Sikh: Alarm vor Tag der offenen Tür in Wien

28.05.2009 | 18:08 |   (Die Presse)

Terrororganisation bekannte sich zu Bluttat – Nervosität vor Tag der offenen Tür. Einer der Verdächtigen befindet sich nach einem Kopfschuss noch im UKH Meidling.

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WIEN (stög.).Neben den umfangreichen Ermittlungen nach dem Anschlag auf den Sikh-Tempel im 15.Bezirk vom vergangenen Sonntag rüstet sich die Wiener Polizei für ein Ereignis in der Wiener Sikh-Community: Am 7. Juni veranstaltet das „Gurdwana Sikh Zentrum“ in Meidling im Rahmen des „Festivals der Bezirke“ einen Tag der offenen Tür. Nach den Ereignissen vom Sonntag wird dort das Polizeiaufgebot enorm sein. Die FPÖ forderte am Donnerstag indes die Absage der Veranstaltung – aus Sicherheitsgründen.

Derzeit gehen die Ermittler aber noch einem angeblichen Bekennerschreiben nach. Darin übernimmt die „Khalistan Zindabad Force“ (KZF) die Verantwortung für den Anschlag. Wie berichtet wurde am vergangenen Sonntag der Guru Sant Rama Anand durch Schüsse so schwer verletzt, dass er wenige Stunden später starb. 16 Personen wurden verletzt. Die KZF kämpft seit vielen Jahren für einen unabhängigen Sikh-Staat in Khalistan. Den Höhepunkt der Tätigkeiten verzeichnete die KZF in den 1980er-Jahren. 2005 wurde die KZF von der EU als terroristische Organisation eingestuft.

Das per Mail eingegangene Bekennerschreiben soll an den Radiosender Akash im Süden von London adressiert gewesen sein. In diesem Teil der britischen Hauptstadt lebt eine große Sikh-Gemeinde. Über das Schreiben berichtete unter anderem die englischsprachige indische Zeitung „The Hindu“. Donnerstagnachmittag hieß es aus der Wiener Polizei, Experten würden die Authentizität der Nachricht prüfen. Man könne einen „Trittbrettfahrer“ aber nicht ausschließen. In der Bekennerbotschaft wird laut Radio Akash das nicht dem Sikh-Glauben entsprechende Verhalten der Ravi-Dass-Gemeinschaft genannt. Da die Gruppierung trotz Warnungen weiter „Sünden begangen“ hätte, sei das Attentat unvermeidlich gewesen.

Unterdessen erklärte die Wiener Polizei am Donnerstag, es konnten alle mutmaßlichen Täter identifiziert werden. Bei den sechs Verdächtigen handelt es sich um Männer im Alter von 24 bis 45 Jahren. Sie stammen aus dem Punjab oder aus benachbarten Bundesstaaten im Norden Indiens. Vier der Männer haben Asylanträge gestellt. Davon einer wegen einer angeblichen „Familienfehde“ in Indien, der zweite aus „religiösen Gründen“, der dritte gab überhaupt keinen Grund an. Ein vierter Verdächtiger hat ebenfalls einen Asylantrag gestellt. Da er aber nie zu einer Ladung erschienen sei, ist kein Asylgrund ersichtlich, berichtete ein Polizeisprecher am Donnerstag. Zwei Verdächtige sind illegal nach Österreich gereist. Einer soll sich bereits seit dem Jahr 2001 im Land aufhalten, der andere soll erst im vergangenen Jahr illegal eingereist sein.

 

Falsche Identitäten

Einer der sechs Verdächtigen befindet sich nach einem Kopfschuss weiterhin im UKH Meidling. Dort wird er von Uniformierten und Zivilpolizisten bewacht. Auch der bei dem Attentat schwer verletzte zweite Prediger wird weiterhin in einem Spital behandelt und ebenfalls streng abgeschirmt. Er ist auf dem Weg der Besserung.

Auf die Frage, warum es mehrere Tage dauerte, bis die Verdächtigen identifiziert werden konnten, heißt es bei der Polizei: „Sie haben verschiedene Identitäten angegeben.“ Außerdem sei es schwierig gewesen, Dolmetscher aufzutreiben. Mittlerweile werden die fünf Männer – der sechste, der als mutmaßlicher Haupttäter gilt, ist noch nicht vernehmungsfähig – von insgesamt sechs Dolmetschern zur Tat und zu den Hintergründen befragt. Zusätzlich sprachen die Dolmetscher auch mit rund 30 Zeugen, die im Gebetshaus waren, als die Schüsse fielen. Von der zuständigen Tatortgruppe im Landeskriminalamt wurden bisher rund 300 Tatortspuren aus dem Tempel in der Pelzgasse gesichert, weitere würden noch folgen, berichtet die Polizei.

Auf einen Blick

Ein Anschlag auf zwei Gurus der Sachkhand-Sekte führte am vergangenen Sonntag zu einem Blutbad in einem Sikh-Tempel in Wien-Fünfhaus. Ein Prediger starb nach einer Notoperation, ein zweiter überlebte schwer verletzt. Die sechs mutmaßlichen Attentäter aus Nordindien wurden gefasst. In London tauchte unterdessen ein Mail auf, in dem sich die Terrororganisation Khalistan Zindabad Force (KZF) zum Anschlag in Wien bekennt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.05.2009)

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845 Kommentare
 
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Gast: Smart
09.07.2010 11:19
0

Re: Sikh Dolmetscher fehlen.

Antwort zu "Gast:neutral"

Du bist sehr arm. Antwort zu deiner Aussage hier:
Stell Dir mal vor: Du bist in Indien und in einem schiwerigen Fall verwickelt. Dann steht Dir keinen Dolmetscher für Deutsch zu verfügung. Du kannst dich nicht äußern...dich versteht keiner...du wirst einfach zu iregendwas verurteilt und landest hinter Gitter....viel Spaß!!
Ich glaube, es fehlt hier um eine gewisse Bildung um solche basislose Kommentare rauszuschicken....traurig.

Gast: neutral
03.06.2009 21:08
0

Sikh Dolmetscher fehlen.

Für wie blöd halten sie die Österreichische Bevölkerung eigentlich. Wenn sie schon die Steuergelder der "arbeitenden ÖSTERREICHER" schamlos verschleudern und dann noch nebenbei behaupten es fehle an Dolmetschern,
lassen sie doch Menschen aus Indien einfliegen
(wieder auf unsere Kosten ) die dieses Dialektes mächtig sind. Und schon ist die Angelegenheit ereledigt. Oder noch einfacher. Übergeben sie die Attentäter einfach den Sektenmitgliedern. Im null komma nichts erledigt sich dieses Problem von selbst.

Gast: manfredo
29.05.2009 15:51
0

Wo bleiben............

die handvoll Postings,die ich heute verfaßt habe?Egal,ob ich mich einlogge oder als Gast kommentiere,es gibt immer Probleme!Absicht oder Methode?Na ja,ich habe im letzten Jahr seltsame Erfahrungen mit meiner einstigen
favorisierten Zeitung gemacht.Zunächst hatte ich dauernd Probleme mit dem Abo,als ich kündigte,wurden mir trotzdem die Abokosten noch einige Monate
in Rechnung gestellt!Nun will ich wenigstens
online an der Meinungsvielfalt teilhaben und
gelegentlich posten.Will "die presse"unbedingt
jahrzehntelange Leser vertreiben?

Gast: Valentin
29.05.2009 11:02
0

Asylwerber - einer wegen einer "Familienfehde"

Na toll, da ballern Asylwerber wie wild drauf los und geniessen weiter den Schutz der Republik.
Werden sie eventuell wegen kriminellen Taten in Indien verfolgt, nicht wegen ihrer politischen Überzeugung? Und machen sie hier genau das selbe wie vorher?

Früher waren fast alle Flüchlinge beschützunsgwürdig, heute scheint sich dies geändert zu haben. Was da an Missbrauch, an Kriminalität und schlimmen Vorjommnissen passiert, ist langsam unheimlich.
Die Politik ist gefordert, endlich etwas zu tun.

Der Rechtsstaat pervertiert sich,

wenn er sich mehr um die Wahrung der "Menschenrechte" für die Mörder interessiert als um den Schutz seiner Bürger.

Ein Mensch, der einem anderen Menschen die Menschenrechte durch ein Gewaltverbrechen aberkennt, hat auch seinen eigenen Anspruch auf Menschenrecht verwirkt.

Schützt endlich die Opfer! - Und übergebt die Täter ihren Richtern (die in diesem Fall - da es sich um einen idischen "Bürgerkrieg" handelt - in Indien zu suchen sind).

illegale, asylwerber

bitte mehr davon. das leben in österreich ist noch nicht spannend genug.

mfg
mc

Warum

sollen österreichische Steuergelder verschwendet werden um eine Religionsveranstaltung zu beschützen/bewachen, wenn ein friedlicher Ablauf nicht vorausgesetzt werden kann muß die Veranstaltung eben abgeblasen werden !
Oder müssen bald alle Religionsenirichtungen unter Polizeischutz arbeiten !?
Wer teilnimmt soll das auf eigene Verantwortung machen !!!

Gast: gast
29.05.2009 09:47
0

unglaublich

Vier der Männer haben Asylanträge gestellt. Davon einer wegen einer angeblichen „Familienfehde“ in Indien, der zweite aus „religiösen Gründen“, der dritte gab überhaupt keinen Grund an. Ein vierter Verdächtiger hat ebenfalls einen Asylantrag gestellt. Da er aber nie zu einer Ladung erschienen sei, ist kein Asylgrund ersichtlich, berichtete ein Polizeisprecher am Donnerstag.

wie ist das bitte möglich? einer gab überhaupt keine asylgrund an? es reicht!

die FPÖ fordert die Absage -der einzig vernünftige Vorschlag !


Oder soll der Staat (wir) wieder Unsummen für den Polizeischutz ausgeben ?
Es ist eine Frechheit mit welcher Kaltschnäuzigkeit ständig Polizeischutz für irgendwelche Unternehmungen unserer Zuwanderer gefordert wird --wir Steuerzahler bezahlen das !!

Grüne Bühne

seit jahren will uns das grüne G weißmachen wie wichtig die zuwanderung für österreich sei. der sozialstaat wäre ohne neue österreicher nicht zu erhalten. außerdem sollte österreich die sünden von 1938-1945 bis in alle ewigkeit sühnen. deshalb bieten wir fanatikern einen spielplatz. dieser spielplatz ist ziemlich groß und hat den namen wien.

Re: Grüne Bühne

bitte mehr davon. ich will auch chaos und anarchie und endlich einmal eine villa mit dienstboten und bmw haben. :))

oder zwei oder drei. :))

mfg
mc

Re: Re: Grüne Bühne

Chaos und Anarchie gibt¿s gratis und ungefragt, Villa mit Dienstboten leider nicht.

Re: Re: Re: Grüne Bühne

oh doch. ich bin der erste, der in der villa sitzt und das verteidigt :))

mfg
mc

Re: Re: Re: Grüne Bühne

chaos und anarchie kostet einiges mehr, aber meistens ist eine frau daran schuld. ausnahmsweise war scheinbar bei diesem anschlag nichts weibliches im spiel, das hat seltenheitswert.

Die Grünen Spin Doctors..

..tüfteln schon eifrig daran, wie man das Ganze doch noch den Österreichern in die Schuhe schieben könnte. Einen Versuch gabs ja schon, denn man habe die Polizei ja im Vorhinein informiert und nur weil die böse österr. Polizei nicht präventiv reagiert habe, sei das Ganze passiert. Mal schaun, was von Grüner Seite noch kommt (ausser dem verzw. Entlastungsangriff vom Musikanten).

Re: Die Grünen Spin Doctors..

ach was, das waren keine sikhs, das waren verkleidete rechtsrechte. :))

mfg
mc

Wunderbare Beispiele

Es wird sich doch sicher ein Pfarrer - oder auch ein Guru - irgendwo finden, der ihnen Unterschlupf gewährt und Pressearbeit für sie macht.

Ich warte jetzt fast darauf, dass die Grünen sich zu Wort melden mit der Aussage, dass diese Männer in Indien keinen fairen Prozess bekommen würden und sie deshalb nicht abgeschoben werden können.

Re: Wunderbare Beispiele

darauf können sie (grünes) gift nehmen.
denn indien kann man diese terroristen nicht zumuten. uns schon. weil 38-45 uswusw.

und nach dieser zeit waren wir auch so uneinsichtig, nicht kommunistisch werden zu wollen.

mfg
mc

Gast: Alois
28.05.2009 16:43
0

gut integriert

Wo bleibt der Aufschrei der GRÜNEN? Die armen Attentäter waren doch sicher gut integriert in Österreich und können nichts dafür dass sie so sind wie sie sind. Fr. Glawischnig könnte sie doch bei sich aufnehmen, oder?

Und die Grü.nen sind sicher...

GEGEN die Abschiebung dieser straffällig gewordenen (Schein-) As.ylanten... Wetten?

heilige Männer???? Und das von einem Anwalt. Da fällt mir nur heiliger Zorn ein


Gast: manfredo
28.05.2009 14:16
0

Warum?

Warum,verdammt, kommen meine Postings auch mit richtigem Code nicht an? Was ist mit der "freien Presse"los?Gestern nachts,heute mittags-dabei bemühe ich mich soooo,lange und gut recherchierte Potsings zu verfassen.
Den dummen Sicherheitscode lese ich auch richtig-und dann taucht"falsch" auf-kann man das nicht abschaffen?Sind diese Foren nur mehr Kasperltheater?

Staatsversagen

Der österreichische Staat kann schon heute den religiösen Frieden nicht sichern, wie soll er das erst in zehn Jahren können, wenn die Fundamentalisten muslimischer und sonstiger Herkunft noch weit stärker in Österreich vertreten sind?

Re: Staatsversagen

die dafür verantwortlichen werden dann im aussereuropäischen ausland vor dem fernseher sitzen, die zustände (bürgerkrieg) sich gemütlich anschauen und über die pösenpösen österreicher schimpfen, die sich so gar nicht integrieren wollen.

mfg
mc

Gast: Guilty
28.05.2009 11:08
0

Aber bitte nicht zu streng bestrafen

übt Nachsicht und Demut vor anderen Kulturen
die uns sooooooo unendlich bereichern. Wo kämen wir denn dahin wenn wir diese friedlichen Leute nicht mit Glaceehandschuhen angreifen würden. Könnten wir uns doch glatt wieder einen schon dieser inflationären Nazi
Rüffel von unseren ach so hoch geschätzten Links Grün Goodies einhandeln. Wollen wir das wirklich aushalten? Oder rinnt es an uns schon runter wie Wasser?

Antworten Gast: Der oberste Sozialist
28.05.2009 11:46
0

Genau

Wir müssen den kulturellen Hintergrund dieser Tat verstehen und dürfen nicht mit unseren Maßstäben urteilen.

Wenn es allerdings um die Verhängung der Strafe geht, wird die landestypische Bestrafung nicht angewandt. Da werden nur unsere milden Strafen verhängt.

Gutes Geschäft.

 
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