rotterdam mit nur einem einzelnen Bärenweibchen übersiedelt, so Schratter. Für Arktos und Nanuq ist ein Platz in Hannover vorgesehen. Die Zwillinge sollen Ende 2009, Anfang 2010 dorthin übersiedeln.
Bis zur Renovierung könnte der Wiener Zoo seine Besucher allerdings noch einmal mit Eisbären-Nachwuchs überraschen: Man vermute, dass das Weibchen Hallensia trächtig sei, so Schratter.
(APA)
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