Die Zahl der Sozialhilfebezieher ist in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen - die letzten verfügbaren Zahlen (2007) sprechen von 214.000 Menschen. Betroffen sind auch 44.000 Kinder und Jugendliche.
Von 2006 auf 2007 stieg die Zahl der Minderjährigen, die in Armut aufwachsen, um rund 20 Prozent. Sie leben oft in feuchten und kalten Wohnungen und haben keinen Platz zum Spielen. Sie können sich nicht gesund und oft nicht ausreichend ernähren und sind öfter krank als andere Kinder. Die "Armutskonferenz" befürchtet, dass es durch die Wirtschaftskrise und die Inflation im Jahr 2008 heuer noch mehr Kinder geben wird, die von Armut betroffen sind.
Ein Grund für Armut: Niedriglohn-Jobs
Hauptgründe für die steigenden Armutszahlen sind laut der "Armutskonferenz" Niedriglohn-Jobs, psychische Erkrankungen und zu geringes Arbeitslosengeld. Auch die steigenden Kosten für Wohnen betreffen Menschen mit geringen Einkommen überproportional stark, sagte "Armutskonferenz"-Sprecher Martin Schenk. Im ländlichen Raum würden außerdem viele Betroffene die Sozialhilfe-Leistungen aus Scham nicht in Anspruch nehmen. "Ungelöste Fragen" ortet Schenk auch bei der Mindestsicherung und fordert, den Vollzug der Sozialhilfe in den Ländern sowie die Arbeitsmarktpolitik zu reformieren.
Auch die Opposition fordert die Bundesregierung auf, zu handeln. Ein "Mix verschiedener Steuerungsinstrumente, von sozial- über steuer- bis zu bildungspolitischen Maßnahmen" wäre notwendig, so FPÖ-Frauensprecherin Carmen Gartelgruber in einer Aussendung. "Sich zurückzulehnen und auf bestehende Einrichtungen und Förderungen hinzuweisen ist zu wenig", erklärte die Abgeordnete.
Kinderarmut im achtreichsten Land der Welt: "Schande"
"Im achtreichsten Land der Welt ist Kinderarmut in diesem Ausmaß eine Schande", kritisierte die Kinder- und Jugendsprecherin der Grünen, Tanja Windbüchler-Souschill. Strukturelle Armut von Kindern und Jugendlichen würde einem friedlichen und sicheren Miteinander schaden: "In erster Linie ist die Jugend- und Sozialpolitik gefordert, hier Maßnahmen zu setzen." BZÖ-Sozialsprecherin Ursula Haubner schlug vor, den Kinder-Absetzbetrag auf 1000 Euro im Jahr zu erhöhen: "Das sind 80 bis 85 Euro im Monat, das spüren Familien im Budget." Neben der materiellen Unterstützung sollte gezielt in die Bildung investiert werden, so Haubner.
Die Vereinten Nationen verabschiedeten die UN-Konvention über die Rechte des Kindes 1989. Sie bildet seit der Ratifizierung durch die Republik Österreich im Jahr 1992 und der Installierung der Kinder- und Jugendanwaltschaft deren wichtigste Arbeitsgrundlage. Zur Veranstaltung werden unter anderem Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (S) und Staatssekretärin Christine Marek (V) erwartet. Auf dem Programm steht etwa auch eine Bestandsaufnahme zur Umsetzung der Kinderrechte in Österreich.
(Red. )

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