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Zehn Tierschützer müssen vor Gericht

11.08.2009 | 15:14 |   (DiePresse.com)

Zehn Tierschützer, gegen die eine Sonderkommission der Polizei jahrelang ermittelte, müssen sich auch wegen des Vorwurfs der Bildung einer kriminellen Organisation verantworten. Sie waren 2008 festgenommen worden.

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Die zehn Tierschützer, gegen die eine Sonderkommission der Polizei über Jahre hinweg intensiv ermittelt hatte, werden sich vor Gericht verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat einen Strafantrag fertiggestellt, der den Betroffenen bzw. ihren Rechtsvertretern noch heute, Dienstag, oder spätestens am Mittwoch zugestellt wird.

Der Strafantrag umfasst rund 200 Seiten und soll auch den zentralen Vorwurf der Bildung einer kriminellen Organisation nach dem sogenannten Mafia-Paragrafen 278a Strafgesetzbuch (StGB) enthalten.

Tierschützer wurden 2008 verhaftet

Die Aktivisten - darunter Martin Balluch, Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) - waren im Mai 2008 in U-Haft genommen und insgesamt 104 Tage angehalten worden. Sie sollen nach Ansicht der Sicherheitsbehörden eine Zelle der "Animal Liberation Front "(ALF) - einer militanten Tierrechtsbewegung - gebildet haben.

Sie sollen versucht haben, auf Textil-Ketten, deren Sortiment Pelzbekleidung umfasste, mittels Brandstiftung, Sachbeschädigungen - etwa Buttersäure-Anschlägen - und gefährlicher Drohung bzw. schwerer Nötigung Druck auszuüben. Die Unternehmen sollen dadurch in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht gewesen sein. Von einem gesamten Sachschaden von bis zu 600.000 Euro war die Rede.

Vorwurf der Tierquälerei

Offenbar erheben die Behörden auch den Vorwurf der Tierquälerei: Bei einer "Tierbefreiung" im März 2008 brachen die Tierschützer das eiserne Tor zu einem Schweinestall in Bad Fischau-Brunn auf. Dabei sollen sie 400 Mastschweine in Panik versetzt haben, heißt es in dem Strafantrag.

Die Verdächtigen wiesen die Vorwürfe von Anfang an entschieden zurück. Vor allem die Behauptung, eine kriminelle Organisation gebildet zu haben, ließen sie nicht gelten. Diesen Vorwurf hält die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt nach Informationen der APA allerdings aufrecht, wohingegen sich einzelne Aspekte der ursprünglichen Anschuldigungen nicht mehr im Strafantrag finden sollen.

Teil der Vorwürfe zurückgenommen

Während die Tierschützer und ihre Sympathisanten von einer "Teileinstellung" des Verfahrens sprechen und den Behörden in diesem Zusammenhang ein "Eingeständnis der vollkommen überzogenen Vorgehensweise und der Unhaltbarkeit der Vorwürfe" unterstellen, betont die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt, es liege eine "Teilerledigung" vor. Ein Teil der Vorwürfe sei aus dem laufenden Verfahren ausgeschieden worden, bleibe aber weiter Ermittlungsgegenstand, so Behördensprecher Erich Habitzl Dienstagmittag. Ungewöhlich ist der Umstand, dass lediglich ein Strafantrag und keine begründete Anklageschrift eingebracht wurde.

Sollten die Aktivisten im Sinn des 278a StGB schuldig erkannt werden, drohen ihnen bis zu fünf Jahre Haft. Die Verhandlung, die im kommenden Herbst über die Bühne gehen dürfte, wird vor einem Einzelrichter am Landesgericht Wiener Neustadt verhandelt werden.

(APA)

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33 Kommentare
1 2
Gast: edeltraud
15.08.2009 00:13
0 0

ein rechtsverdrehter schauprozess

hm... sämtliche konkreten anschuldigungen (schlösser verkleben usw.) wurde fallengelassen, weil eben keinen KONKRETEN personen nachweisbar. so bleibt §278a- bildung einer kriminellen organisation. finde ich ja spannend, da haben wir die erste kriminelle organisation ohne begangene straftaten^^ da der §278a auf so gut wie jede ngo anwendbar ist (weil der sinn einer ngo es ja meist ist, politik und wirtschaft zu beeinflussen) versucht man sich hier eben der lästigen tierschützer zu entledigen- frei nach dem motto: "wird der tierschutz dir zur qual hilft nur noch ein justiz-skandal!"
wenn es nun also kriminell sein soll, dass tierschutzvereine bäckereien (ggf. auch mittels demonstrationen) zur abkehr von käfigeiern hin zu alternativen haltungsformen bewegen, na dann mal gute nacht.
es ist mir unverständlich, warum die justizministerin nicht von ihrem weisungsrecht gebrauch gemacht hat und die anklagen fallen gelassen hat. damit wäre ein erster schritt zur wiederherstellung der rechtsstaatlichkeit getan geworden. aber wie es scheint, werden verfahren nur dann eingestellt, wenn es den zweck hat, dass gesetzesbrechende politiker weiterhin narrenfreiheit haben! pfui, pfui, pfui kann man da wohl nur sagen!

qilin
14.08.2009 10:01
0 0

"konkret"?

"Sie *sollen* ... eine Zelle ... einer militanten Tierrechtsbewegung gebildet haben. Als solche hätten sie *versucht* ... mittels Brandstiftung, Sachbeschädigungen und gefährlicher Drohung bzw. schwerer Nötigung Druck auszuüben."

"Indem die Aktivisten ... das eiserne Tor zu einem Schweinestall ... aufbrachen, *sollen* sie 400 Mastschweine in Panik versetzt haben, *heißt es*. In weiterer Folge hätten sie die Tiere 'unnötigen Qualen ausgesetzt', zumal diese 'nicht in Freiheit zu leben imstande waren'. Laut Strafantrag *soll* der Großteil der befreiten Schweine verendet sein. Höhe des entstandenen Schadens: 5.120 Euro."

Das ist ja nun ziemlich vage - in den inzwischen vergangenen 15 Monaten *sollten* sich diese Vorwürfe doch erhärten lassen, vor Allem ob die zehn Beklagten auch wirklich persönlich beteiligt waren - und ob nicht vielleicht auch ihnen zugute gehalten werden muss, "sie hätten zwar das Gesetz verletzt, aber der 'Vorsatz', Unrecht zu begehen, habe ihnen gefehlt" - ebenso wie das 'Unrechtsbewusstsein' - wenn das bei Politikern funktioniert, warum nicht auch bei Tierrechtlern?

parapente
13.08.2009 10:56
0 0

Ich lese immer Tierschützer!

Brandstifter, Sachbeschädiger und Nötiger sind das - von Tierschutz sehe ich wenig!

GG-Orange
09.09.2009 14:22
0 0

Re: Ich lese immer Staatsanwälte!

Ich lese immer Staatsaanwälte!
Ethno-Brandstifter, Sachbeschädiger der materiellen Wahrheit Staats-Nötiger sind das - von Tierschutz sehe ich wenig!

Gast: Gustl
12.08.2009 15:24
1 0

Kfrasta

Nötigung, Drohbriefe, Sachbeschädigung, Präpotenz (leider nicht strafbar), Demokrathiegefärdung (noch sind wir Schnitzelesser in der Mehrheit)......eingsperrt und gut ist's

Gast: Gustl
12.08.2009 10:13
0 0

Demokrathur

Ist wenn das geschieht, was ich richtig finde. Wurscht ob es dafür eine Mehrheit gibt. Die Mehrheit kann ich mit bisserl Feuer schon überzeugen, Ich bin kein Terrorist, ich bin ein Tierschützer und das ist Demokrathur.

Gast: Bananenrepublik
12.08.2009 08:40
0 0

Ich fordere:

Die vollständig Umwandlung aller Ackerbauflächen in Urwald. Brotesser gehören an den Pranger. Sie sind verantwortlich für die größte Veränderung unseres Planeten seit Menschengedenken. Nur noch das Sammeln von wilden Früchten und Beeren sei erlaubt.

Gast: M
12.08.2009 08:23
0 0

ghandi

Mir fällt gerade nur ein tolles Zitat von Ghandi ein: "First they ignore you, then they ridicule you, then they fight you, then you win."

Ich glaube daran dass sich die Menschheit weiterentwickeln wird und steigende Intelligenz wird mit mehr Mitleid für seine Mitgeschöpfe einhergehen. Kein Wunder dass so viele gegen die Tierschützer sind. Die breite Masse sind ja auch die braven Mitläufer, die nicht hinterfragen was in Gesetzbüchern steht und gedankenlos das predigen was ihnen vorgekaut wird nur damit sie ihr Hirn nicht einschalten müssen. Aber sie werden alle schon noch draufkommen und ich freue mich schon auf diese Zeit.

Gast: Mary
12.08.2009 08:22
0 0

ghandi

Mir fällt gerade nur ein tolles Zitat von Ghandi ein: "First they ignore you, then they ridicule you, then they fight you, then you win."

Ich glaube daran dass sich die Menschheit weiterentwickeln wird und steigende Intelligenz wird mit mehr Mitleid für seine Mitgeschöpfe einhergehen. Kein Wunder dass so viele gegen die Tierschützer sind. Die breite Masse sind ja auch die braven Mitläufer, die nicht hinterfragen was in Gesetzbüchern steht und gedankenlos das predigen was ihnen vorgekaut wird nur damit sie ihr Hirn nicht einschalten müssen. Aber sie werden alle schon noch draufkommen und ich freue mich schon auf diese Zeit.

0 0

Die Kirche im Dorf lassen

ja, sie haben Sachbeschädigungen geplant und sind auch so ein bisserl deppert.
Also ist eine Verurteilung richtig.
ABER
die Vorgangsweise des Rechtsstaates mit Wohnungsstürmen, lange U-Haft, Anwendung des Mafia Paragraphen (!) das ist ein SKANDAL. Und jeder der hier postet sollte bedenken, dass man gegen viele Menschen Vorwürfe konstruieren bzw. aufbauschen könnte.
Mit anderen Worten: die meisten Menschen könnten z.B über Vereinsmitgliedschaften in so etwas hineinschlittern

Antworten Gast: Gustav Gans
12.08.2009 07:51
0 0

Mit anderen Worten: die meisten Menschen könnten z.B über Vereinsmitgliedschaften in so etwas hineinschlittern

Ich bin Mitglied des ARBÖ und Sie glauben also, dass ich deswegen in kriminelles Treiben "hineinschlittern" könne?

Antworten Antworten Gast: Der alte Brummbär
12.08.2009 23:12
0 0

Re: Mit anderen Worten: die meisten Menschen könnten z.B über Vereinsmitgliedschaften in so etwas hineinschlittern

Kann Ihnen ohne weiteres passieren, nach all dem, was sich im roten "Arbeiterradfahrerbund" schon so alles ereignet hat...

Gast: gast
11.08.2009 18:47
1 1

Zwei Anmerkungen

1.) Das sind keine Tierschützer, das sind mutmaßliche Terroristen und Mordbrenner. Fünf Jahre Haft sind zuwenig. Zwanzig Jahre bis lebenslänglich wegsperren!

2.) Ich habe heute wieder einige seltene, vom Aussterben bedrohte Fische im Lebensmittelladen gekauft. Ich mache das immer (zu Fleiß), wenn ich in der Zeitung von Terror- bzw. Mordattacken von sogenannten "Tierschützern" lese. Ich gehe dabei methodisch nach Listen vor - dank Greenpeace-Informationen kein Problem. Derzeit bevorzuge ich Scholle. Ein schöner Gruß an die "Aktivisten".

Antworten Gast: aha
12.08.2009 08:56
0 0

Re: Zwei Anmerkungen

zu Punkt 2. Und das ganze machst du so lange bis alle Fische ausgestorben sind und du keine mehr essen kannst gell? Das ist eigentlich ganz gut, wer nicht existiert kann nicht ausgebeutet und gequält werden. Schön dass du dich so für Tierschutz einsetzt.

Antworten Gast: Gästin
11.08.2009 20:08
0 0

ziemlich kindisch,

Ihre Reaktion unter 2. Und "Terrorismus" ist wohl etwas anderes als ein Strafantrag an den Einzelrichter (nicht einmal Schöffengericht !!) nach jahrelanger aufwendiger Ermittlung und über 100 Tagen U-Haft für 10 Leute. Verhältnismäßigkeit schaut anders aus.

Michael
11.08.2009 17:33
1 0

Wäre es rechtswidrig, wenn ich jetzt ...

... zum Widerstand gegen Staat und Exekutive aufrufen würde? :-) Na gut, dann sage ich es eben nicht.

Wäre aber ein "Nieder mit Tiernötigern und Fleischfressern!" erlaubt?

Kolovrat
12.08.2009 06:12
0 0

Re: Wäre es rechtswidrig, wenn ich jetzt ...

Sie köpfen vermutlich brutal Salat,Radieschen und essen Getreide-Babies im Müsli?

Michael
12.08.2009 09:03
0 0

Re: Re: Wäre es rechtswidrig, wenn ich jetzt ...

Tiere und Gemüse auf eine Ebene zu stellen, spricht für sich und bedarf keines zusätzlichen Kommentars :-D

Kolovrat
12.08.2009 09:32
0 0

Re: Re: Re: Wäre es rechtswidrig, wenn ich jetzt ...

Kennen Sie nicht das berühmte Buch"Das geheime Leben der Pflanzen"?

Pflanzen sind auch Lebewesen!

Radieschen usw. möchten nicht in Monokulturen gemästet und danach geköpft werden!!!!!!

Stellen ie sich einmal vor,Sie werden im Magen brutal durch Salzsäure zersetzt????

Michael
14.08.2009 21:59
0 0

Re: Re: Re: Re: Wäre es rechtswidrig, wenn ich jetzt ...

Radieschen haben aber kein Ego. Das weiss ich, weil es mir eine Schwarzbeere zugeflüstert hat ;-)

Antworten Gast: Gast
11.08.2009 20:04
0 0

Re: Wäre es rechtswidrig, wenn ich jetzt ...

Lieber Michael, ich lese zwischen den Zeilen und weiß, was Sie meinen - es nützt nichts. Wir müssen zusehen, wie die ganze Schöpfung geknechtet, ausgebeutet und gemartert wird. Einen kleinen Trost haben wir - lassen wir doch diese Individien ihr eigenes Grab mit Messer und Gabel schaufeln. Die Ärzte wissen, dass übermässiger Fleischkonsum Krebs verursacht, aber es wird nur ganz spärlich darauf hingewiesen. Und was die sogenannten "militanten Tierschützer" betrifft - da muß sehr viel Geld im Spiel sein, dass die Behörde so überzogen reagiert.

chancen
11.08.2009 17:59
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Widerstand ist eine Grundfreiheit

Ich bin ein "Fleischfresser" aber - so denke ich - kein "Tiernötiger".
Jedenfalls teile ich ihr Meinung scheinbar gar nicht.

.. aber.... Widerstand ist ein Grundrecht & eine Grundfreiheit.

Ebenso bin ich für die Verhältnismäßigkeit der staatlichen Handlungen und für die Rechtstaatlichkeit.
Ich glaube nicht, dass hier beides vollends gegeben war.
Also bin ich am Ende ganz auf ihrer Seite.

Antworten Antworten Gast: Helferlein
11.08.2009 18:48
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Re: Widerstand ist eine Grundfreiheit

"Widerstand" - verstanden als Recht zur Nötigung Dritter - ist weder ein Grundrecht noch eine Grundfreiheit. Schnitzelessen und Pelztragen sind Grundrechte; Terroristen gehören in den Knast.

chancen
11.08.2009 19:05
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Re: Re: Widerstand ist eine Grundfreiheit

Habe mich hier scheinbar falsch ausgedrückt:
Die Taten, die den Personen vorgeworfen werden, habe ich nicht mit der Grundfreiheit auf Widerstand gemeint!!!

Der Vorposter hat gefragt, ob es rechtswidrig wäre, wenn er Widerstand dagegen fordern würde.

Darauf habe ich gemeint, dass Widerstand eine Grundfreiheit ist.

Die zur Last gelegten Taten gehen weit über das Recht auf Widerstand hinaus, das ist klar...

[Ihr Kommentar "Schnitzelessen und Pelztragen sind Grundrechte" ist hoffentlich ein Scherz, jedenfals aber absurd]

Michael
12.08.2009 09:00
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Re: Re: Re: Widerstand ist eine Grundfreiheit

Auch wenn ich Ihr Verständnis für Tierhaltung nicht teilen kann:

Sie sind sehr objektiv ... gerade für einen Schnitzelesser ;-)

chancen
11.09.2009 00:22
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Re: Re: Re: Re: Widerstand ist eine Grundfreiheit

Danke, ich bemühe mich.

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