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Korruption bei Kaprun-Prozess? Anzeige gegen Gutachter

23.03.2009 | 18:36 |   (DiePresse.com)

Die Ermittlungen nach der tödlichen Katastrophe am Kitzsteinhorn seien sabotiert worden, sagen zwei Sachverständige. Sie haben Anzeige eingereicht - nicht die erste gegen die Gutachter.

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Im Kampf um eine Wiederaufnahme des Kaprunprozesses haben die Stuttgarter Sachverständigen Hans-Joachim Keim und Bernhard Schrettenbrunner am Montag am Landesgericht Wien Anzeige "wegen des Verdachtes der Korruption und der vorsätzlichen Strafvereitelung" erstattet. Die Vorwürfe richten sich gegen die Gutachter sowie unbekannte Auftraggeber. Beim Brand einer Standseilbahn waren am 11. November 2000 in einem Tunnel 155 Menschen verbrannt.

Nach Recherchen des Unternehmens von Keim und Schrettenbrunner, der Group WTW Services, seien die amtlichen Ermittlungen, die nach der Katastrophe im November 2000 vom Innenministerium vorgenommen wurden, sabotiert oder Informationen unterschlagen worden, heißt es in der Anzeige. Bis Ende 2002 sei von den Gutachtern die Brandursache und -verlauf mit dem "vollkommen frei erfundenen Einbau des Heizlüfters vom Typ 'Hobby S'" vorgegaukelt worden. Bereits bei der Spurensicherung der KTZ sei bereits seit dem 16. November 2000 bekanntgewesen, dass überhaupt kein Heizlüfters von diesem Typus in den Zügen eingebaut worden sei.

Auch vom giftigen, brand- und explosionsgefährlichem Hydrauliköl seien 560 Liter in den Zügen und Stationen eingesetzt gewesen. Dieser Einsatz sei nie begutachtet worden, heißt es weiters in der sechsseitigen Erklärung. Ferner seien Beweismittel unterschlagen worden wie z. B. die mit Öl getränkten Lärchenbretter.

Anzeige bereits im April 2008

Das österreichische Justizministerium hat nach einer Strafanzeige von Keim im April 2008 gegen die vier österreichschen Prozess-Sachverständigen weitere Ermittlungen im Fall Kaprun zugelassen. Die vier Gutachter sind aber nicht zu ihrer Einvernahme bei Gericht erschienen. Die Sachverständigen werfen nun vielmehr dem Behördenleiter der Staatsanwaltschaft Salzburg, Marcus Witek, nun Befangenheit vor. Die Oberstaatsanwaltschaft Linz muss den Vorwurf prüfen.

Bei dem verheerenden Brand in den Wagen der Standseilbahn waren am 11. November 2000 in einem Tunnel 155 Menschen verbrannt oder erstickt, unter ihnen mehr als 30 Deutsche. Im ersten Prozess 2004 in Salzburg waren alle 16 österreichischen Angeklagten freigesprochen worden. Eineinhalb Jahre später wurde das Urteil bestätigt.

Nach vergeblichen Versuchen, ein Wiederaufnahmeverfahren zu erreichen, akzeptierten die Rechtsvertreter der überlebenden Opfer oder Angehöriger schließlich im Sommer 2008 einen Vergleich, der den über 400 Angehörigen insgesamt 13,9 Millionen Euro zusprach. Rund 40 Hinterbliebene aus Japan, Holland und Deutschland haben indes am 27. Februar eine Schadenersatzklage bei einem New Yorker Gericht eingebracht. Die Klage richtet sich gegen die Gletscherbahnen Kaprun (GBK), gegen die Republik und gegen alle Firmen, die mit Bau und Betrieb der Gletscherbahn zu tun hatten.

(APA)

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11 Kommentare
helfrich
24.03.2009 18:07
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bananenrepublik

den ominösen heizlüfter hat ein unverantwortlicher schifahrer auf seinem helm montiert und damit den verheerenden brand ausgelöst, also selber schuld. ich kann nicht verstehen was man da noch will? unsere beamten die kontrollieren sollen? die arbeiten sich ja so zu tode. also keine dummen anschuldigungen.

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Gutachter

Wenn ich das Wort gerichtlich beeideter Gutachter höre, werde ich innerlich zornig. Die größten Pfeifen werden Gutachter bei Gericht und die RichterInnen haben sowieso keine Ahnung von irgend etwas und durchschauen nicht, welchen Unsinn die Gutachterpfeifen vorpfeifen. Auch gehen RichterInnen gern in psychologische Fallen und verlassen einen mal eingeschlagenen Weg so gut wie nie und wenn es der größte Holzweg ist, denn nur wenn sie stur einen falschen Weg weiter gehen ersparen sie sich viel Arbeit.

Dieses mal dürfe es hoffentlich anders sein und die faulen RichterInnen müssen nochmals arbeiten, obwohl sie viel lieber nichts tun. Doch den gerichtlich beeideten Gutachtern wird nichts passieren, denn wie sollen Richter begründen, dass sie beim Einsatz dieser Gutachter keine Gegengutachter zugelassen haben?

Gutachtergläubigkeit ist ein Problem! In Wahrheit haben Gutachter oft einen erschreckend niedrigen Wissensstand im Fachgebiet und NULL Allgemeinbildung in Kriminalogie.

Gast: Sepp112233
24.03.2009 09:29
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wer oder was ist eigentlich WTW

Was macht diese Firma eigentlich?
Inwieweit sind die beiden genannten Sachverständigen qualifiziert solche Asnschuldigungen zu erheben?

Gast: ASVG-Sklave
24.03.2009 06:49
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Unfassbares im "Rechtsstaat".

Eigentlich müssten alle betroffenen Justizminister und OGH- sowie Staatsanwaltschaftspräsidenten zurück getreten sein. Was wollen wir noch: Gefälschte Gutachten (Kaprun bzw. ungarischer Reisebus Unfall) - vernichtete Akten (wie gerade in der Cause Zilk) - und gekaufte Urteile. Tiefer kann ein Land nicht sinken. Erlöst uns von diesem Dreck.

Antworten Gast: G.Ast
24.03.2009 17:34
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Re: Unfassbares im

Bla bla bla.

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Forum shopping

die USA und deren Bananen-Justiz werden es schon richten.

nomane
24.03.2009 18:19
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Re: Forum shopping

Es gibt aber besseres Bananen-Justiz...

Wenn ich mir den Althaus-Prosess anschau...

Antworten Gast: aeiou
23.03.2009 23:15
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Re: Forum shopping

Man mag den Amis und ihrem Rechtssystem allerleid, oftmals zu Recht, anhängen. Aber eines könnten wir schon von den Amis lernen. Die schonungslose Aufdeckung. Und die Anprangerung der Schuldigen. Bis bei uns ein Sachverständiger vor den Kadi zitiert wird, muß er schon für Kreti und Pleti nachvollziehbare Lügen zum Besten geben. Und das dürfte im Fall des Kitzsteinhorn-Verbrechens ja der Fall sein. Dadurch, daß der Amianwalt ausgeschieden wurde, glaubte die Salzburger Mischpoche, nun wäre alles vorbei. Ein Irrtum, wie sich herausstellen wird. Daß dabei Österreich immer mehr in den Geruch einer Balkanjustiz kommt stört scheinbar unsere Justiz nicht.
Kann man sich vorstellen wie im Mittelalter auf ölgetränkten Planken langsam verbrannt zu werden. Denn die Rauchgasvergiftung vor dem Feuertod ist ja nur eine Beruhigungspille für die Angehörigen gewesen.

hw
23.03.2009 21:54
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Re: Forum shopping

die bananen wachsen leider schon bei uns.
hören sie sich um: über all lug und betrug.

ist ja nicht der erste prozess wo akten "verloren" gegangen sind.

DerÄtzer
23.03.2009 19:21
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Der Ätzer hat zu viel geätzt - die Zenzi ist aktiv - Wahrheiten schmerzen!


DerÄtzer
23.03.2009 19:20
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Nicht zu glauben wie verkommen die Herren der besseren Geselllschaft zu sein scheinen.

Nirgendwo verlässliche Redlichkeit - überall leugnen - weil das nur bei Holocaust verboten ist, wird gelogen wo immer wer was hergibt.

Meist Bares!