Ternitz: Unruhe um albanische Kulturvereine

In Ternitz (NÖ) wollen Kulturvereine ein Zentrum bauen.

Ternitz. Im Zuge des Terrorverdachts gegen den in Österreich geborenen albanischstämmigen Lorenz K. (17) wird im niederösterreichischen Ternitz wieder verstärkt über ein Projekt diskutiert, das auch schon voriges Jahr für geteilte Meinungen innerhalb der Bevölkerung sorgte: Die albanische Community des Ortes hat vor, ein Kulturzentrum zu errichten.

Anrainer sind nicht zuletzt deshalb besorgt, da der Wohnort des 17-jährigen Terrorverdächtigen nur wenige Kilometer von Ternitz entfernt, nämlich im Nachbarort Neunkirchen, liegt. Klar ist aber auch: Derzeit gibt es keinerlei Hinweise, dass es zwischen dem geplanten Kulturzentrum und dem Terrorverdächtigen auch nur irgendeinen Zusammenhang gibt.

Auf „Presse“-Anfrage erklärt der Ternitzer SPÖ-Bürgermeister, Rupert Dworak, dass es schon seit längerer Zeit zwei albanische Kulturvereine im Ort gebe. Und übrigens auch eine Moschee („ein unauffälliger Bau ohne Minarett“), deren Errichtung ein Anliegen der türkischen Gemeinschaft gewesen sei. Die beiden Vereine hätten derzeit kleinere Lokale und würden nun auf einem bereits angekauften Grundstück ein Vereinshaus bauen wollen. Der Bauplan sei aber noch nicht eingereicht worden.

Dworak: „Ich sehe kein Bedrohungspotenzial.“ Aber: „Wenn es zu einer Einreichung des Plans kommt, lassen wir den Vereinsvorstand und die Mitgliederlisten vom Verfassungsschutz prüfen. Wir müssen die Sorgen der Bürger ernst nehmen.“ (m. s.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.01.2017)

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