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Unfälle im alpinen Gelände: Heuer weniger Tote

03.11.2009 | 13:10 |   (DiePresse.com)

Auf Österreichs Bergen kamen in diesem Sommer 139 Menschen ums Leben. Unter den Opfern sind sechsmal so viele Männer wie Frauen. Jede zehnte Suchaktion stellt sich als "Fehlalarm" heraus.

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Der Bergsommer 2009 geht mit einem deutlichen Rückgang an Todesopfern im alpinen Gelände zu Ende. Von 15. Mai bis 31. Oktober 2009 sind auf Österreichs Bergen 139 Menschen ums Leben gekommen. Das entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von rund 22 Prozent. 2008 waren 177 Menschen bei Bergunfällen gestorben. Unter den Opfern befinden sich etwa sechsmal so viele Männer (119) wie Frauen (20), das geht aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen des Kuratoriums für Alpine Sicherheit hervor. Laut Alpinpolizei könnte jede zehnte Suchaktion am Berg vermieden werden.

Ein Großteil der tödlichen Unfälle ereignet sich beim Wandern und Bergsteigen (55 Prozent oder 77 Tote), gefolgt von "atypischen Alpinunfällen" wie Forst-, Arbeits- und Verkehrsunfällen oder Suiziden (15 Prozent oder 21 Tote), Klettern (acht Prozent oder elf Tote) und Flugunfällen (sieben Prozent oder zehn Tote). Jeweils drei Alpintote gab es 2009 bei Hochtouren, beim Mountainbiken und bei der Jagd. Ein Grund für den Rückgang bei den Todesopfern könnte laut dem Kuratorium das ungünstige Wetter im Frühsommer gewesen sein, das vielen Berggehern einen Strich durch die Rechnung machte.

Ursache bei etwa der Hälfte der tödlichen Unfälle am Berg ist Herz-Kreislauf-Versagen oder ein interner Notfall, erst dann folgen Stürze oder Stolpern. Ein wenig anders verhält es sich bei den Wanderunfällen mit Verletzten: Hier sind Stürze mit 45 Prozent die häufigste Unfallursache, gefolgt von Verirren und Versteigen mit rund 20 Prozent. Herz-Kreislaufstörungen machen rund neun Prozent der Unfälle aus.

Traditionell männerbesetzt

Den hohen Anteil an männlichen Opfern im alpinen Gelände führt Oberstleutnant Hans Ebner, Leiter der Alpinpolizei, darauf zurück, dass einerseits mehr Männer am Berg unterwegs sind und für sie aufgrund ihres Verhaltens ein höheres Risiko zu verunglücken besteht. "Außerdem übernehmen sie eher die Führungsrolle", sagte Ebner. Zudem seien Männer stärker herzinfarktgefährdet als Frauen, was zu den häufigsten Todesursachen im alpinen Gelände zählt.  "Der Herztod spielt gerade in der Altersgruppe von 60 bis 70 Jahren eine sehr große Rolle", betonte Karl Gabl vom Kuratorium für Alpine Sicherheit.

Wenig überrascht über die hohe Geschlechterdifferenz zeigte sich Sportpsychologe Gernot Schauer: "Alpinsport ist traditionell männerbesetzt", so der Experte. Zudem kämen in diesem Bereich drei Aspekte zum Tragen: Eine "krasse Selbstüberschätzung" der Menschen, die bei Männern in der Regel noch stärker ausgeprägt ist als bei Frauen und dazu führe, dass Leute z. B. ohne ausreichendes Training oder Ausrüstung in den Bergen unterwegs seien. Ebenso eine generell höhere Risikobereitschaft beim "starken" Geschlecht sowie ein "Leistungsgetriebensein" oder ein "Sich-Beweisen": Viele Männer würden ihren Selbstwert nämlich über Leistung suchen, erklärte Schauer.

Zehn Prozent Fehlalarm

Etwa zehn Prozent der Suchaktionen könnten laut dem Chef der Alpinpolizei vermieden werden. "Uns wäre wichtig, dass die Leute sagen, wo sie hingehen und Verspätungen kundtun", meinte Ebner. Nicht selten stelle sich heraus, dass ein abgängiger Skifahrer im Gasthaus sitzt oder ein Alpinist gesucht wird, weil er seine Tourenänderung nicht mitteilte, zeitgleich aber in der Sauna schwitzt.

(APA)

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