Nach einem schweren Fall von Schweinegrippe in Innsbruck befindet sich nun auch im Bundesland Salzburg und in Wien Patienten in kritischem Zustand.
Im Wiener Hanusch-Krankenhaus liegt eine an Schweinegrippe erkrankte Frau auf der Intensivstation. Das bestätigt die Wiener Gebietskrankenkasse, die das Spital betreibt. Weitere Informationen werden offiziell nicht bekannt gegeben. Laut einem Bericht des "Kurier" ist die Patientin schwanger, für sie und das ungeborene Kind bestehe Lebensgefahr. Die H1N1-Infektion soll bei der Schwangeren zu einer schweren Lungenerkrankung geführt haben.
In Salzburg wurde ein 41-jähriger Bayer bereits am Mittwoch in die Notaufnahme der Internen Abteilung des Landeskrankenhauses eingeliefert, wo neben der Grippe auch eine beidseitige Lungenentzündung festgestellt wurde. Der Mann wurde auf die Intensivstation gebracht und in künstlichen Tiefschlaf versetzt, bestätigte Kliniken-Sprecherin Mick Weinberger am Freitag einen Bericht der "Salzburger Nachrichten". "Der Patient befindet sich auch heute noch in einem kritischen Zustand, hat sich aber seit gestern etwas stabilisiert", sagte Weinberger.
Bei der Einlieferung sei ein akutes Lungenversagen festgestellt worden, weshalb sofort intubiert werden musste. Nach der Behandlung sei der Patient in künstlichen Tiefschlaf versetzt worden. Als wahrscheinlichen Grund für den kritischen Verlauf nannte Weinberger, dass die Schweinegrippe unbehandelt geblieben war und vermutlich eine bakterielle Infektion dazu gekommen sei.
Keine Verbesserung bei Innsbrucker Patientin
Bei der Innsbrucker H1N1-Patientin ist nach wie vor "keine Verbesserung" festzustellen, hieß es aus der Universitätsklinik am Freitag. Das aus Bozen stammende Mädchen liegt seit Freitag vergangener Woche auf der Intensivstation der Innsbrucker Kindermedizin.
Seit bereits einer Woche kann die Sauerstoffversorgung der Organe der Patientin nur mittels einer Maschine (ECMO - Extrakorporale Membranoxygenierung) aufrecht erhalten werden. Grund ist ein Lungenversagen, das seit sieben Tagen keinerlei Besserung zeigt. Der bakterielle Erreger werde seit der Einlieferung der Patientin in Innsbruck erfolgreich mit Antibiotika behandelt. Zusätzlich bekomme die Elfjährige ein antivirales Mittel gegen die H1N1-Infektion, teile die Klinik mit.
Das Lungenversagen sei unverändert. Die Entzündung in der Lunge bestehe auch nach optimaler Bekämpfung der Erreger üblicherweise einige Tage weiter, hieß es.
Fünf Rekruten in Tirol erkrankt
In Tiroler Kasernen sind seit Donnerstag fünf Rekruten an Schweinegrippe erkrankt. Der Krankheitsverlauf sei unkompliziert, erklärte ein Sprecher des Militär. Ein Soldat werde voraussichtlich in zwei Tagen wieder aus dem Militärspital Innsbruck entlassen werden können.
"Interessanterweise ist in jeder Kaserne nur ein Rekrut erkrankt", sagte der Sprecher. Die kranken Soldaten kommen aus Kasernen von Osttirol bis Landeck. Der letzte Fall sei Samstag früh aufgetreten. Die jungen Männer werden stationär behandelt.
72 Neuinfektionen in einer Woche
Ingesamt haben sich in der vergangenen Woche - von 23. bis 30. Oktober - 72 Kinder und Erwachsene mit der neuen A(H1N1)-Influenza angesteckt, teilte das Gesundheitsministerium am Freitag mit. In den Wochen zuvor gab es nur vereinzelte Infektionen, im Schnitt waren ein bis zwei Personen pro Tag betroffen. Zuletzt gab es etwa zehn neue Patienten täglich.
Weltweit sind in der vergangenen Woche 700 Menschen an der Schweinegrippe gestorben. Seit dem Ausbruch der Krankheit im April seien damit mindestens 5700 Menschen am A (H1N1)-Virus gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Freitag in Genf mit. Die meisten Todesfälle gibt es in Nord- und Südamerika, wo bisher 4175 Menschen starben.
(APA)
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