Feinstaub: Dicke Luft in Graz

Die Feinstaubbelastung in Österreich ist zu hoch - besonders in Graz verschlechtert sich die Luftqualität. Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) fordert nun Maßnahmen, wie die Verringerung des Kfz-Verkehrs.

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Verkehr, Industrie und Hausbrände zählen zu den Hauptverursachern zu hoher Schadstoffwerte. – (c) APA/dpa/Julian Stratenschulte (Julian Stratenschulte)

Bei drei Viertel der Messstellen in Österreich sind die Tagesgrenzwerte für Feinstaub bereits überschritten worden. Das ergab eine aktuelle Analyse des Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Insgesamt wurden bei 94 von 121 Messstellen Feinstaubüberschreitungen registriert. Wichtig seien deshalb verstärkte Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung, hieß es in einer Presseaussendung des VCÖ am Freitag.

Die Städte im Überblick

In Graz wurde der Jahreswert mit maximal 25 erlaubten Überschreitungen pro Jahr bereits übertroffen. Die Feinstaubbelastung der Luft war in der steirischen Stadt bereits an 30 von 47 Tagen zu hoch. Zu einer Verschlechterung der Luftqualität im Vergleich zum Vorjahr kam es auch in anderen Städten Österreichs. Linz hatte bereits an 20 Tagen zu viel Feinstaub in der Luft, Salzburg an 19 und in Niederösterreich und Wien kam es zu mehr als dreimal so vielen Überschreitungen als im gesamten Jahr 2016. Am stark befahrenen Gürtel in Wien, kam es bei einer fünfminütigen Durchschnittsbelastung zu bis zu 114.000 Partikeln. Zum Vergleich lag der Wert in Verkehrsfernen Orten bei ca. 4.000.

Umweltfreundliche Mobilitätsanbote

"Österreichs Bevölkerung ist einer viel höheren Schadstoffbelastung ausgesetzt als im Vorjahr", betonte VCÖ Expertin Ulla Rasmussen. Vor allem Verkehr, Industrie und Hausbrände zählen zu den Hauptverursachern für zu hohe Schadstoffwerte. Eine Gesundheitsgefahr stellen vor allem Kleinstpartikel wie Ultrafeinstaub dar. Denn sie gelangen im Gegensatz zu grobkörnigerem Feinstaub bis in die Lungenbläschen und den Blutkreislauf, wodurch Lungenschäden und Herzerkrankungen begünstigt werden können.

Laut VCÖ brauche es einige Maßnahmen gegen die Luftverschmutzung. Wichtig sei zum Beispiel eine Umstellung des aktuellen Messsystems, bei dem die Anzahl und nicht nur das Gewicht der Partikel gemessen wird. Außerdem wäre eine Verringerung des Kfz-Verkehrs unumgänglich für bessere Luftwerte. "Die umweltfreundlichen Mobilitätsanbote sind vor allem in den Ballungsräumen rascher und stärker als geplant auszubauen. Dort, wo es gute Bahnverbindungen gibt, steigen viele gerne vom Auto auf die Bahn um", erklärte die VCÖ-Expertin Rasmussen.

Elektrofahrräder statt Autos

Auch ein Ausbau der Radinfrastruktur bzw. eine ersatzweise Verwendung von Elektrofahrrädern statt Autos, könne helfen, um die landesweite Feinstaubbelastung zu reduzieren. Eine Umsetzung der Klimaschutzmaßnahmen muss schnell vorangetrieben werden, denn: "Je früher das Verbrennen fossiler Energieträger, wie Heizöl, Kohle oder Diesel und Benzin beendet wird, umso weniger Schadstoffe gelangen in unsere Luft", so VCÖ-Expertin Rasmussen.

"Die bestehenden Feinstaub-Grenzwerte sind ein politischer Kompromiss. Gesundheitsschädlich sind die Partikel auch unterhalb des Grenzwertes" sagte VCÖ Expertin Rasmussen. Dieselruß wurde beispielsweise bereits 2012 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als krebserregend eingestuft.

(APA)

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