25.05.2012 18:02 | Meine Presse Merkliste 0

Migranten: Häupl gerät unter Druck

31.03.2009 | 18:34 |  ERICH KOCINA (Die Presse)

Wiens Bürgermeister muss sich mit zwei Ministerinnen herumärgern: Maria Fekter schießt sich auf Wiens Polizei ein und Claudia Schmied liefert der Opposition Futter für den Wahlkampf.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Schützenhilfe aus der eigenen Partei sieht anders aus: Mit ihrer detaillierten Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zur Zahl der Migranten in Österreichs Schulen tat Bildungsministerin Claudia Schmied Wiens Bürgermeister Michael Häupl jedenfalls keinen Gefallen. Dass 40,4 Prozent der Wiener Schüler Migrationshintergrund haben, dass es in Ottakring und der Brigittenau sogar Klassen gibt, die ausschließlich von Schülern mit Migrationshintergrund besucht werden, ist als Munition für die FPÖ im kommenden Wiener Wahlkampf geradezu prädestiniert.

Häupl war gestern, Dienstag, sichtlich bemüht, die vom Ministerium genannten Zahlen zu relativieren: „Die Diskussion ist weder neu noch originell“, so der Bürgermeister am Rande einer Pressekonferenz. Und analog zum Stadtschulrat, der bereits am Montag eine ähnlich lautende Aussendung formuliert hatte, betonte er, dass Migrationshintergrund nicht mit mangelnden Deutschkenntnissen gleichzusetzen sei. „Können die Kinder Deutsch oder nicht? Das zählt. Der Migrationshintergrund ist bedeutunglos.“

 

Kinder aus Niederösterreich nach Wien?

Die FPÖ, die von einem „Super-GAU für Österreicher mit deutscher Muttersprache“ spricht, fordert bereits eine Schülerhöchstzahl mit Migrationshintergrund von 30 Prozent. Ein Vorschlag, dem Häupl nichts abgewinnen kann. „Um diese Zahl zu erreichen, müssten wir Kinder aus Niederösterreich einführen.“ Auch die Idee, Ausländerklassen einzuführen, geht für den Wiener Bürgermeister in die falsche Richtung. „Es geht nicht um Migrantenklassen, sondern um Sprachförderungsklassen“, so Häupl. Rund 25 Prozent der Kinder eines Jahrgangs haben Sprachschwierigkeiten. Allerdings sind nicht nur Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache betroffen – rund ein Viertel hat keinen Migrationshintergrund.

 

vergrößern

 

Ziel sei, dass kein Kind überhaupt in die Volksschule kommt, das nicht Deutsch kann. Garantieren soll dies eine gezielte Sprachförderung im letzten Kindergartenjahr – das bei Bedarf um ein weiteres Jahr verlängert werden kann (siehe auch unten stehenden Artikel). Wobei Häupl einschränkt, dass es auch Lücken gibt, die man damit nicht stopfen kann – etwa „bei den 15- bis 17-Jährigen, die zu uns kommen und weder Deutsch sprechen noch eine Berufsausbildung haben“. Mit 300 bis 400 solcher Jugendlichen sei man derzeit konfrontiert. Es ist aber nicht nur das von seiner Parteifreundin Claudia Schmied ins Spiel gebrachte Schulthema, das Michael Häupl für den kommenden Wahlkampf wenig Freude bereitet – auch die jüngsten Aussagen von Innenministerin Maria Fekter (VP) in der „Presse am Sonntag“ erregen ihn sichtlich: „Das ist eine echte Chuzpe, und das ist schon sehr liebevoll und euphemistisch gesagt.“ Gemeint sind Fekters Angriffe auf die Wiener Polizei, die ihrer Ansicht nach weniger effizient als die Kollegen in anderen österreichischen Städten arbeitet – ein Umstand, den Fekter darauf zurückführt, dass die Reformen der letzten Jahre „in den Köpfen noch nicht angekommen“ seien.

„Wer hat denn dafür gesorgt, dass es in Wien 1000 Polizisten weniger gibt?“, so Häupl, „Wer hat denn die Führung ausgetauscht?“ Dafür seien Fekters Vorgänger im Innenministerium – allesamt VP-Leute – verantwortlich gewesen. Sie hätten die Polizei an den Rande des Todes gespart. Den Landespolizeikommandanten Karl Mahrer nimmt er vor Fekters Angriffen ausdrücklich in Schutz – „Was soll er tun? Er kann nur Mängelverwaltung machen.“ Hier werde auf dem Rücken von Sorgen der Wiener Bevölkerung die Sicherheit betreffend eine „unredliche, polemische Diskussion“ geführt.

Als Stadt helfe man der Polizei zwar gerne, wenn es etwa um Kriminalitätsprävention geht – so habe man etwa seit 2005 rund 5 Millionen Euro für die Förderung von Sicherheitstüren zur Verfügung gestellt. Auch habe die Stadt der Polizei in den vergangenen Jahren schon einige Aufgaben abgenommen, etwa im Melde- und Passwesen(siehe auch Seite 8). Doch könne man nicht parallel zur Polizei einen zweiten Wachkörper einrichten. Daher Häupls erneute Forderung an das Innenministerium: 1000 neue Polizisten für die Hauptstadt.

 

Schengen-Polizisten nach Wien

Wo die herkommen sollen? Etwa, so Häupl, aus grenznahen Bereichen, wo die Exekutive Schengen-Dienste beschäftigt – wo sie laut dem Wiener Bürgermeister nicht gebraucht würden. „Es ist nicht die Frage, was sich ein Regionalbürgermeister wünscht, sondern, wo Polizisten gebraucht werden.“ Und das sei dort, „wo 50 Prozent der Fälle passieren und von nur 20 Prozent der Leute bearbeitet werden“. Also in Wien.

Die Opposition im Rathaus munitioniert aber längst schon auch bei diesem Thema auf – laut ÖVP könnten 2000 Polizisten freigespielt werden, indem man sie von Aufgaben befreit, die sie jetzt für die Stadt erledigen müssen. Die FPÖ fordert Häupl auf, nicht schon wieder alles auf den Bund zu schieben. Und Michael Häupl muss hoffen, dass nicht weitere „Schützenhilfe“ aus einem Ministerium kommt. Glosse, Seite 27

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.04.2009)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

691 Kommentare
 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15
Gast: tc_t
14.04.2009 08:47
0 0

klar... die böse polizei...

eigenartig... in all den jahren die ich nun in wien bin, hatte ich nie probleme mit ihr... also denk ich mal... wer wind sät, wird sturm ernten... was unsere gutmenschen natürlich so nicht sehen wollen... davon abgesehen.. zuerst den apparat politisch ausdünnen, und dann wunder, dass dank ostöffnung und eu_rumänenintegration die verbrechensquote steigt und an allen ecken und enden bettler auftauchen. das ganze ist ein politisches problem

Gast: Beobachter
13.04.2009 15:30
0 0

Was bringt die "Qualitätszeitung" Presse morgen?

Die Studie, dass Rauchen gesund ist des Dr. Marlboro?

Natürlich wird der Pürstl nicht sagen, seine Truppe sei ein Haufen fauler Versager, die lieber im Kommisariat Karten spielen als auf der Straße Verbrecher zu stellen.

Gast: Gast
13.04.2009 10:08
0 0

auch _maßhaltende_ Fußtritte sind strafbar,

zwei Wirbel-QUER-Fortsätze können nur durch heftige Fußtritte gegen den Rücken eines Liegenden brechen. Eine andere Ursache für genau diese Verletzung gibt es nicht.

Ein Polizeipräsident, der Polizeimärchen glaubt, ist entweder ein Koffer – oder er steckt mit seinen Schlägern unter einer Decke.

Antworten Gast: gast
13.04.2009 10:46
0 0

Re: auch _maßhaltende_ Fußtritte sind strafbar,

" .. oder er steckt mit seinen Schlägern unter einer Decke. .. "
No na.

Gast: gast
12.04.2009 23:31
0 0

Pürstl

So unsympathisch der Mann ist: Er hat nur die Suppe auszulöffeln, die ihm andere eingebrockt haben.

Hafner
12.04.2009 19:16
0 0

Morgen frag ich den Herrn Siemens ..

... ob Siemens eine gute Firma ist.
Irgendwie frag ich mich, was im Gehirn von Journalisten so vorgeht.

Gast: gast
12.04.2009 09:24
0 0

Vielleicht

ist der Gedanke abwegig, aber braucht man unbedingt bewaffnetes Verwaltungspersonal bei der Polizei ?
In anderen Worten:
Wenn schon angeblich Personalknappheit herrscht, so könnte man das vorhandene Personal von unproduktiven Arbeiten entlasten.
Daß es im warmen Wachzimmer schöner ist als auf der Straße, mag zwar verständlich sein; aber nicht im Sinn des Steuerzahlers.
Dem man übrigens bedeutet, daß ihn zwar die Polizei nicht schützen könne, er sich aber keinesfalls selbst schützen dürfe ..

Antworten helfrich
12.04.2009 19:03
0 0

Re: Vielleicht

ich würde zuallererst alle fernseher aus den wachzimmern entfernen. wer hat schon am arbeitsplatz einen fernseher stehen. weiters wie ist es möglich, als polizist 2 nebenjobs zu haben? oder einer meiner nachbarn, der um 07.00 uhr zum tagdienst geht, dauert bis 19.00 uhr, anschließend gleich den nachtdienst anhängt, und um 07.00 früh heimkommt, aber sofort sporteln geht. keine spur von müdigkeit. seltsam?

Antworten Antworten Gast: ASVG-Sklave
12.04.2009 20:27
0 0

Re: Re: Vielleicht

:-))

Weinheber
12.04.2009 09:14
0 0

Wer es gerade noch schafft,

die Kriminalität auf hohem Niveau zu halten und nicht ausufern zu lassen, wird schnell betriebsblind.

So wie unser Herr Prüstl.

Es scheint so zu sein, dass die Polizei sich mit dieser Situation abgefunden hat.
Mehr ist nicht drinnen, sagt sie, weil das nötige Personal fehlt. Stimmt nicht, das Personal ist da, nur ist es falsch eingesetzt. Bespiele gibt es genug.
Blöd ist halt, dass die Bürger langsam die Nase voll haben und die Wahlen näher rücken.

Dann muss was für die Statistik getan werden und die Quote von 30 Wohnungseinbrüchen auf 28,5 gedrückt werden.
Nach den Wahlen nimmt alles wieder seinen alten Lauf.

Gast: Ferdl aus Wien
11.04.2009 18:56
0 0

"Effizient"

Beobachtung aus unserem Grätzl: einen Verteter der Sicherheitspolizei findet man vielleicht einmal pro Jahr bei uns (und der hat sich vielleicht nur verirrt). Die Damen und Herren von der Parkraumüberwachung gieren jedoch täglich durch die Windschutzscheiben geparkter Autos! Vielleicht steht ja einer schon um 5 Minuten zu lang da?! SCHKANDAAAAL!!! - JETZT MUSS ER BLECHEN! So schaut's aus in Ösistan. Auf unsere Sicherheit wird geschi..en.

Gast: Beobachter
11.04.2009 18:23
0 0

WARUM????

Hat man beim Falschparken nach 30 Minuten SICHER einen Strafzettel, kann aber Einbrecher nicht fangen???

WEIL es nix bringt, Einbrecher sind ja im Endeffekt nichts anderes als ein privatisiertes Finazamt, das einem sein Eigentum wegnimmt. Brueder der Republik, mit anderen Worten.

0 0

Re: WARUM????

Hat Ihnen das Finanzamt das Klopapier aus den erhöhten Werbungskosten zur ArbeitnehmerInnenveranlagung herausgestrichen, woraufhin Sie ewige Feindschaft geschworen haben, oder was ist los?

Parkraumüberwachung und Kriminalpolizei sind übrigens zwei Paar Schuhe. Womit gesagt sein soll, dass Polizei nicht gleich Polizei ist.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
11.04.2009 19:16
0 0

Re: WARUM????

Exzellenter Einwand, der aufzeigt welche Prioritäten die Stadtverwaltung setzt. Auf den Punkt gebracht: Strafzettel innnerhalb von 30 Minuten Polizeischutz erst Stunden NACH begangener Tat.

Gast: ASVG-Sklave
11.04.2009 18:18
0 0

die Kriminalität spricht für sich - Übergriffe jetzt auch in der U-Bahn

Auch das ist öffentliche Sicherheit: Mein Sohn saß vor wenigen Tagen in der U-Bahn. Etwas später steigen ca. 10 Türken ein und setzen sich hinter ihn. Durch die Spiegelung der Fenster sieht mein Sohn wie einer der Türken hinter ihm ein Feuerzeug herausnimmt und ihm die Haare versengen will. AUCH das ist öffentliche Sicherheit, die die Wiener Polizei nicht zu garantieren vermag. Herr Pürstl, sorgen Sie durch SICHTBARE Präsenz Ihres Personals dafür, dass die Öffentliche Ordnung hergestellt wird. Das ist ein Skandal! Polizei in den Wachzimmern, die erst nach begangener Tat zum Einsatz kommt, ist unnütz. Sollen sie ihre Fernsehprogramme und Internetunterhaltung zu hause suchen. Polizeieinsatz heißt DIENST AUF DER STRASSE.

0 0

Die Wiener Polizei ist effizient?

wahrscheinlich beim Einhalten der Dienstzeiten. Wien ist eine Hochburg des Verbrechens!

Antworten tom1305
11.04.2009 17:52
0 0

Re: Die Wiener Polizei ist effizient?

Wer Wien als "Hochburg des Verbrechens" bezeichnet ist in seiner Weltkenntnis höchst begrenzt.

0 0

Re: Re: Die Wiener Polizei ist effizient?

aha, weils anderswo übel ist, muss es bei uns auch übel sein?

mfg
mc

Antworten Antworten Antworten tom1305
12.04.2009 11:55
0 0

Re: Re: Re: Die Wiener Polizei ist effizient?

Sie verstehen etwas nicht ganz: Eben das wollte ich sagen, Wien ist für eine Großstadt (denn man kann ja Äpfel nicht mit Birnen vergleichen) alles andere als übel.

Wer es in Großstädten so schlimm findet und unter Angstzuständen leidet darf halt eben nicht in jenen leben.

Antworten Antworten Gast: Machinehead
11.04.2009 18:35
0 0

Re: Re: Die Wiener Polizei ist effizient?

Wer das negiert ebenfalls.

Antworten Antworten Antworten tom1305
11.04.2009 22:04
0 0

Re: Re: Re: Die Wiener Polizei ist effizient?

Na bitte, jetzt wollen wir mal ernsthaft sein: Natürlich kann ich Wien nicht mit Großmutschen vergleichen, denn das sind andere Welten.

Wenn ich jedoch Wien mit anderen europäischen Großstädten vergleiche steht es nach wie vor sehr gut da. Das bestätigen immer wieder verschiedene Untersuchungen ( http://is.gd/rXoi - um nur eine zu nennen) und das hab ich auch schon selber in einigen Reisen festgestellt.

hugo8
04.04.2009 14:45
0 0

sieht sehr

sieht sehr gut aus für häupl

sehr gut für seine abwahl, weil das problem kann er nicht aus der welt schaffen, hinauswerfen kann er die migranten nicht, vermischen geht auch nicht, wer will denn bitte mit so vielen ausländern seine eigenen kinder schlechter unterrichtet wissen, zu viel ist halt zu viel

vielleicht merkt man bald das es einfach zu viele zuwanderer sind damit man sie normal in klassen integrieren kann

oder glaubt er in klassen mit 24 kindern, davon 12 migranten ohne gscheites deutsch werden sich die kinder ordentlich weiterbilden

= multikulti ist vorbei herr häupl

strache soll nich bürgermeister werden, ansonsten müsste er sich jeden tag mit so viel gesindel herumärgern

derpradler
04.04.2009 10:35
0 0

Die schwarze Strategie

geht wieder auf. Neue Uniformen, lassen zwar die Polizei aussehen, als wären es NewYorker COPS, die Schwächung der Polizeistärke bezahlt aber das Volk mit einer nur mehr bedingt einatzbereiten Polizei. Man hat viel Geld für eine völlig sinnlose Umstrukturierung ausgegeben, warum wissen nur Politiker selbst.
Und als Dank für den Blödsinn den Herr Strasser da gemacht hat, wird er jetzt, da ihn sonst niemand haben kann, auch noch belohnt, indem man ihn nach Brüssel schickt. Was wieder nichts anderes heißt, als der Steuerzahler muß in weiter erhalten.
All das weiß Frau Fekter nicht, weil sie es auch nicht verstünde. Daher ist jetzt auch der Häupl für die abgehalfterte Polizei verantwortlich. Ab einem gewissen Grad an Dummheit kann man nur mehr beim PRÖLL Poliker(in) werden, das muß man verstehen.

Gast: Kurz gefragt
04.04.2009 08:49
0 0

Könnte sein, daß Wahlen kommen?


heri3
03.04.2009 21:13
0 0

es ist schon komisch!

der strasser hat die polizei abmontiert bis zum geht nicht mehr.die schottermitzi will jetzt die schuld bei anderen suchen.es sind schwarze versager und speichelecker die sich die führungsposten bei der wiener sowie auch in ganz österreich erkrochen haben!größtenteils unfähige parteischmarotzer komandieren die österreichische exekutive! vom strasser eingesetzt,vom schüssel befohlen!das ist schwarze innenpolitik!

0 0

Re: es ist schon komisch!

und die roten machen es ihrer ansicht nach viiiiiiiieeeeeel besser?

wie gut sieht man an der jahrzehntelangen herrschaft in wien.

mfg
mc

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15