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Kinderpornos: Streit um Internetsperren

04.06.2009 | 18:31 |  MANFRED SEEH (Die Presse)

Zensur oder Opferschutz? Die Verschärfung des Sexualstrafrechts löst einen Streit über Internetblockaden aus. Bloßes Betrachten, nicht wie bisher „nur“ das Besitzen, bringt die Täter vor den Strafrichter.

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WIEN. Diese Woche (1. Juni) ist sie in Kraft getreten – die heiß debattierte Verschärfung des Sexualstrafrechts, Stichwort: Kinderpornografie im Internet. Seit Montag machen sich auch jene Internetbenutzer strafbar, die wissentlich auf Kinderpornos zugreifen. Bloßes Betrachten, nicht wie bisher „nur“ das Besitzen, bringt die Täter vor den Strafrichter. Das Inkrafttreten dieser Novelle löst nun einen Streit um Sperren von Kinderporno-Internetseiten aus.

Dabei klingt alles einfach: Wenn schon im Internet Bilder von sexuell missbrauchten Kindern oder Jugendlichen zu finden sind, wenn also diese abstoßenden Darstellungen kursieren, dann müssen diese Seiten eben vom Netz genommen werden. Was einfach klingt, ist in der Praxis umkämpft. Und problematisch. In Österreich werden kaum Kinderpornos produziert. „Hier sitzen die Konsumenten“, sagt Harald Gremel, Internetermittler der Meldestelle für Kinderpornografie im Bundeskriminalamt. Groben Schätzungen zufolge sind es 5000 bis 10.000 Personen. Die Server (Zentralrechner), die die Bilder liefern, befinden sich aber im Ausland, etwa in den USA, in Russland oder in Spanien. Das Reizwort heißt Webfiltering. Die Strategie dahinter: Wenn man die Kinderpornoseiten nicht auslöschen kann, so kann man aber sehr wohl den Zugriff sperren.

 

Provider protestieren

Und was ist mit anderen verbotenen Inhalten? Sollen die auch gleich gesperrt werden? Wer entscheidet darüber? Es sind genau diese Fragen, die nun von den Internet-Providern (Anbieterfirmen) gestellt werden. „Es wird eine Zensurinfrastruktur geschaffen, mit der man generell Inhalte filtern kann“, übt der Generalsekretär der Internet Service Providers Austria (ISPA), Andreas Wildberger, scharfe Kritik an den Bestrebungen, das Internet künftig teilweise zu blockieren. Im Übrigen seien Zugangssperren zu bestimmten Inhalten technisch leicht zu umgehen. Anleitungen dazu kursieren bereits – wo sonst? – im Internet. Und noch etwas: Falls solche Sperrlisten in falsche Hände geraten, würde man Sextätern eine geradezu perfekte Sammlung von Links zu einschlägigen Internetseiten liefern.

Internetfahnder Harald Gremel hört die Botschaft wohl, glauben kann er sie nicht ganz: „Webfiltering ist mit Sicherheit sinnvoll. Die Provider sind dagegen, weil es was kostet, weil sie einen Aufwand hätten, sie müssten Filter einbauen.“ Seine Forderung: „Ja“ zu Sperren von Kinderpornoseiten.

 

Vorbild Deutschland

Nachsatz: „In Deutschland funktioniert es.“ Ebendort haben kürzlich mehrere große Provider zugesagt, Kinderpornoseiten künftig zu sperren. In anderen Ländern, wie etwa Norwegen, Schweden, Dänemark, sind Zugangssperren (Webfiltering) schon seit 2004 bzw. 2005 obligat.

Dass auch in Österreich Handlungsbedarf herrscht, zeigen Zahlen: Langten im Jahr 2007 exakt 3698 Hinweise bei der Meldestelle für Internet-Kinderpornografie ein, so waren es im Vorjahr bereits 5238. Allein in Wien wurden 2007 163 Fälle von „Pornografischen Darstellungen Minderjähriger“ polizeilich angezeigt. 2008 waren es schon 373. Österreich gesamt: 504 Fälle vor zwei Jahren, 862 im Vorjahr.

 

Kampf gegen Produzenten

Auch das Justizministerium vertritt die Haltung des Bundeskriminalamtes, das Motto von Ministerin Claudia Bandion-Ortner: Wenn man die Kinderporno-Konsumenten abhält, wenn sich also weniger Personen am weltweiten Markt bewegen, trifft dies auch die Produzenten. Womit das nächste Problem am Tisch liegt: Internetblockaden treffen die Täter – wenn überhaupt – nur indirekt. Das Produzieren des menschenverachtenden Materials in irgendwelchen Hinterzimmern wird dadurch nicht gezielt vereitelt. ISPA-Generalsekretär Wildberger: „Das Internet bringt diese Gräuel nicht hervor.“ Es sei nur „ein digitales Abbild unserer Gesellschaft“. Weiter: „Hat die Gesellschaft ein Krebsgeschwür, wie eben Kindesmissbrauch, so findet sich dieses auch im Internet wieder.“ Zugangssperren zu verhängen „würde bedeuten, ein Melanom mit Make-up zu verdecken“. Weiterer Bericht, S. 14

AUF EINEN BLICK

Sperren von Kinderporno-Internetseiten könnten in Österreich bald verhängt werden. Die Provider sind dagegen,
wittern Zensur. Die nun in Kraft getretene Verschärfung des Sexualstrafrechts heizt den Streit an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.06.2009)

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42 Kommentare
 
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Gast: Deepice
18.06.2010 23:30
0 0

Kinderpornografie im Internet

Also ich finde da sollte man auch in Deutschland ganz knallhart gegen diese Typen vorgehen und schon allein das ansehen sehr hart bestrafen. Ich denke da an Strafen nicht unter 5 Jahre JVA und obendrein eine saftige Geldstrafe die auch durch eigene Besitztümer eingezogen werden kann. Nichts ist schlimmer als ein Kind sexuell zu belästigen, solche Kinder haben im späteren Leben meist keine rechte Chance mehr auf ein erfülltes Leben. Ich spreche da aus Erfahrung am eigenen Leib.
Also alles was auch nur annähernd mit Kindersex im Net zu tun hat oder auch nur danach aussieht bitte sofort und erbarmungslos löschen oder blocken. Damit meine ich auch solche Seiten die zB. Kindermodels zeigen. Sowas hat im Internet nichts verloren. Auch Kinderfotos in Partnerbörsen sollte man löschen, hier wäre es auch egal ob die Kinder bekleidet sind oder nicht, in Erwachsenenbörsen haben solche Bilder in keiner Form etwas verloren.


Gast: pirat
06.06.2009 03:49
0 0

Löschen von Kinderporno Seiten kein Problem

Wie eine Demonstration des AK Zensur gezeigt hat, lassen sich fast alle Server mit KP Inhalten binnen 12h vom Netz nehmen. Eine Zensur würde diese Server eher schützen als bekämpfen. Mehr dazu auf http://www.internetzensur.at/node/31
" target="_blank">http://www.internetzensur.at/node/31


Was unterscheidet Europa eigentlich noch von China???

phuter
05.06.2009 13:38
0 0

Es geht nicht um das Wohl der Kinder...

Es geht um politisch unliebsame Websites, es geht um die Zerstörung des freien Zugangs zu Information. Um nichts anderes.
Wollte man wirklich mit Kipo Produzenten fertig werden, so gäbe es wesentlich effizientere Methoden.

Gast: wasserwerk
05.06.2009 12:06
0 0

sprerren sind richtig weil:

wenn eine cd mit kinderpornographie am rathausplatz gefunden wird, bleibt die ja auch nicht liegen! polizei findet das beweismittel, es wird konfisziert und richter "segnet" die rechtmäßigkeit der beschlagnahmung ab (das zum Thema "ohne richterlichen Beschluss")! genauso ists im internet als nicht rechtsleeren raum - wenn kinderpornographie gefunden wird, kanns doch nicht liegen bleiben wo es ist: internetsperren bei dieser straftat sind richtig und wichtig!

Antworten Peregrin
05.06.2009 14:42
0 0

Re: sprerren sind richtig weil:

Diese ganze Geschichte hat mit KP ueberhaupt nichts zu tun.

Antworten Gast: stimmt ja net...
05.06.2009 12:43
0 0

Re: sprerren sind richtig weil:

eben genau das ist das problem.

nix wird konfisziert!
die CD bleibt liegen!
es is so als ob die polizei einen pappkarton über die CD drüberstellt und hofft, dass niemand drunterschaut...


Antworten Antworten Peregrin
05.06.2009 14:40
0 0

Re: Re: sprerren sind richtig weil:

... und die Passanten pauschal verpflichtet, fuer die Aufstellung beliebiger Pappkartons im voraus zu bezahlen.

Antworten Antworten Antworten Gast: pirat
06.06.2009 03:50
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Re: Re: Re: sprerren sind richtig weil:

und in Deutschland macht sich dann auch der strafbar, der sich den Pappkarton ansieht.

Copernicus
05.06.2009 09:51
0 0

friendly fire?

Nicht dass in diesem Fall, die "Konsumenten" unbedarfte Hascherl wären - und von mir aus bestraft sie mit aller Härte des Gesetzes - aber wäre es nicht zielführender mehr Geld & Energie in den direkten Schutz von Kindern zu stecken? Alleine die heuer kolportierten Mißbrauchsfälle in Österreich böten bereits eine breite Pallette an Verbesserungsmöglichkeiten an (besser geschulte Ärzte, engagierte Jugendschutzbehörde, Heime und nicht zuletzt Aufklärungskampagnien für mutige Mitmenschen...). Oder ein international koordiniertes Vorgehen gegen die Produzenten & Hintermänner dieser Machwerke. Oder auch nur der tatsächliche Vollzug bereits bestehender europäischer Gesetze wäre schon eine Verbesserung - ohne Schutz/Verharmlosung "besserer Kreise" (wie zB: kirchliche Kinderheime in Irland/UK oder hohe Beamte in Belgien).
Eine Abwälzung der Verantwortung an Internet Provider ist natürlich einfacher & billiger - und öffnet gleichzeitig das Hintertürchen für staatliche Informationskontrolle. Die "Bösen" werden dadurch sicher nicht abgehalten (verboten ist es ja jetzt auch schon!), "legale" INet Besucher aber von bestimmten Seiten ferngehalten. Und WER bestimmt, welche Seiten gefiltert werden? WAS darf nicht mehr verbreitet werden? Alles was die Regierung eines Landes "unterm Tisch halten" möchte? Gute Beispiele dazu sehen wir derzeit in China, Tibet, Bhurma, etc...Dort wird die Bevölkerung auch nur vor "schädlichen Inhalten" geschützt!

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Re: friendly fire?

tja, da sind wir bei einem "modetrend" der heutigen zeit. man bekämpft niemals ursachen sondern nur noch symptome.

ursachenanalyse ist offensichtlich überforderung.

mfg
mc

Gast: gast
05.06.2009 09:18
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DEr Fall ist klar ..

Der Staat hat das Recht unerwünschtes Verhalten einzuschrenken, und Mißbrauch wird durch Parlament, Gerichte verhindert, und die Polizei dient dazu das auch durchzusetzen ..

Wenn Kinderpornographie verboten ist, dann sind eben alle Maßnahmen zu setzen um das Verbot durchzusetzen ..

Der Hinweis, dass das der Anfang von Zensur sein könnte ist Blödsinn, es wäre so, wie wenn man sich gegen das Verbot von Heroin mit der Begründung wehren würde, dass es ein Genußmittel ist, und als nächstes Schokolade und zum Schluß die Schulmilch verboten wird -)-)

Also lassts die Kirche im Dorf, und die paar Pädophilen, die sich jetzt aufregen, sind halt Straftäter, die sich naturgemäß aufregen ...

Antworten Justin
05.06.2009 13:50
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Re: DEr Fall ist klar ..

Wo Zensur anfängt, endet die Freiheit des Westens.
Wo Zensur ist, da sind die Grundrechte des Menschen verletzt worden, die unverletzbar sind (Meinungsfreiheit).

Wenn Bürger bereit sind, für vermeintliche Sicherheit Zensurmaßnahmen über sich ergehen zu lassen, haben sie den Kampf schon längst verloren.

Antworten Ophicus
05.06.2009 10:38
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Re: DEr Fall ist klar ..

Niemand beschwert sich darüber, dass Kinderpornographie verboten ist und der Besitz oder das absichtliche Betrachten (wie auch immer man das nachweisen will) bestraft wird.

Aber das rechtfertigt eben nicht "alle Maßnahmen, um das Verbot umzusetzen". So wie man ja trotz Heroinverbot nicht bei jedem der mal am Karlsplatz vorbeigegangen ist ohne Gerichtsbeschluß eine Hausdurchsuchung machen darf.

Maßnahmen müssen angemessen sein. Die Mißbrauchsgefahr alleine ist kein Argument, aber eine hohe Mißbrauchsgefahr in Verbindung mit einer geringen Effizienz der Maßnahme ist schon etwas ganz anderes.

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Re: DEr Fall ist klar ..

in einer zeit, in der man gesetze umbiegen will, um unliebsame personen zu entfernen, glauben sie ernsthaft, dass regierungen nicht davon träumen, das internet zu zensieren?

tut mir leid, aber dann sind sie unrealistisch.

macht neigt immer dazu, so weit zu gehen, wie es geht.

das hat nichts damit zu tun, dass ich pädophil bin, das ist ein haltloser verdacht, ich bin nur aus erfahrung machtbereichen gegenüber sehr sehr misstrauisch.

mfg
mc

Gast: Matthias Subik
05.06.2009 09:08
0 0

Internetzensor motiviert Zivilcourage

Die Argumentation die Filter treffen die Täter klingt wahnsinnig gut, ist aber völlig inhaltsleer. Der Autor hat vergessen dies bei den schönen Worten die so angeblich von Claudia Bandion-Ortner kommen zu hinterfragen.
Fakt ist, die meisten kursierenden Bilder kommen aus den Siebzigern, und die Produzenten von neuen Bildern verdienen mit den Bildern nichts. Wäre das so, könnte man sie anhand der Zahlungswege viel schneller finden und "aus dem Netz nehmen", als durch stumpfe Filter. Die Filter verschließen nur die Augen einiger weniger, und auch hier zählt die "Server stehen ja im Ausland" Geschichte wenig. In jedem Land in dem es ein gut ausgebautes Internet gibt (also bei jedem Serverstandort) gibt es Verträge die die Anbindung des Servers regeln. In diesen Verträgen gibt es IMMER Sonderrücktrittsrechte bei groben Gesetzesverstößen. D.h. nicht den Access Provider hierzulande neue Filter auferlegen, sondern einmal über den Tellerrand schauen, und den internationalen Playern eine kurze Nachricht über abuse@provider zukommen lassen, und die Inhalte sind in Minuten verschwunden. Entsprechende Experimente von Filtergegnern aus Norwegen und Australien belegen dies. Als ehrenamtlicher Mitarbeiter bei einigen Netzkunstplattformen habe ich diese Drohung gegen provokative Kunstplattformen als leider zu wirkungsvoll kennengelernt. Aber dieses Engagement kann man nicht mit dem Gesetz aktivieren, sondern kommt als Gegenbewegung zu stumpfsinnigen Gesetzen zustande. Nein zum Geheimzensor.

Antworten Ophicus
05.06.2009 10:31
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Re: Internetzensor motiviert Zivilcourage

Richtig. Das sind die besten Argumente gegen die Filterzensur und es ist recht ärgerlich, dass ausgerechnet diese im Artikel fehlen.

Bezeichnend ist aber, dass von offizieller Seite überhaupt keine Argumente zitiert werden sondern die Kritik mit einem simplen "Doch, es ist sinnvoll!" ignoriert.

Gast: huemer
05.06.2009 08:51
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Kontraproduktiv

Die Idee dass Ansehen schon strafbar ist, ist aus einem sehr einfachen grund kontraproduktiv. Derjenige, der zufällig auf so einer Seite landet und dann noch diese Seite meldet, steht demnach sofort vor dem Kadi! Die Folge: es werden diese Seiten nicht mehr gemeldet!

Wer sich so ein Gesetz ausgedacht hat, hat wohl Probleme beim Denken.

Antworten tarrant
05.06.2009 11:09
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Re: Kontraproduktiv

Wie kommt man versehentlich auf eine Kinderpornoseite?

Die sind so versteckt, dass man die gar nicht erreicht wenn man nicht jemanden in der Szene kennt. Das zufällige Ansurfen ist ein Mythos.

Antworten Antworten Gast: pirat
06.06.2009 03:53
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Re: Re: Kontraproduktiv

Das zufällige Ansurfen ist aufgrund der Funktionsweise des Internets sogar fast unvermeidlich.

Antworten Antworten Antworten tarrant
06.06.2009 09:03
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Re: Re: Re: Kontraproduktiv

Das ist dann die Ausrede, wenn jemand erwischt wird?

Reden's keinen Schmarrn.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: pirat
06.06.2009 15:54
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Re: Re: Re: Re: Kontraproduktiv

Nein, das ist eine technische Tatsache.

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Re: Kontraproduktiv

ich surfe jetzt schon 10 jahre im net und bin noch niemals zufällig auf solchen seiten gelandet.

mfg
mc

Antworten Antworten Gast: pirat
06.06.2009 03:59
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Re: Re: Kontraproduktiv

Sie wissen aber schon, dass ihr Browser nicht alle "Seiten" anzeigt, die Sie aufrufen? Das Verhältnis von aufgerufener IP-Adresse zu "Beifang" ist im Schnitt ca. 1:10. Wenn Sie einen modernen Browser mit Prefetching verwenden, noch viel höher. Und ob morgen noch die IP-Adresse die Sie aufgerufen haben die selben Inhalte präsentiert wie heute, können Sie bei den 3-5 Tagen Timout des Established State der meisten Betriebssysteme nur hoffen. Aber ich bin sicher, unsere superkompetenten Politiker wissen auch dafür eine Lösung: Internet einfach verbieten.

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Kein wunder - wenn sie immer nur "IRA" eintippen......


Gast: The Observer
05.06.2009 08:50
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Das Problem liegt wo anders

Es ist geradezu lächerlich zu glauben dass der Datenverkehr zu einem solchen bekannten Server nicht von der Polizei überwacht wird und jeder Besucher registriert bzw. strafrechlich verfolgt wird, wenn es sich um illegale Aktivitäten handelt. Dafür hat man sich ja schon das Instrument Online Überwachung geschaffen. Hier geht es um etwas ganz anderes. Es sollen hier Mechanismen geschaffen werden wo man den ungeliebten Meinungsaustausch (vor allem politische Belange betreffend) mit einem 'Knopfdruck' ausschalten kann. Wenn die EU Kommission so wie hier vehement für ein solches Instrument eintritt kann man zu 100% davon ausgehen dass ganz andere Gründe vorliegen.

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Schutz der Kinder

So viele Kinder können hierzulande gar nicht von ihren Eltern jeden Tag verdroschen werden, als dass es einen Politiker kratzen würde. Die "gsunde Watschn" hat eben im Volksmund noch die richtige Wirkung. Daher muss der Schutz der Kinder, mit dem sich Politiker gerne ein humanes Mäntelchen umhängen, anderswo erfolgen. In einem möglichst abstrakten Bereich, wo billige Stimmungsmache betrieben werden kann und wohl kaum ein Wähler weiß, wie es dort wirklich abläuft. Das praktische dabei: Der Politiker und sein bester Freund, der Wahlkampfsponsor, kommen so zu einer wohl funktionierenden Zensurinfrastruktur, die der in der Printwelt um nichts nachsteht. Denn, bei allem Schutz der Kinder, wer entscheidet denn, welche Seiten "böse" sind? Ein Beamter im stillen Kämmerlein? Und wenn er sich "verschaut"? Also zufällig eine politisch unangenehme Seite auf die "Kinderpornoliste" setzt? Der Vorteil dieser Infrastruktur ist ja, dass man so relativ rasch unliebsame Bürger erfassen und aus dem Weg räumen kann. Die gesellschaftliche Punzierung über (unbewiesene) Verdächtigungen kann nun mal durch nichts ersetzt werden. Der Fall der Tierschützer, die ohne jeden Beweis 100 Tage in U-Haft saßen, weil sie angeblich ein Auto beschädigt hätten, beweist das eindrucksvoll.

 
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