WIEN (red). Es ist eine langjährige Forderung von Hilfsorganisationen – die steuerliche Absetzbarkeit von Spenden an karitative Einrichtungen. Doch über den Status von Lippenbekenntnissen kam die Politik bisher nicht hinaus. Immerhin, am Wochenende kündigte Finanzminister Josef Pröll einen Spendengipfel an, bei dem über diese Maßnahme beraten werden soll.
Im Finanzministerium schätzt man die Kosten auf 80 Mio. Euro pro Jahr. Würde die Absetzbarkeit im sozialen Bereich auf gleicher Basis wie für Museen und Forschung – hier gibt es sie schon – eingeführt, könnte man mit einer Spende von 2000 Euro im Jahr 766 Euro an Steuern sparen. Um Steuerbetrug zu vermeiden, sollen die begünstigten Organisationen Spendenquittungen ausstellen.
Damit die Absetzbarkeit kein „Fass ohne Boden“ wird, will Bundeskanzler Werner Faymann nur Organisationen profitieren lassen, die „bei der Bekämpfung von Armut an vorderster Front sind“. Pro Jahr spenden die Österreicher 350 Mio. Euro. Laut Fundraising Verband Austria kommen 250 bis 300 Mio. von Privaten, weitere 50 Mio. von Unternehmen. Wegen der Wirtschaftsflaute befürchtet die Caritas Spendenrückgänge von bis zu 20 Prozent.
Absetzbarkeit von SpendenSeite 10("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.12.2008)
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