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Abschied vom Traumberuf: Jugend will Spaß und Geld

15.09.2009 | 18:21 |  GEORG RENNER (Die Presse)

Expertin: „Jugendliche bei Berufswahl orientierungslos.“ Viele hätten die Forderung des Arbeitsmarkts nach großer Flexibilität bei Karriere- und Lebensplanung übernommen – dabei sei ihnen aber die Orientierung abhandengekommen.

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Wien. Bei allem Wandel, den die Arbeitswelt junger Menschen in den vergangenen Jahren durchgemacht hat, bleibt eines konstant: Am wichtigsten ist Jugendlichen bei der Berufswahl nach wie vor – die gute Bezahlung. Darüber hinaus sehnen sich die 14- bis 18-Jährigen vor allem nach einem sicheren Arbeitsplatz, Spaß im Beruf und sympathischen Kollegen.

Hoffnung darauf, dass diese Wünsche tatsächlich Realität werden, hätten nur wenige Jugendliche, sagt Beate Großegger. Die Forscherin vom Wiener Institut für Jugendkulturforschung hat soeben die Erkenntnisse mehrerer aktueller Studien zum Thema „Jugend und Arbeitsmarkt“ zusammengefasst. Auf Basis von Befragungen und direkten Gesprächen mit 14- bis 18-Jährigen auf verschiedenen Bildungswegen kommt Großegger zum Schluss, dass das Wort Karriere heute vor allem mit einem verknüpft ist: Sorgen.

 

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„Während die Erwachsenen über die Krise diskutieren, sind die Jugendlichen, die am erst Beginn ihres Erwerbslebens stehen, verunsichert“, so Großegger. Viele hätten die Forderung des Arbeitsmarkts nach großer Flexibilität bei Karriere- und Lebensplanung übernommen – dabei sei ihnen aber die Orientierung abhandengekommen. „Vor allem Jugendliche mit niedrigerer Bildung wissen nicht, was sie im Berufsleben erwartet, wissen nicht, was sie wirklich wollen.“ Wichtig wäre in diesem Zusammenhang, von öffentlicher Seite mehr Angebote zur Berufsorientierung anzubieten, sagt Großegger.

 

Bereit zum lebenslangen Lernen

Das Bild, dass man einen Beruf erlernt und diesen ein Leben lang ausübt, hat für die jungen Menschen, die heute aus der Schule kommen, ausgedient. Gerade einmal ein Drittel der Jugendlichen möchte sein Erwerbsleben lang in einem Beruf verbleiben.

Das stellt keinen ausschließlich negativen Trend dar: „Umgekehrt heißt das, dass sich ein Großteil zu lebenslangem Lernen bekennt.“ Mehr als jede Generation zuvor sei diese bereit, sich während ihres gesamten Berufslebens weiterzubilden. „Den einen Traumberuf gibt es nicht mehr“, so Großegger: Die Jugendlichen seien bereit, im Lauf der Zeit in verschiedensten Branchen zu arbeiten. Solange diese gewissen Kriterien entsprechen: Neben den genannten sind Karrieremöglichkeiten und Freizeit wichtig.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2009)

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12 Kommentare
parapente
16.09.2009 10:49
1 0

Wenn man einen Lehrstellensuchenden fragt

wieviel 15% von 100 ist, bekommt man ein dummes Gesicht - aber keine Antwort.

Er hält aber das Abschlusszeugnis der Hauptschule in der Hand.

komajo
16.09.2009 07:17
0 0

Ursprünglich

gab es sehr häufig Familientraditionen, das heißt, die Kinder traten in die Fußstapfen ihrer Eltern. Wenn die Eltern aber nun auf Grund der wirtschaftlichen Situation oder auch schlechter Ausbildung häufig ihre Arbeit wechseln müssen, dann wird das für die Kinder normal. Man muss das nicht unbedingt als Orientierungslosigkeit bezeichnen. Und wer will nicht eine gut bezahlte Arbeit, die man auch gerne macht?

Die Jugend ist auch…

…nicht mehr das was sie einmal war. Geld, wie schnöde :-)

Gast: little_brother_is_watching_you_too!
15.09.2009 23:33
4 0

ich muss leider immer wieder feststellen...

...dass jugendliche heutzutage eigentlich kaum mehr interessen haben. sie wurden, sehr erfolgreich, von den berieselungsmedien und der werbung (hobby nummer eins: einkaufen!) zu völlig hirntoten, und leider oft auch aggressiven zombies modelliert, dass es nicht verwunderlich ist, dass diese leute orientierungslos sind. das wichtigste für die jungen menschen heutzutage scheinen nur mehr klamotten (ja sogar burschen können sich heutzutage stundenlang über derartige einkäufe unterhalten), mobiltelefone, computerspiele und saufgelage zu sein. und das - leider oft völlig inhaltsleere - kommunizieren mit freunden. diskussionen über sachthemen sind fast nicht zu führen, weil die kids so wenig belesen sind, dass sie sehr häufig schwierigkeiten haben, sich überhaupt auszudrücken. ich sehe da wirklich schwarz!
nur zur info: ich bin kein pensionist, sondern mitte dreissig;-)

1 0

Re: ich muss leider immer wieder feststellen...

sehr gut beschrieben. die frage ist nur , wer ist daran schuld .
die jugendlichen sind halt zielgruppe nummer eins , so erkannt von den diversesten rattenfängern , angefangen von der werbung . man sehe sich nur die spots in den privatsendern an , alles geht auf jung , gut drauf , kuhl , und vor allem in der gruppe. es wird lemmingsverhalten getrimmt , klar , lemminge sind leichter kontrollierbar und darum gehts.
danach die auslese : die guten bekommen die gut bezahlten jobs , dafür heisst es bedingungslose hingabe an das unternehmen . die andern und das ist die mehrheit , die mcjobs . wohin das führen soll , gute nacht .
ich wollte heutzutage nicht mehr 20 sein , nein danke.

Antworten Gast: Pablo
16.09.2009 09:41
0 1

Re: ich muss leider immer wieder feststellen...

Da hat aber jemand den Klischeehammer ausgepackt und schlägt genüslich auf alles ein was unter 18 ist!

0 7

Die ÖVP ist schuld,

dass Jugend Spaß und Geld will, weil die ÖVP ihr keine Werte und Anstand mit auf den Weg gibt.

Es ist die JVP, die immer dann von sich reden macht, wenn Sie eine Party feiern, indem sich die Menschen gegenseitig bekämpfen und sich gegenseitig verletzten.

Ich habe sogar gehört, dass die JVP ab diesen Punkt die meisten Mitglieder wirbt, weil Sie wenn Sie unter Alkoholeinfluss stehen, schneller unterschreiben.

Das ist ist ÖVP Jugend!

Antworten Gast: Bravo
16.09.2009 14:56
0 0

Re: Die ÖVP ist schuld,

Die ÖVP ist schuld, daß Sie noch immer frei herumlaufen dürfen.....

Re: Die ÖVP ist schuld,

darf ich Sie darauf aufmerksam machen, dass sie in zwei Themen noch nicht die ÖVP beschuldigt haben?
Ansonsten haben Sie heute bei jedem Artikel die Schuld zugewiesen...

0 1

Re: Re: Die ÖVP ist schuld,

Lieber, netter und verständnissvoller HerrMatthew K Haybeck

Es ehrt mich, wenn ich Ihre Aufmerksamkeit geniesse. Wenn ich zu einem Artikel "DIE ÖVP" nicht beschuldige, dann trägt Sie wohl auch keine Schuld.

Es geht mir nicht darum, jemanden anzupatzen oder in Kritik zu bringen. Ich zeige nur das Fehlverhalten von übrigens allen Parteien auf - unter anderem auch die ÖVP.

Re: Re: Re: Die ÖVP ist schuld,

Ehrlich gesagt: Ich habe erst auf Ihren x. Kommentar geantwortet, weil ich die ersten alle für eine übertriebene Form des Sarkasmuses hielt.
Man kann der VP viel vorwerfen, aber bei manchen Ihrer Anschuldigung ist entweder kein Zusammenhang gegeben, bzw. ist er derart konstruiert (wie oben), dass man als Witz verstehen muss.

Übrigens: Ich war bei vielen Parteiveranstaltung, sowohl von JVP, SJ, RFJ als auch JG. Berauscht und nicht mehr zurechnungsfähig waren die Jugendlichen überall. Übrigens haben auch alle Jungparteiorganisationen ihren Mitgliedern Werte vermittelt, nur differieren diese: Während in der JVP Eigenständigkeit (manchmal auch Egoismus) vermittelt, lehrt die SJ eher das soziale Gewissen (öfters auch als Nivellierung nach unten erlebt), die Grünen den Naturschutz um jeden Preis und div. kommunistische Tendenzen und zur RFJ sage ich jetzt lieber nichts, da mir keine nicht negative Formulierung einfallen will...

Austrian
16.09.2009 00:57
1 1

Re: Re: Re: Die ÖVP ist schuld,

Für mich ist die ÖVP, im Vergleich zu SPÖ, Grünen, FPÖ oder BZÖ immer noch am wählbarsten.

Ob ich mich mit 21 noch als "Jugend" bezeichnen kann, keine Ahnung - jedenfalls finde ich die andern Parteien mit ihren hirn- und sinnlosen, rein auf Machtgier abzielenden Versprechen noch um einiges peinlicher als die Schwarzen.

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