Wien(maki). Italienische Genuss-Päpste, die dieser Tage bewundernd nach Österreich blicken? Zumindest will dies Barbara van Melle, Vorsitzende von „Slow Food Wien“, beobachtet haben. Dass der Verein, bisher äußerst dezenter Ableger des italienischen Flaggschiffs, 2009 gleich elf heimische Lebensmittel als „Slow Food“ auszeichnet, habe man sogar im Slow-Food-Epizentrum Italien lautstark goutiert.
Der Hintergrund: „Slow Food“ bezeichnet eine in Rom gegründete Initiative, die sich der Kultivierung seltener Nutztiere und -pflanzen (ihr guter Geschmack ist das Haupt-, ihr Schutz ein Nebenziel) und der Förderung regionaler Esskultur verschreibt.
„Arche des guten Geschmacks“
Der heimische Zweig geht nach 10 Jahren Nischendasein in die Offensive und wählte mit dem Pflanzenschutzverein Arche Austria elf Lebensmittel in die „Arche des guten Geschmacks“: mit dabei Radieschen aus Aspern (mild, biologisch), Kremser Safran, Sulmtaler Hühner sowie Weingartenpfirsiche. 2009 soll die Liste erweitert und ein Vertriebsnetz über www.vielfalt.com aufgebaut werden. Damit will das Genuss-Konsortium seine Breitenwirkung stärken – derzeit ist Slow Food primär bei Bauern oder am Karmelitermarkt erhältlich.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.02.2009)

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